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Immobilienkauf: Welche Wohnform passt eigentlich zu mir?

Wie entscheide ich mich für die richtige Immobilie im Leben?

Ob Sie eine Immobilie selbst neu bauen, einen Neubau vom Bauträger erwerben oder sich für einen Altbau entscheiden, sollte wohlüberlegt und durchdacht sein. Unser Ratgeber hilft Ihnen dabei: Wir stellen Ihnen eine Liste üblicher Wohnformen in Österreich zusammen und benennen deren Vor- und Nachteile im Detail.

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FAQ

Was sind alternative Wohnformen?
Was gibt es für Wohnformen im Alter?
Welche Wohnformen gibt es in Österreich?

Klassisch in der Großstadt leben: Eigentumswohnung

Die Eigentumswohnung (ETW) ist in großen Metropolen und mittelgroßen Städten Österreichs die verbreitetste Wohnform. Solche Wohnformen entstehen durch die Aufteilung eines Mehrfamilienhauses und bedingen eine Abgeschlossenheitsbescheinigung und Teilungserklärung im Grundbuch. Neben dem Sondereigentum der ETW hält jeder Eigentümer einen Anteil am Gemeinschaftseigentum wie Flure oder Grundstücke.

In jährlich stattfindenden Eigentümerversammlungen werden Entschlüsse über Bewirtschaftung oder künftige Projekte gefasst. Beim Kauf einer gebrauchten Eigentumswohnung sollten Sie die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen einsehen, um über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Hausgemeinschaft sowie Probleme und Instandhaltungsfragen informiert zu sein.

Vorteile: Eine ETW ist die wohl preiswerteste Form des Wohnens im Eigentum. Baukosten und Grundstücksausnutzung sind optimal. Häufig stellt eine ETW die einzige Möglichkeit dar, innerhalb einer Stadt oder in Stadtnähe zu verträglichen Kosten zu wohnen.

Nachteile: Bei dieser Wohnform müssen Sie mit Einschränkungen des persönlichen Entfaltungsspielraumes rechnen. Auseinandersetzungen zwischen Eigentümern sind trotz klar geregelter Rechtsgrundlagen nicht zu vermeiden

Angebot: Anbieter sind Projektierungsgesellschaften, Immobilienmakler, Hausverwaltungen oder Erbengemeinschaften. Eine Eigentumswohnung finden Sie in lokalen Tageszeitungen, Immobilienbörsen im Internet, über Hausverwaltungen oder Beschilderung an Bauvorhaben.

Quelle: DW Deutsch

Im Grünen mit Garten wohnen: Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus

Alle Familien in Österreich wünschen sich ein Haus im Grünen – mit schönem Garten oder einem Swimmingpool. Nach wie vor ist das frei stehende Eigenheim die beliebteste Form bei uns. Nicht selten entscheiden sich Bauherren sogar für eine zusätzliche Einliegerwohnung, ein Doppel- oder gar Mehrfamilienhaus. So lässt sich per Mieteinnahmen die eigene Baufinanzierung stützen. Interessant sind weiters die steuerlichen Aspekte.

Vorteile: Eine frei stehende Immobilie bietet unabhängige Nutzung, Spielraum für individuelle Ausgestaltungswünsche sowie geringe Beeinträchtigung durch Nachbarn. Der Erholungswert ist ebenso nicht zu verachten – Terrassen und Garten erweitern den persönlichen Freiraum, selbst das Auto steht behütet in der Garage oder im Carport.

Nachteile: Die Kosten sind enorm, gerade in Städten und Metropolen. Konsumenten benötigen für diese Wohnform nicht selten sechsstellige Beträge zur Finanzierung. Für viele Österreicherinnen und Österreicher ist dies schlichtweg unerschwinglich.

Angebot: Immobilienmakler und Bauträgergesellschaften, Banken und Sparkassen, Privatkonsumenten. Zu finden über: Lokale Tageszeitungen, Immobilienbörsen im Internet und Beschilderung an Bauvorhaben

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Gemeinsam im Wohntraum Geld sparen: Doppelhaus

Zusammen Wohnen, gemeinsam Kosten sparen. Für viele Österreicherinnen und Österreich ist dies heute eine Option bei der Suche nach einer geeigneten Immobilie. Diese Wohnform bietet Konsumenten Vor- und Nachteile.

Vorteile: Vorderst zu nennen ist die Einsparung bei den Grundstückskosten. Geringere Erschließungskosten und Anliegerbeiträge als bei einem Einfamilienhaus helfen sparen. Es gibt hohes Einsparpotential bei den Baukosten und den Energiekosten aufgrund der geringeren Außenflächen.

Nachteile: Nachteilig ist unter Umständen die Tatsache, dass Sie einen Nachbarn direkt neben sich haben. Dies muss jeder Konsument für sich selbst entscheiden.

Angebot: Angebote gibt es über Immobilienmakler, Bauträgergesellschaften, Banken und Sparkassen sowie Privatiers. Ihr Traumhaus finden Sie über lokale Tageszeitungen, Immobilienbörsen im Internet oder Beschilderung an Bauvorhaben

In unmittelbarer Nachbarschaft leben: Reihenhaus, Reiheneckhaus, Reihenmittelhaus

Reihenhäuser sind die preiswerte Alternative zu einem frei stehenden Haus. In Sachen Wohnqualität sind diese mit einer Eigentumswohnung vergleichbar. Solche Stadthäuser sind speziell in städtischen Liegenschaften höchst beliebt – sind sie doch im Vergleich zum frei stehenden Einfamilienhaus geradezu preiswert.

Vorteile: Geringere Erschließungskosten und Anliegerbeiträge. Weiters ist dies eine wirtschaftliche Art des Wohnens, insbesondere im Bereich der Energie- und Heizkostenersparnis. Heute finden sich im Vergleich zu früheren Jahren gelungene architektonische Lösungen.

Nachteile: Reihenhäuser bieten leider wenig Spielraum und Entfaltungsmöglichkeiten für individuelle Ansprüche.

Angebot: Angebote sind über Immobilienmakler, Bauträgergesellschaften, Banken und Sparkassen und bei Privatkonsumenten zu finden. Lokale Tageszeitungen, Immobilienbörsen im Internet und Beschilderung an Bauvorhaben vor Ort helfen weiter.

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Individuell und luxuriös leben: Architektenhaus

Das Architektenhaus gilt gemeinhin als Hausbaus. Ein Architekt plant Ihnen ein maßgeschneidertes Traumhaus, wie es Ihren Vorstellungen entspricht. Für diese Art der Wohnform entscheiden sich die wenigsten Bauherren in Österreich. Preis und Finanzierungsbudget sind die begrenzenden Faktoren.

Vorteile: Maßgeschneiderte Immobilie nach Wunsch. Ihr Architekt gestaltet Ihr Traumhaus nach den eigenen Vorstellungen und individuellen Wünschen. Nahezu alle Optionen der Wohnform stehen Ihnen offen.

Nachteil: Nicht selten scheitert eine solche Traumimmobilie am kaum erschwinglichen Preis. Vor allem in Metropolen ist diese Wohnform für gut betuchte Konsumenten mittlerweile kaum mehr erschwinglich.

