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10 Fehler bei der Baufinanzierung – und wie Sie diese vermeiden

Wie kann ich die Finanzierung meiner Immobilie optimal gestalten?

Zu kurze Zinsbindung, zu wenig Eigenkapital, unterschätzte Lebenshaltungskosten – Fehler bei der Baufinanzierung kosten Sie viele Tausend Euro. Im schlimmsten Fall kann sogar das Eigenheim komplett gefährdet sein. Wir zeigen Ihnen häufige Fallen und geben Ihnen 10 Tipps, wie Sie als Bauherr und Wohnungskäufer glücklich in die eigenen vier Wände einziehen.

Jetzt Ratenkredit oder Baufinanzierung vergleichen

Inhaltverzeichnis

Fehler 1 bis 10 (von den Bereitstellungszinsen bis zur Tilgung)
Video zum Artikel
Anfrageformular Baufinanzierung

FAQ

Wie hoch sind momentan die Bauzinsen in Österreich?
Was sind die häufigsten Fehlerquellen bei der Baufinanzierung?

Online-Anfrage für Zinsvergleich

Selbstverständlich finden Sie auf unserer Seite ein Anfrageformular, nach dessen Versand Sie durch die Baufinanzierungs-Experten unseres Partners Optifin kontaktiert werden. Diese liefern Ihnen dann einen umfangreichen Zinsvergleich aller relevanten, österreichischen Banken im Bereich Baufinanzierung.

Fehler 1: Falscher Finanzierungsplan durch fehlende Nebenkosten

So mancher Finanzierungsplan in Österreich ist schon von Anfang an löchrig, weil nicht alle mit dem Bau oder Kauf der Immobilien verbundenen Kosten darin enthalten sind.

Ein häufiger Grund: Mit dem reinen Kaufpreis bei Haus und Wohnung ist es längst nicht getan. Hinzu kommt die Grunderwerbsteuer von 3,50 Prozent des Kaufpreises. Mit rund 1,50 bis zwei Prozent schlagen weiters Notar- und Grundbuchkosten zu Buche. Hat ein Makler Ihre Immobile vermittelt, kommt die ortsübliche Provision ab rund 4,00 Prozent dazu. Diese Standardnebenkosten allein machen bis zu 10 Prozent und mehr des Kaufpreises aus.

Tipp: Inkludieren Sie weiters zusätzliche Kosten in Ihren Finanzplan. Beispielsweise für Renovierungen vor dem Einzug oder Möbel, die nicht in die neue Wohnung oder das neue Haus passen. Weiters kann der Umzug einige Tausend Euro kosten.

Fehler 2: Teure Nachfinanzierung aufgrund versteckter Baukosten

Als Bauherr müssen Sie besonders aufpassen, um die Kosten Ihrer Immobilie richtig einzuschätzen. Untersuchungen und Studien zufolge haben Bau- und Leistungsbeschreibungen in Österreich eklatante Mängel. Häufiges Problem: Im sogenannten Festpreis sind nicht alle Leistungen enthalten, die für die Fertigstellung nötig sind. Häufig fehlen die Kosten für die Erschließung des Baugrundes.

Weiters müssen viele Bauherren für das Einrichten der Baustelle, die Bodengutachten, für Hausanschlüsse, Baustrom und Außenanlagen extra bezahlen. Für Laien ist das im jeweiligen Bauvertrag schwer zu erkennen. Sind solche Ausgaben nicht im Kostenplan inkludiert, müssen Sie mit einer teuren Nachfinanzierung rechnen.

Tipp: Lassen Sie Ihren Bauvertrag vor Abschluss unbedingt von einem neutralen Experten prüfen. Bauherren- und Eigentümerverbände sowie der Konsumentenschutzverein leisten wertvolle Hilfe.

Fehler 3: Hohes Risiko bei zu geringem Eigenkapital

Das größte Problem vieler Baufinanzierungen in Österreich ist und bleibt das Eigenkapital. Mitunter reicht das Geld mancher Konsumenten nicht, um die Grunderwerbsteuer zu bezahlen. Auf Dauer ist dies ein riskantes Manöver für Häuslebauer.

Häufige Folge: Beim hohen Kredit ist die Monatsbelastung höher als die vergleichbare Mietwohnung. Weiters verlangen Banken von Kreditnehmern mit wenig Eigenkapital satte Zinsaufschläge. Für eine Vollfinanzierung des Kaufpreises erhöht sich der Zinssatz im Vergleich zu einer üblichen 80-Prozent-Finanzierung bis zu einem Prozentpunkt. Und es darf bei der Finanzierung nichts schiefgehen. Müssen Sie Haus oder Wohnung nach einigen Jahren unverhofft verkaufen, wird der Erlös vermutlich nicht zur Schuldtilgung reichen. Dann ist die Immobilie weg und der Schuldberg bleibt.

Tipp: Für eine solide Finanzierung sollten Sie sämtliche Nebenkosten samt zehn Prozent des Kaufpreises aus eigenen Mitteln bezahlen können. Je mehr Eigenkapital Sie einsetzen, desto besser. Behalten Sie sich weiters Sicherheitsreserve von zwei bis drei Nettomonatsgehältern.

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Fehler 4: Niedrige Tilgung verlockt zu überhöhten Kreditsummen

Niedrige Tilgung und lange Laufzeit bringen kleine Raten. Für viele Häuslebauer zugegeben verlockend. Viele Banken verlangen für Kredite eine Mindesttilgung von einem Prozent der Kreditsumme per Jahr. Die Monatsrate ist dann besonders niedrig – und verlockt dazu, hohe Kredite aufzunehmen. So können sich Durchschnittsverdiener die hohen Kauf­preise in den Großstädten leisten.