Angebot: Individuelle Architektenhäuser gibt es über Architekturbüros, Immobilienmakler oder Bauträgergesellschaften. Per lokale Tageszeitungen oder Immobilienbörsen im Internet lassen sich solche Offerten finden.

Schnell und günstig qualitätvoll wohnen: Fertighaus

Fertighäuser begeistern Konsumenten in Österreich. Die hohe Geschwindigkeit, in der sie errichtet werden, begeistert. Qualität und Lebensdauer dieser Wohnform können mittlerweile überzeugen. Diese hängen maßgeblich vom Hersteller und dessen ab – auf Gütesiegel und Zertifizierung sollten Sie Wert legen.

Vorteile: Die finanziellen Aufwendungen für den Erwerb sind geringer als bei Massivhäusern herkömmlicher Art. Schlüsselfertige Fertighäuser werden in der Regel über erfahrene Vertragspartner erworben und im Rahmen einer Besichtigung eines Musterhauses erkundet.

Nachteile: Fertighäuser bedingen aufgrund der Herstellungsverfahren standardisierte Grundrisse und typisierte Hausformen. Somit sind Variations- und Anpassungsmöglichkeit begrenzt.

Angebot: Angebote gibt es bei Herstellern von Fertighäusern, mitunter bei Immobilienmaklern sowie bei Privatiers. Lokale Tageszeitungen, Immobilienbörsen im Internet und Musterhausparks offerieren in Österreich solche Wohnangebote.

Fazit: Welche Wohnform es sein soll oder darf, hängt von vielen Faktoren ab. Neben den eigenen Bedürfnissen stehen im Alltag die Kosten für Erwerb und Unterhalt im Vordergrund. Nicht zuletzt ist die Wahl der Immobilienart von der künftigen Lage und dem Angebot der Liegenschaft auf dem Markt abhängig.

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FAQ

Was sind alternative Wohnformen?

Als alternativ werden generationenübergreifende Wohnformen bezeichnet, in denen Mieter unterschiedlichen Alters und Familienstands in einem Haus zusammenleben. Häufig finden sich die jüngeren und älteren Menschen in der Planungsphase zusammen oder sie beinhalten besondere Konzepte für Senioren.

Was gibt es für Wohnformen im Alter?

Die Wohnformen für ältere Generationen sind in Österreich sind sehr individuell – je nach Gesundheitszustand und sozialem Anschluss der Betroffenen:

  • Pflege durch Angehörige zu Hause (Häusliche Pflege)
  • 24h-Pflege durch ausländische Pflegekräfte
  • Wohnen mit externem Service
  • Wohnen gegen Hilfe
  • Wohnen im Mehrgenerationenhaus
  • Aktive und passive Pflege in der WG
  • Teilstationäre Einrichtungen (Tagespflege oder Nachtpflege)

Welche Wohnformen gibt es in Österreich?

In Österreich ist eine Reihe unterschiedlicher Wohnformen üblich. Diese lassen sich grob in vier Bereiche unterteilen:

Individuelles Wohnen

  • in den eigenen vier Wänden, (selbstständige Lebensführung)  
  • mobiles Wohnen (Wohnwagen, »mobil homes«) 

Gemeinschaftliches Wohnen

  • Wohnung (Wohngemeinschaften, Coliving, Pflegewohngruppen, inklusives Wohnen, integratives Wohnen) bzw. 
  • Wohnumfeld (Hausgemeinschaften, Wohnen für Hilfe, Cohousing, Wohnprojekte, Mehrgenerationenhäuser, Siedlungsgemeinschaften, Ökodörfer) 

Gemeinschaftliches Wohnen und Arbeiten

  • Coliving und Coworking kombiniert (Gründer, Freelancer, Digitale Nomaden, Startups, Coworkingspaces oder auch Atelier- und Künstlergemeinschaften) 

Institutionelles Wohnen

  • Alten- und Pflegeheim, Seniorenresidenz, Seniorenstift 
  • Wohnheime (für Studenten, Kinder, Inklusion, Reha) 
  • betreutes Wohnen, Service-Wohnen, Serviced Apartments 
  • Pflegewohngruppen (institutionell organisiert) 

Steigende Kreditkosten – Inflation zerstört den Traum vom Eigenheim

8. August 2023 by Wolfgang Walter

Was hat sich in Sachen Immobilienkredit geändert?

Die Anforderungen an Immobilieninteressenten sind deutlich größer geworden. Die Zinsen für Baufinanzierungen steigen, Lohn- und Materialkosten schnellen durch die Decke, die Haushaltsbudgets werden immer schmäler. Grund dafür ist die enorm hohe Inflation in Österreich und ganz Europa. Zudem schauen Banken bei Immobilienfinanzierungen mittlerweile genauer hin – bevor sie das begehrte Darlehen gewähren.

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Inhaltsverzeichnis

Viele Kreditanfragen nicht mehr bewilligt
Baukosten und Eigenkapital
Kreditkosten
Forward-Darlehen
Fazit & Video
Häufige Fragen

Hintergrundwissen zum Thema steigende Kreditkosten

Günstige Kreditzinsen, schnelle Finanzierungen, Haus und Wohnung zum kleinen Budget – das war einmal. Der Traum vom Eigenheim rückt für viele Konsumenten in Österreich in immer weitere Ferne. Dies liegt nicht nur an den immens gestiegenen Bauzinsen, oder an den zunehmend hohen Baukosten. Auch die hohe Inflation von rund zehn Prozent bringt Privathaushalte in finanzielle Bedrängnis und die Vergabe von Immobilienkrediten gerät zunehmend ins Stocken.

Hohe Inflation – viele Kreditanfragen können nicht mehr bewilligt werden

Banken und Kreditvermittler in Österreich schauen inzwischen genauer hin, wer einen Immobilienkredit beantragt und was er dafür mitbringt. Durch die hohe Inflationsrate, getrieben insbesondere von hohen Energiepreisen, mussten die Geldhäuser ihre Mindestanforderungen an Lebensunterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten im Rahmen der Bonitätsbetrachtung deutlich nach oben korrigieren. Neben den gestiegenen Zinsen spielen die Kosten eine immer wichtigere Rolle. Bei der Frage, wie viel freies Einkommen potenzielle Käufer haben und wie kreditwürdig sie sind, fallen immer mehr Interessenten durch das Raster. Die Folge: Längst nicht jeder Finanzierungswunsch kann erfüllt werden – und für immer mehr Häuslebauer bleiben die eigenen vier Wände ein Wunschtraum.

Hohe Baukosten – Käufer bringen mehr Eigenkapital mit

Potenzielle Käufer steuern auch wegen des Zinsanstiegs immer mehr Eigenkapital zu Finanzierung bei und entscheiden sich für eine längere Zinsbindung. So brachten laut Kreditvermittler Interhyp Immobilieninteressenten in den ersten sechs Monaten 2022 durchschnittlich rund 160.000 Euro an Eigenkapital mit. Zudem wählten Kunden angesichts des raueren Marktumfelds im Schnitt mit 14 Jahren deutlich längere Kreditlaufzeiten als früher. Die immens gestiegenen Grundstücks- und Baukosten machen diesen Vorteil aber in vielen Fällen wieder zunichte. Die Folge: Finanzierungslücken wachsen, das Monatsbudget reicht trotz vielfältiger Anstrengungen nicht immer für einen seriösen Baukredit.

Steigende Kreditkosten – Bauzinsen ziehen weiter an

Seit Mitte 2022 steigen die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen wieder an. Im Jahresverlauf 2022 haben sich diese sogar verdreifacht und markieren aktuell neue Höchststände von drei Prozent und mehr. Dass die Banken hier zuletzt restriktiver bei der Kreditvergabe agierten, in kein Wunder. Immer weniger Konsumenten können es sich leisten, sehr hohe Finanzierungssummen aufzunehmen. Experten zufolge wird sich der Kundenkreis bei Baufinanzierung – zumindest mittelfristig – weiter verringern. Nur ein gezielter Zinsvergleich kann hier eine Entlastung um das ein oder andere Zehntel Prozent im Haushaltsbudget schaffen.

Forward-Darlehen – Zinsrisiko bei laufenden Finanzierungen vermeiden

Steigende Kreditkosten und hohe Inflation sind nicht nur Immobilieninteressenten ein heißes Thema. Auch wer aktuell eine Immobilie abbezahlt, sollte gewappnet sein. Allen Prognosen nach werden 2023 die Kreditzinsen für Immobilien weiter steigen. Um zukünftige Zinsrisiken – zumindest weitgehend – einzudämmen, sollten Häuslebauer bereits jetzt ihre Zinsen für die Zukunft absichern – per Forward-Darlehen.

Hiermit lassen sich die aktuellen Zinsen – je nach Bank für 12 Monate oder länger – bereits jetzt für die weitere Anschlussfinanzierung sicherstellen. Dies zu einem moderaten Preisaufschlag, der je nach Anbieter bei 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte liegt. Auch hier lohnt sich ein genauer Vergleich über unsere Experten.

Fazit – der Traum vom Eigenheim ist schwieriger geworden

Die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Energiekrise setzen Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich zunehmend unter finanziellen Druck. Die historisch hohe Inflationsrate belastet die Haushaltsbudgets der Menschen. Viele können nur begrenzt Geld zur Baufinanzierung zurücklegen, so manche können bereits jetzt ihre bereits abgeschlossenen Immobilienkredite nicht mehr bedienen.

In beiden Fällen ist der Traum vom Eigenheim rasch ausgeträumt – wenn die Bank das nötige Baudarlehen nicht gewährt oder die finanzierte Immobilie im schlimmsten Fall versteigert werden muss.

Für Immobilienexperten deutet sich schon jetzt eine Trendwende an. Lieber einen Baukredit abbezahlen, anstatt hohe Mietkosten zu stemmen – diese Rechnung geht für immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich auf. Gerade dann, wenn Kredite- und Nebenkosten genauso hoch oder höher ausfallen als monatliche Miete oder jährlicher Abschlag. Steigende Kreditkosten und hohe Inflation zerstört für viele Österreicherinnen und Österreicher den Traum vom Eigenheim.

Video: Steigende Zinsen – platzt der Traum vom Eigenheim?

https://youtube.com/watch?v=zDNDqaun8BU

Quelle: BR24 / YouTube

FAQ Steigende Kreditkosten

Wieso steigen Immobilienkredite?

Nicht nur Energie, Konsumentengüter und Co.  werden derzeit teurer, auch Immobilienkredite. Das liegt unter anderem an der veränderten Nachfrage am Geldmarkt. Ein Rekord jagt den nächsten – und zwar nicht im positiven Sinne: Die Bauzinsen steigen, mittlerweile liegen sie im Schnitt bei rund vier Prozent.

Was passiert mit meinem Hauskredit bei einer Inflation?

Käufer, die einen Immobilienkredit aufgenommen haben, profitieren von den Inflationseffekten, da der reale Wert der Schulden sinkt. Wie hoch diese positiven Auswirkungen sind, hängt von mehreren Einflussgrößen ab. Ein wesentlicher Faktor für den Zusammenhang zwischen Inflation und Immobilienkrediten sind die Zinsen.

Werden die Bauzinsen 2024 weiter steigen?

Die Zinsen für Baufinanzierungen sind im Jahr 2022 sehr rasch gestiegen: Mit einem Plus von rund 2,5 bis 3,0 Prozentpunkten kosten Darlehen aktuell ungefähr mehr als viermal so viel als zu Beginn des Jahres. Zuletzt haben sich Immobilienkredite um rund 0,5 Prozentpunkte verteuert.

Wann gehen die Preise für Immobilienpreise wieder runter?

Führende Banken in Österreich und Deutschland gehen davon aus, dass 2024 die Preise für Immobilien mit hoher Wahrscheinlichkeit sinken werden. Diese Phase soll für rund drei Jahre anhalten. Man erwartet hier einen Rückgang der Immobilienkaufpreise um durchschnittlich fünf Prozent.

Wie kann ich mir jetzt noch niedrige Bauzinsen sichern?

Niedrige Bauzinsen lassen sich unter anderem mit folgenden drei Möglichkeiten sichern:

  1. Annuitätendarlehen mit langer Laufzeit.
  2. Kombi-Kredite der Bausparkassen.
  3. Flexibler Bausparvertrag mit Fix-Zins.

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Schweizer-Franken-Kredit

26. Juli 2021 by Wolfgang Walter

Wie funktioniert ein Schweizer Franken Kredit?

Beim Schweizer Franken Kredit schließen Sie einen Fremdwährungskredit mit einer bestimmen Laufzeit und einem vereinbarten Auszahlungsbetrag ab – beispielsweise 100.000 Euro für 20 Jahre. Die Summe wird zu Vertragsbeginn zum Schweizer Franken-Kurs umgerechnet: aktuell 1 Euro = 1,10 Schweizer Franken. Das ergibt einen Kreditbetrag von 110.000 CHF.

Inhaltsverzeichnis

Schweizer-Franken-Kredit in Österreich
Schweizer-Franken-Kredit 2021
Prognose
Schweizer-Franken-Kredit & Corona
Fazit 
Videos: Vor- und Nachteile

Hintergrundwissen zum Thema Schweizer-Franken-Kredit

In Sachen Fremdwährungskredite waren wir Österreicher vor vielen Jahren weit vorne. Konsumenten, die bis dato mit Sparbuch und Bausparen Kontakt hatten, gingen auf einmal das Dreifach-Risiko Zins, Wechselkurs und Kurs-Tilgungsträger) ein, um sich den Traum vom Eigenheim zu finanzieren. Der vermeintlich schlaue Zug wurde durch die Finanzkrise und die Wechselkursverhältnisse des Euro zu Fremdwährungen rasch zum Bumerang.

Schweizer-Franken-Kredit in Österreich

Besonders beliebt waren Schweizer-Franken-Kredite. Sie wurden ab Mitte der Neunziger Jahre von vielen österreichischen Kreditinstituten an Privatkunden vergeben. Für Kreditnehmer gab es durch diese stabile Kreditwährung nicht nur Kursrisiken, sondern auch gute Chancen.

Franken als stabile Währung: Der Kurs des Schweizer Franken hat in allen Jahren gegenüber dem Euro etwas geschwankt, bis 2008 aber relativ überschaubar. Seit der Finanzkrise 2008 und den Unsicherheiten an den weltweiten Finanzmärkten hat der Kurs des Schweizer Franken laufend zugelegt. Der Franken entpuppte sich als sicheren Hafen, was den Kurs gegenüber dem Euro nach oben trieb.

Problem der Tilgungsträger: Dann kam das Problem der unterirdisch performenden Tilgungsträger, die dazu dienen sollten, anzusparen und für hohe Erlöse zu sorgen. Die Kursbewegungen in Kombination mit einer mäßigen Entwicklung der Tilgungsträger und bei Abschluss vor 2008 enttäuschenden Performance führten dazu, dass zahlreiche Kunden nach zehn, 15 oder 20 Jahren eigentlich mit einem Euro-Kredit besser dran gewesen wären.

Vermeintlich niedriger Zinssatz: Auch der Vorteil eines niedrigeren Kreditzinses ist nicht so aufgegangen wie viele Häuslebauer gedacht hatten. In den letzten Jahren ist der Kreditzins in Euro historisch niedrig, die Zinsdifferenz zum Schweizer Franken spielt kaum mehr eine Rolle.

Schweizer-Franken-Kredit 2021

Wie sieht die Lage 2021 aus? Der Schweizer-Franken-Kredit ist nach wie vor von großer Bedeutung. Viele Kreditnehmer in Österreich zahlen ihren Fremdwährungskredit brav zurück, obwohl die Kreditbelastung kaum weniger wird. Ausgewiesene Kreditexperten und Bankberater halten sich mit Ratschlägen oder Prognosen zurück. Zumindest zu Jahresbeginn konnten sicherheitsorientierte Kreditnehmer die leichte Abwertung des Franken gegenüber dem Euro zum Ausstieg – die Konvertierung ihres Kredits in Euro – nutzen.

Zinsen beim Schweizer-Franken-Kredit: Schweizer-Franken-Kredite waren seit jeher zinsgünstig. Bis zum Jahr 2007 lag der Zinsunterschied zum Euro bei variabel verzinsten Darlehen durchschnittlich bei eins bis 1,5 Prozent. Erst die Finanzkrise 2008 brachte die Wende, aktuell liegt der Zinsvorteil Schweizer-Franken-Kredite gerade mal bei mickrigen 0,2 Prozentpunkten.

Schweizer-Franken-Kredit in Euro konvertieren? Dies wirft die Frage auf: Lohnt sich ein Wechsel von Schweizer Franken auf Euro in Sachen Hauskredit? Eine schwierige Frage, denn in den meisten Fällen dürften österreichische Schweizer-Franken-Kreditnehmer einen Verlust verbuchen. Interessant sein könnte ein Stufenplan, eine schrittweise Umstellung bestehender Fremdwährungskredite auf Euro. Sie reduzieren damit Ihre weiteren Risiken und gehen Schritt für Schritt in die sichere Heimatwährung über.

Schweizer-Franken-Kredit – aussteigen oder nicht? Diese Option haben viele Kreditnehmer aktuell im Auge. Beträgt die Restlaufzeit Ihres Kredites noch wenige Jahre und verfügen Sie über ausreichende Bonität für einen Anschlusskredit, sollten Sie abwarten, wie die Situation am Ende der Kreditlaufzeit aussieht.
Läuft Ihr Kredit noch mindestens 10 Jahre und verfügen über ausreichende Bonität, ist ein Wechsel auf ein Euro-Kreditmodell in der aktuellen Situation eine überlegenswerte Alternative. Bei einer Konvertierung des Kredites in Euro sollten Sie aber beachten, dass durch das endfällige Kreditmodell Ihre monatlichen des Schweizer-Franken-Kredits Ihre monatlichen Belastungen dann in der Regel höher ausfallen. Leider ist aber die angesparte Summe in vielen Fällen geringer als ursprünglich angenommen. Mit einer Umstellung auf einen langfristigen Fix-Zinssatz können sämtliche Risiken ausgeschlossen werden.

Schweizer-Franken-Kredit – eine Prognose

Wie sieht die Entwicklung in Sachen Schweizer-Franken-Kredit künftig aus? Eine schwierige Frage! Die Kursentwicklung des Schweizer Franken ist politisch gesteuert, aktuell sehen wir massive Interventionen der Schweizer Nationalbank (SNB): Die Devisenanlagen der SNB sind 2020 von 781,4 auf 910,0 Milliarden Franken gestiegen. Das Euro-Volumen stieg im selben Zeitraum von 304 auf rund 341 Milliarden Euro. Dies ist enorm im Vergleich zu früheren Jahren!

Entwicklung bis 2022: Weiteres Augenmerk gilt den aktuellen Inflationsdifferenzen zwischen der Schweiz und den USA bzw. dem Euroraum. Nach Daten von EuroStat bzw. Global-Rates ist der Franken nach wie vor eine klassische Aufwertungswährung. Schweizer-Franken-Kreditnehmer müssen derzeit zumindest von einem Niveau CHF/EUR von 0,90 mit einer Aufwertung auf 0,94 Euro pro Franken rechnen.
Weiters kann ein Stopp der Interventionen am Devisenmarkt rasch zu einer markanten Aufwertung des Franken führen. Auch geopolitische Faktoren – beispielsweise durch den Handlungsdruck Chinas oder den Iran-USA-Konflikt via Syrien – könnten eine weitere Flucht in Schweizer Franken samt Kursanstieg auslösen.

Endfällige Kredite bis 2022: Endfällige Schweizer-Franken-Kredite durch separat angesparte Tilgungsträger abbezahlen – dieses Modell geht bekannterweise seit längerem nicht auf. Ein starker Schweizer-Franken gegenüber dem Euro und der damit verbundene Kursverlust – dies macht Häuslebauer einen Strich durch die Kostenrechnung. Endfällige Schweizer-Franken-Kredite sind in Zukunft ein Verlustgeschäft!

Schweizer-Franken-Kredit und Corona

Die andauernde Corona-Krise macht den Fremdwährungskrediten zusätzlich zu schaffen. Der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken ist gestiegen, die SNB musste – ähnlich der Europäischen Zentralbank (EZB) mit dem EURO – die Rolle des Krisenmanagers übernehmen, um ungezügelte Aufwertungen abzuwenden.

Vor allem zu Beginn der COVID-19-Krise im ersten Halbjahr 2020 wertete der Schweizer Franken zum Euro auf, ehe eine leichte Konsolidierung zum Jahreswechsel 2020 / 2021 folgte. Dies kann sich – je nach weiterem Verlauf der Pandemielage – jederzeit ändern. Aktuell liegen EURO und Schweizer Franken im Verhältnis 1:1,10. Die Benchmark, die Konsumenten mit einem Schweizer-Franken-Kreditmeist im Auge behalten sollten.

Fazit Schweizer-Franken-Kredit in Österreich

Lohnte sich mein Kredit in Schweizer Franken beim Hausbau oder Wohnungskauf? Diese Frage haben sich vermutlich schon viele Konsumenten in Österreich gestellt. Eine knappe Antwort könnte lauten: in den allermeisten Fällen nicht! Derzeit vergeben keine Banken mehr in Österreich einen Schweizer-Franken-Kredit an Konsumenten mit Euro-Einkommen.

Frühe Schweizer-Franken-Kredite: Kreditnehmer, die Einstiegskurse von 1,50 Schweizer Franken zum Euro hatten und schon 15 Jahre oder länger in der Fremdwährung sind, erleiden bei einem heutigen Ausstieg in Euro hohe Kursverluste. Nur zu einem Teil wird dies durch eine langjährige günstigere Verzinsung im Vergleich zu Euro-Krediten kompensiert.

Kredite in den Jahren 2005 bis 2008: Wer seinerzeit mit Schweizer-Franken-Kredit finanziert hat, zog die allergrößte Niete. Rückblickend war der Einstieg aufgrund einer Zinsdifferenz von fast zwei Prozent nachvollziehbar. Kreditnehmern machte aber der Einstiegskurs des Schweizer Franken zum Euro mit bis zu 1,60 nahezu alle Zinsgewinne zunichte.

Aktueller Kreditwechsel: Wer aktuell über eine Konvertierung seines Schweizer-Franken-Kredites nachdenkt, sollte dies mit einem Kreditexperten durchrechnen. Entscheidend ist, das passende Euro-Kreditmodell zu wählen und den neuen Kredit optimal zu verhandeln.

Wann lohnt sich ein Fremdwährungsdarlehen und welche Risiken muss man beachten?

https://youtube.com/watch?v=5MPJImww4kc

 

Quelle: Hausfrage.de / YouTube

Grundproblematik Fremdwährungskredite

Quelle: VERBRAUCHERRECHT Verein für Konsumenteninformation / YouTube

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Restschuldversicherung Österreich

Macht eine Kreditversicherung Sinn?

Eine Kreditversicherung als Restkredit-Versicherung (RKV) bzw. Restschuld-Versicherung (RSV) kann durchaus sinnvoll  ein. Besonders bei hohen Kreditsummen wie beispielsweise bei einer Immobilienfinanzierung mit einer  langen Laufzeit ist eine Kreditversicherung empfehlenswert. Beim klassischen Ratenkredit hingegen sollten Konsumenten Kosten und Nutzen abwägen. Da ein RKV-Abschluss bei Banken vielfach obligatorisch (verpflichtend) ist, gilt: Konditionen vergleichen!

Bausparen, Versicherungen und mehr können Sie bei unserem Partner Durchblicker vergleichen:

Inhaltsverzeichnis

Versicherungen bei Krediten
Wie funktioniert eine RKV-Polizze?
Restschuldversicherungen in der Kritik
Kosten und Leistungen
Kreditversicherung und Effektivzins
RKV-Abschluss widerrufen – vorab erkunden
Doppelversicherung vermeiden
Private Kreditversicherer
So gehen Sie vor
Fazit

FAQ

Was ist eine RKV-Polizze?
Wie funktioniert eine Restschuldversicherung?
Was deckt eine Restkreditversicherung ab?
Wann zahlt eine Kreditversicherung?
Wann zahlt Restschuldversicherung nicht?
Wie hoch ist die Restkreditversicherung?
Was kostet eine Versicherung für einen Kredit?
Kann man im Nachhinein eine Kreditversicherung abschließen?
Kann ich meine Kreditversicherung kündigen?
Wird eine Restkreditversicherung zurückgezahlt?
Was passiert mit der RKV bei einer Umschuldung?
Ist eine Kreditversicherung in Österreich Pflicht?
Wann tritt eine Restschuldversicherung ein?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Muss die Bank die Kosten im effektiven Jahreszins einrechnen?

Versicherungen bei Krediten in Österreich

Wer in Österreich einen Kredit aufnimmt, der wird rasch mit dem Thema Restkreditversicherung (RKV), Ratenschutzversicherung oder Kredit-Lebensversicherung konfrontiert. Alle Banken und Vermittler bieten einen solchen Ratenschutz für Kredite und Darlehen, der Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer bzw. deren Hinterbliebenen eine zusätzliche Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Ableben und für den Fall des Todes bietet.

In vielen Fällen sinnvoll: Ein solcher Kreditschutz kann durchaus sinnvoll sein und ist in manchen Fällen sogar dringend geboten: Beispielsweise bei langfristigen Hauskrediten mit hohen Summen und entsprechenden Risiken bei der Finanzierung. Oder für junge Familien, deren Lebensplanung noch in den Anfängen steht und deren finanzielle Verhältnisse über Jahre oder Jahrzehnte hinweg keinesfalls als sicher gelten.

Nicht automatisch abschließen: Perse sollten kreditsuchende Konsumenten einen RKV-Abschluss für ihr Darlehen nicht wählen. Die meisten Banken bieten solche Versicherungen optional an, vereinzelt ist ein RKV-Abschluss obligatorisch. Es gilt vorderst das persönliche finanzielle Risiko zu erkunden sowie Vor- und Nachteile abzuwägen.

Immer vergleichen: Offerten von Banken mit denen privater Versicherungsunternehmen vergleichen. Lassen Sie sich ruhig mehrere Angebote machen – je nach Kreditsumme, Laufzeit, Risikoabdeckung und Finanzierungsanliegen gibt es große Unterschiede.

Ratenkredite mit und ohne RSV

Baufinanzierung mit und ohne RSV

Wie funktioniert eine RKV-Polizze?

Mit einer Kreditversicherung – als Restkreditversicherung (RKV), Restschuldversicherung oder Kredit-Lebensversicherung bezeichnet -, können sich Kreditnehmer und ihre Familie bei möglichen Zahlungsausfällen für den laufenden Kredit absichern. Sie springt beispielsweise dann ein, wenn die Kreditnehmerin und der Kreditnehmer vor Ende der Kreditlaufzeit verstirbt und zahlt die Restschuld ab.

Unterschiedliche Risikofaktoren: Konsumenten können ihre Kreditversicherung für bestimmte Risikofaktoren abschließen oder ein Komplettpaket abschließen. Eine Kreditversicherung leistet dann Zahlungen, wenn ein Kreditnehmer aus unverschuldeten Gründen nicht mehr in der Lage ist, seine monatlichen Raten zu tilgen. Dies kann – beispielsweise bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit–, über eine gewisse Zeit hinweg geschehen. Oder – im Fall von kompletter Invalidität durch Unfallfolgen und bei Ableben – bis zum vertraglich vereinbarten Ende der Kreditlaufzeit. Kreditnehmern werden komplette Restpauschalen oder Fixsummen angeboten.

Prämie für die Sicherheit: Natürlich gibt es eine solche Kreditversicherung nicht umsonst, sondern es wird eine RKV Versicherungsprämie fällig. Kreditnehmer entrichten die Versicherungsprämie samt Vermittlungskosten als Einmalbetrag sofort bei Vertragsbeginn. Das erhöht die Kreditsumme und belastet die monatliche Kreditrate zusätzlich – der Kredit verteuert sich also quasi. Je nach Umfang der Restschuldversicherung, dem abgeschlossenen Kreditrahmen und dem Risikoprofil des Kreditnehmers selbst, fallen die Kosten höchst unterschiedlich aus. In der Praxis sind Preisaufschläge von mehreren Prozent der Kreditsumme keine Seltenheit.

Ratenschutz bei Ratenkredit: Die Idee, die Darlehensraten mit einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Co abzusichern, erscheint auf den ersten Blick sinnvoll, bei kleineren Ratenkrediten ist eine Restschuldversicherung überflüssig und unnötig teuer. Auch wenn Banken anderes suggerieren: Der Abschluss einer Kreditversicherung ist nicht zwingend an die Aufnahme eines Kredits gebunden.

Versicherung bei Baufinanzierung: Anders als bei Konsumentenkrediten ist es bei Baufinanzierungen durchaus sinnvoll, die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern. Es geht darum, die Hinterbliebenen abzusichern, falls Darlehensnehmerin oder Darlehensnehmer versterben, bevor der Baukredit abbezahlt ist. Dazu lässt sich eine Ablebensversicherung oder Risikolebensversicherung abschließen. Die Versicherungssumme kann in diesem Fall gleichbleibend über die gesamte Laufzeit sein, oder sie kann parallel zur Restschuld fallen. Weiters sollten Sie bei einer Immobilienfinanzierung eine Berufsunfähigkeitspolizze haben, diese sichert das Risiko einer längerfristigen Krankheit ab.

Restschuldversicherungen bei Krediten in der Kritik

Für den Kreditgeber hat eine Kreditversicherung gleich mehrere Vorteile: Zum einen erhält er für den Abschluss der Polizze eine Provision. Weiters sinkt durch die entsprechende Absicherung das Ausfallrisiko des Kredits – bei gleichem Zinssatz also ein gutes Geschäft für die Bank. Für Konsumenten sind damit in aller Regel Nachteile verbunden.

Produkte hoch umstritten: So sind Restschuldversicherungen oder Restkreditversicherungen höchst umstrittene Finanzprodukte. Allen voran in Großbritannien und bei den Nachbarn in Deutschland stehen solche Versicherungspolizzen schon lange in der Kritik. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mahnt  aufgrund mangelnder Standardisierung solcher Verträge zur Vorsicht. Kritik gibt es ebenso seitens der Arbeiterkammer Wien und von Verbraucherschützern in Österreich. Nach zahlreichen Beschwerden und Urteilen konnten viele Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer sogar ihre Prämien für bestehende Verträge zurückverlangen.

Mehr Information per EU-Richtlinie: Für Entspannung sorgte die Umsetzung der europäischen Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) 2018. Versicherungen wurden nicht grundsätzlich verboten, Banken müssen seit dem 23. Februar 2018 über Restschuldversicherungen aber konkreter informieren. Versicherungsnehmer erhalten nunmehr bei Kreditversicherungspolizzen eine Woche nach Vertragsabschluss eine erneute Widerrufsbelehrung sowie standardmäßig ein ausführliches Produktinformationsblatt.

Ratenkredite mit und ohne RSV

Baufinanzierung mit und ohne RSV

Kosten und Leistungen einer Kreditversicherung

So plausibel eine zusätzliche Kreditversicherung vielen Kreditnehmerinnen und Kreditnehmern erscheinen mag: Die Polizzen sind in der Regel zu teuer – die Kosten lassen sich nicht pauschal erkunden.

Hohe Prämien: Es gibt weder feste Prozentsätze noch Formeln, anhand derer Konsumenten berechnen könnten, wie teuer oder günstig die Besicherung ihres Darlehens tatsächlich wird. Vielen Banken und Versicherern zufolge kommt es auf den Einzelfall an. Deshalb sollten Kreditnehmer stets konkret nachfragen und für ihren Beispielfall ein ausführliches Angebot einholen.

Leistungen und Ausschlüsse: Weiters gilt: Für Kreditnehmer sind die Leistungen der Kreditversicherungen bei Zahlungsausfall überschaubar. Anbieter von Polizzen zahlen häufig für einen begrenzten Zeitraum und haben umfangreiche Ausschlusskriterien – mit der Folge, dass Konsumenten leer ausgehen können. So sind häufige typische Ausschlusskriterien beispielsweise:

  • Bei Arbeitslosigkeit sind die ersten zwölf Monate abgedeckt oder es wird erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten sowie zusätzlich einer Karenzzeit von drei Monaten gezahlt.
  • Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung nicht, falls ein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen ist oder ein Leiharbeitsverhältnis besteht.
  • Bei Arbeitsunfähigkeit zahlt die Versicherung nicht, falls sie durch bestimmte im Vertrag aufgezählte Krankheiten verursacht wurde.

Wichtig: Nicht alle Ausschlussklauseln in Kreditversicherungen sind rechtens. Entscheidend in RKV-Polizzen ist Transparenz aller Versicherungsbedingungen für den Laien. Konsumenten sollten diese erkunden und im Zweifel vor Vertragsabschluss Rat von unabhängigen Versicherungsexperten einholen.

Kreditversicherung und Effektivzins – meist nicht inkludiert

Viele Konsumenten haben bisweilen den Eindruck, sie bekommen ohne Versicherung keinen Kredit. Das ist in aller Regel nicht so – denn Restkreditversicherungen sind in Österreich nicht per se verpflichtend. Die Praxis zeigt: Banken gewähren in Einzelfällen ein Darlehen nur bei gleichzeitigem Abschluss einer Kreditversicherung – vor allem bei Kreditnehmern mit schlechter Bonität. Bei zwingendem KRV-Abschluss muss eine Bank die Kosten der Polizze in den effektiven Jahreszins des Kredites mit einrechnen.

Polizze optional: In der Regel bieten Banken den Versicherungsschutz optional an, er ist also keine Voraussetzung dafür, dass ein Kreditkunde seinen Kredit erhält. Die Folge für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer: Die Versicherungskosten werden nicht im Effektivzins ausgewiesen.

Effektivzins steigt: Für Bankkunden ist es daher relativ schwer, sich ein Bild von den zusätzlichen Ausgaben einer Kreditversicherung zu machen. Denn sie finanzieren die Versicherung zusätzlich zum Kreditbetrag, so dass während der gesamten Laufzeit des Darlehens die Versicherungssumme mitverzinst wird. Rechnet man die Versicherungsausgaben in die Kreditkosten mit ein, treiben diese den Effektivzins des Ratenkredits deutlich in die Höhe – das verteuert den Kredit in der Regel erheblich.

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RKV-Abschluss widerrufen – vorab erkunden

Und wenn man seinen RKV-Abschluss nicht mehr möchte oder braucht? Falls Sie – aus Versehen oder Unkenntnis – eine Kreditversicherung abgeschlossen haben, können Sie Ihre Vertragserklärung widerrufen. Dazu haben Sie in der Regel bis zu 30 Tage ab Vertragsunterschrift Zeit und es gilt einiges zu beachten:

Unterschiedliche Fristen: Restkreditversicherungen sichern unterschiedliche Dinge ab: Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Todesfall. In Sachen Widerrufsfrist ist daher zu unterscheiden zwischen der Restschuldlebensversicherung – also Todesfallschutz – und der sonstigen Restschuldversicherung. Bei ersterer gilt eine Widerspruchsfrist von 30 Tagen, andernfalls sind 14 Tagen üblich. Ihre Polizze können Sie übrigens widerrufen, falls Sie im Rahmen eines Gruppenversicherungsvertrags versicherte Person und nicht Versicherungsnehmer sind.
Wichtig: Durch die europäische Richtlinie zum Versicherungsvertrieb (IDD) ist seit 2018 eine zusätzliche zweite gesetzliche Informationspflicht für Konsumenten festgeschrieben. Die Widerrufsfrist beginnt nicht, bevor Konsumenten dieses Dokument noch einmal bekommen haben.

Widerrufsbelehrungen fehlerhaft: Wie bei einer Baufinanzierung kann sich bei Ratenkrediten ein Widerruf lohnen. Beispielsweise lässt sich durch einen Widerruf erreichen, dass Sie statt eines überteuerten Zinssatzes einen marktüblichen Zins zahlen müssen und Prämien der Restschuldversicherung zumindest teilweise erstattet bekommen. Haben Sie den Kredit zusammen mit einer Restschuldversicherung abgeschlossen, handelt es sich rechtlich um ein verbundenes Geschäft. Die Widerrufsbelehrungen müssen unter anderem auf die Besonderheiten bei einem verbundenen Geschäft hinweisen.
Wichtig: Eine Vielzahl an Kreditverträgen mit Restschuldversicherung, die in Österreich vor Mitte 2010 geschlossen wurden, enthalten unzureichende Widerrufsbelehrungen. Obwohl die Widerrufsfrist abgelaufen ist, können Konsumenten den Darlehensvertrag widerrufen. Ein Widerruf kann Sie vom Restschuldversicherungsvertrag entbinden.

Rückabwicklung von Vertrag und Versicherungsprämie: Ein Widerruf wandelt den Darlehensvertrag in ein sogenanntes Rückabwicklungsverhältnis um. Läuft der Kreditvertrag noch, müssen Sie der Bank die Darlehenssumme zunächst innerhalb von 30 Tagen zurückzahlen – und zwar bei fehlerhafter Belehrung die Nettokreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung. Anteilige Beiträge zur Versicherung ab Widerruf muss Ihnen die Bank erstatten. Mitunter bekommen Kreditnehmer die gesamte gezahlte Versicherungsprämie erstattet – hierzu gibt es eine Reihe offener Rechtsverfahren.

Ratenschutzversicherung – Risiko einer Doppelversicherung vermeiden

Beim Thema Kreditversicherung sollten Konsumenten zudem folgendes beachten. Haben Sie als Kreditnehmerin oder Kreditnehmer eine Risikolebensversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, würden Sie sich mittels eines RKV-Abschlusses unnötig doppelt absichern und den Kredit unnötig verteuern.

Daher sollte man in diesem Fall – zumindest bei klassischen Ratenkrediten – keine zusätzliche Kreditversicherung abschließen. Weiters wichtig: Nicht immer benennen die Banken eine zusätzliche Restschuldversicherung beim Namen – bei diesem Produkt gibt es vielerlei Wortspiele.

Private Kreditversicherer in Österreich

Banken und Kreditvermittler bieten in aller Regel optional einen zusätzlichen Versicherungsschutz zu Ihren Krediten an. Diese arbeiten mit privaten Kreditversicherern zusammen, die ihre Dienstleistungen in Österreich anbieten. Zu den wichtigsten Versicherern gehören beispielsweise:

  • Acredia Versicherung AG
  • Coface Austria
  • Atradius Österreich
  • Garant Kreditversicherungs-Aktiengesellschaft
  • R+V Versicherung

So gehen Sie vor – Wichtiges rund um Ihre Kreditversicherung

  • Beim Abschluss eines Ratenkredits sollten Sie einen RKV-Abschluss prüfen. Um Hinterbliebene im Todesfall zu besichern, ist eine Risikolebensversicherung besser geeignet.
  • Haben Sie eine Kreditversicherung abgeschlossen, können Sie diese außerordentlich kündigen, wenn Sie den Kredit umschulden oder Ihr Darlehen vorzeitig zurückzahlen. Die Bank muss Ihnen den Einmalbetrag teilweise erstatten.
  • Sie können Ihre Kreditversicherung unter Umständen ordentlich kündigen, wenn Ihr Vertrag dies vorsieht. Der nicht verbrauchte Einmalbetrag wird dann ebenfalls dem Kreditkonto anteilig gutgeschrieben.
  • Schließlich können Sie Ihren Darlehensvertrag widerrufen, falls die zugehörige Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Lassen Sie den Vertrag vorderst von einem unabhängigen Experten überprüfen oder wenden Sie sich an einen öffentlichen Konsumentenschutzverein.

Fazit Kreditversicherung Österreich – besser genau hinsehen

Banken bieten Kreditnehmerinnen und Kreditnehmern in aller Regel eine Kreditversicherung als Zusatzprodukt zum Kredit an. Kann man seine Rate nicht mehr zahlen weil man seine Arbeit verloren hat, länger krank ist oder im schlimmsten Falle sogar verstirbt, soll die Versicherung einspringen und Versicherungsnehmer wie Hinterbliebene finanziell absichern. Dies ist eine feine Sache, hat jedoch seine Haken.

Eine Kreditversicherung pauschal zu verteufeln, das wäre grundfalsch. Konsumenten sollten sich den RKV-Abschluss in Sachen Kredit überlegen und Kosten wie Konditionen der Polizzen erkunden. Denn, kann eine Kreditversicherung bei der Lebensaufgabe Baufinanzierung durchaus für entspannten Schlaf sorgen, tritt bei kleineren Konsumkrediten des Alltags nicht selten das Gegenteil ein. Hohe Kosten und rasant steigende Effektivzinsen belasten das monatliche Budget zusätzlich, zahlreiche Ausschlussklauseln verhindern oder verzögern im Ernstfall die Leistung, und mitunter kommt es durch vorhandene Polizzen zur Arbeitsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung zu einer unnötigen Doppelversicherung.

Vor Abschluss einer Kreditversicherung gilt daher stets: Persönliche Risiken und finanzielle Notwendigkeit erkunden, Polizzen und deren Leistungen vergleichen sowie im Zweifelsfall besser von einem unabhängigen Experten Rat einholen.

Ratenkredite mit und ohne RSV

Baufinanzierung mit und ohne RSV

Was ist eine RKV-Polizze?

Eine Restkreditversicherung (RKV), Restschuldversicherung oder Kredit-Lebensversicherung ist eine zusätzliche Absicherung von Kreditnehmern bzw. deren Hinterbliebenen für den Fall des Todes, bei Krankheit oder infolge von Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit.

Wie funktioniert eine Restschuldversicherung?

Mit einer Restschuldversicherung (RSV) können sich Kreditnehmer und ihre Familie bei möglichen Zahlungsausfällen für einen laufenden Kredit oder eine Baufinanzierung absichern. Sie springt beispielsweise dann ein, wenn Kreditnehmerin oder Kreditnehmer vor Ende der Kreditlaufzeit arbeitsunfähig werden oder versterben und zahlt dann die fällige Restschuld ab.

Was deckt eine Restkreditversicherung ab?

Die Restkreditversicherung sichert den Kreditnehmer bzw. seine Angehörigen während der Kreditlaufzeit gegen bestimmte Risiken ab. Diese können – je nach Vertragsinhalt – beispielsweise Krankheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Todesfall umfassen. In der Praxis verzögern mitunter zahlreiche Ausschlussklauseln die Zahlungen oder verhindern Leistungen im Einzelfall sogar komplett.

Wann zahlt eine Kreditversicherung?

Man kann eine Kreditversicherung für bestimmte Risikofaktoren abschließen oder einen Komplettschutz wählen. Eine Kreditversicherung leistet in der Regel dann Zahlungen, wenn Kreditnehmerin oder Kreditnehmer aus unverschuldeten Gründen nicht mehr in der Lage sind, die vereinbarten monatlichen Raten eines Ratenkredits oder einer Baufinanzierung zu tilgen.

Wann zahlt Restschuldversicherung nicht?

Eine Restschuldversicherung soll sicherstellen, dass ein laufender Kredit weiter abbezahlt werden kann, selbst wenn der Kreditnehmer erkrankt, arbeitslos wird oder verstirbt. In der Regel zahlt eine Restschuldversicherung dann nicht, wenn Kreditnehmer eigenverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten oder vertraglich festgelegene Leistungsausschlüsse vorliegen.

Wie hoch ist die Restkreditversicherung?

Es lässt sich generell sagen: Eine Restkreditversicherung erhöhen den Effektivzins – und damit die gesamten Kreditkosten – merklich. Je nach Kredit und Risikoabsicherung beträgt die Mehrbelastung teils 10 Prozent und mehr der Kreditsumme. Wer also beispielsweise Konsumdarlehen 20.000 Euro aufnimmt, muss mit bis zu 2.000 Euro und mehr für die Versicherung rechnen.

Was kostet eine Versicherung für einen Kredit?

Was eine Kreditversicherung tatsächlich kostet, ist pauschal schwer zu beantworten. Die Kosten für eine Restkreditversicherung sind in der Regel gestaffelt: Für einen Komplettschutz beispielsweise, fallen Kosten von mehreren tausend Euro an. Für einen Standardschutz bezahlen Kreditnehmer – je nach Kreditsumme, Kreditart und Laufzeit hingegen wenige hundert Euro.

Kann man im Nachhinein eine Kreditversicherung abschließen?

Zusätzliche Sicherheit während der Laufzeit kommt teuer. Eine Kreditversicherung nachträglich abschließen, das ist ohne zusätzlichen Aufpreis in der Regel kaum möglich. Viele Banken bieten dennoch die Option, auch nach Vertragsunterzeichnung und Auszahlung der Kreditsumme, noch eine RKV-Polizze zum Standardpreis abzuschließen.

Kann ich meine Kreditversicherung kündigen?

Wer mit seinem Darlehen eine Restschuldversicherung abgeschlossen hat, kann diese problemlos kündigen. Beispielsweise dann, wenn wenn der Kredit komplett getilgt wird – dann entfällt der Versicherungszweck für die Restschuldversicherung. Mit der Kündigung sollte die Versicherung gleichzeitig aufgefordert werden, die anteiligen Prämien zu erstatten. Gleiches gilt bei erfolgreichem Widerruf von Kreditverträgen infolge fehlerhafter Widerrufsbelehrungen.

Wird eine Restkreditversicherung zurückgezahlt?

Die Prämie einer Restkreditversicherung wird generell anteilig zum Verhältnis der bestehenden Restschuld im Kreditvertrag erstattet. Auch bei einer ordentlichen Kündigung muss die Versicherung einen Teil der Prämie zurückzahlen. Eine geleistete Abschlussprovision wird in aller Regel nicht zurückgezahlt.

Was passiert mit der RKV bei einer Umschuldung?

Bei einer Umschuldung wird ein bestehender Kredit durch ein neues Darlehen abgelöst – in der Regel um die Zinsen zu sparen. Sobald der alte Kredit getilgt ist, begleicht der Darlehensnehmer die Raten des neu abgeschlossenen Kredits. Damit wird die Kreditversicherung des alten Vertrages hinfällig, kann außerordentlich gekündigt werden und die Bank muss die noch ausstehenden Prämien der Polizze anteilig zurückerstatten.

Ist eine Kreditversicherung in Österreich Pflicht?

Rein rechtlich nein. In Österreich und in anderen europäischen Ländern besteht keine gesetzliche Pflicht, bei der Kreditvergabe eine Ratenschutzversicherung abzuschließen. Banken bieten solche Polizzen optional an. In der Praxis gilt eine Versicherung obligatorisch, falls die Bonität der Kreditnehmer schlecht ausfällt.

Ratenkredite mit und ohne RSV

Baufinanzierung mit und ohne RSV

Wann tritt eine Restschuldversicherung ein?

Mit einer Restschuldversicherung (RSV) oder Restkreditversicherung (RKV) können sich Kreditnehmer und ihre Familie bei möglichen Zahlungsausfällen für den laufenden Kredit absichern. Sie springt beispielsweise dann ein, wenn der Kreditnehmer vor Ende der Kreditlaufzeit verstirbt oder dauerhaft erkrankt und arbeitsunfähig wird – sie zahlt dann die Restschuld ab.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Versicherung greift?

Eine Ratenschutzversicherung springt nicht in jedem Fall ein. Beispielsweise muss

  • eine Arbeitslosigkeit unverschuldet sein: Wer längerfristig ohne Arbeit ist, weil er seinen Job gekündigt hat, muss trotz Versicherung selbst für seine Kreditraten aufkommen.
  • bei Vertragsschluss bekannte Erkrankungen offengelegt werden: Führen diese zu einer späteren Arbeitsunfähigkeit oder zum Tod des Kreditnehmers, zahlt die Restschuldversicherung nicht.
  • oder eine spezielle Frist eingehalten werden: Gerade bei Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit sehen viele Versicherer Warte- und Karenzzeiten vor. Oft vergehen nach Vertragsbeginn mehrere Wochen, ehe der Versicherungsschutz überhaupt greift.

Muss die Bank die Kosten im effektiven Jahreszins einrechnen?

Setzt die Bank eine Restkreditversicherung voraus, ist sie laut Preisangabenverordnung (PAngV) dazu verpflichtet, die Kosten in den effektiven Jahreszins einzurechnen. Anders bei einer freiwilligen Ratenschutzversicherung – hier muss das Kreditinstitut die Kosten nicht in den Effektivzins einrechnen. Wichtig: Baufinanzierungen sind von dieser Regelung ausgenommen, sie gelten per Gesetz nicht als Verbraucherdarlehen.

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