Aber: Mit einer Anfangstilgung von einem Prozent der Kreditsumme pro Jahr dauert es mehr als ein halbes Jahrhundert, bis Sie mit Ihrer Immobilie schuldenfrei ist. Wenn Sie als Kunde Glück haben und für den üblicherweise in zehn oder 15 Jahren nötigen Anschlusskredit keinen höheren Zinssatz zahlen müssen – prima.

Steigt der Zinssatz, droht der Ratenschock. Weil Sie Ihre Schulden im Schnecken-Tempo abgebaut haben, brauchen Sie als Kreditnehmer nach Jahren einen Anschlusskredit für eine hohe Restschuld. Das kann Ihre Monatsrate  rasch auf das Doppelte katapultieren. Für viele Konsumenten das Aus für ihr Eigenheim.

Tipp: Leisten Sie sich in der aktuellen Niedrigzinsphase möglichst eine Tilgung von drei bis fünf Prozent der Kreditsumme. Brauchen Sie die Immobilie zur Altersvorsorge, sollten Sie spätestens zu Rentenbeginn schuldenfrei sein. Viele Banken bieten Kunden zudem die Möglichkeit, die Monatsrate während der Zinsbindung zu ändern oder Sondertilgungen zu leisten.

Fehler 5: Hohes Zinsrisiko durch zu kurze Zinsbindung

Je kürzer die Zinsbindung, desto niedriger ist der Zinssatz. Das stimmt, denn Kreditnehmer zahlen für einen Kredit mit zehn Jahren Zinsbindung aktuell mitunter 0,5 Prozent weniger Zinsen im Jahr als beispielsweise für einen Kredit über 20 Jahren. Anfangs lässt sich damit sicher Geld sparen. Dennoch sollten Sie sich nicht darauf verlassen, dass Ihr Anschlusskredit in zehn Jahren noch zu den derzeit günstigen Zinsen zu bekommt ist.

Gefährlich ist weiters die Kombination aus kurzer Zinsbindung und niedriger Tilgung. Je weniger Schulden Sie als Kreditnehmer bis zum Ende der Zinsbindung tilgen, desto höher ist das Risiko höherer Zinsen und Raten in der Zukunft.

Tipp: Können Sie Ihre Schulden langsam abbauen, sollten Sie besser eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahre anstatt von 10 Jahren wählen. Lassen Sie sich für jedes Darlehensangebot ausrechnen, wie hoch Ihre Rate nach dem Ende der Zinsbindung ausfällt, falls der Zinssatz um ein oder zwei Prozent ansteigen würde.

Fehler 6: Starre Kreditraten durch fehlende Flexibilität

Viele Kreditangebote haben mitunter einen Haken: Als Kreditnehmer dürfen Sie die Rate während der Zinsbindung weder erhöhen noch senken. Weiters sind Sondertilgungen frühestens zehneinhalb nach einer gewissen Karenzzeit möglich.

Für viele Immobilieninteressenten sind solche Kredite ungeeignet. Gerade dann, wenn schon heute absehbar ist, dass die starre Anfangsrate nach wenigen Jahren nicht mehr passt – beispielsweise bei der Familienplanung junger Paare. Plötzliche Krankheit oder Arbeitsplatzverlust können rasch zum ernsthaften Problem werden.

Gleiches gilt natürlich für Selbstständige und Freischaffende mit schwankenden Einkünften. Gerade für sie ist es wichtig, ihre fixen Kreditverpflichtungen durch flexible Sonderzahlungen und Tilgungsraten jederzeit anpassen zu können.

Tipp: Erkunden Sie möglichst Kredite mit flexiblen Rückzahlungsmöglichkeiten. Jährliche Sondertilgungen bis zu fünf Prozent der Kreditsumme sind bei vielen Banken in Österreich heute ohne Aufschlag möglich. Gleiches gilt für Möglichkeiten, den Tilgungssatz zu senken oder zu erhöhen.

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Fehler 7: Teure Bauzeit durch hohe Bereitstellungszinsen

Viele Bauherren rufen ihren Kredit in Etappen ab – je nachdem, wann die Zahlungen an die Baufirmen fällig werden. Die Bank kassiert gleich zweimal von Ihnen: Auf die ausgezahlte Kreditsumme verlangt sie die vereinbarten Vertragszinsen. Zusätzlich nimmt sie Bereitstellungszinsen auf den Kreditanteil, den Sie als Kunde noch nicht abgerufen haben.

Dieser Zinssatz beträgt einheitlich drei Prozent im Jahr oder 0,25 Prozent pro Monat. Wie teuer Ihre Bauzeit wird, ist höchst unterschiedlich: Manche Banken berechnen die Zinsen schon ab dem zweiten oder dritten Monat nach der Kreditzusage. Andere erst nach sechs oder zwölf Monaten.

Tipp: Achten Sie beim Immobilienkredit Vergleich darauf, in welcher Höhe Banken Bereitstellungszinsen erheben. Versuchen Sie weiters eine möglichst lange Karenzzeit für Bereitstellungszinsen im Vertrag auszuhandeln.

Fehler 8: Staatliche Förderungen werden verschenkt

Der Staat unterstützt gerade für junge Familien und Bezieher geringerer Einkommen bei der Wohnraumfinanzierung. Wichtigstes Beispiel ist die Wohnbauförderung der Bundesländer per Zuschuss oder als Darlehen. Voraussetzungen und Konditionen sind hier unterschiedlich. Doch wer an die Fördertöpfe herankommt, spart viele Tausend Euro. Trotzdem bleiben Chancen ungenutzt. Viele Konsumenten kennen die Programme nicht oder glauben irrtümlich, sie kämen aufgrund ihres Einkommens gar nicht zum Zug. Weiters weisen Banken mitunter nicht auf die Förderung hin, da sie lieber ihre eigenen teureren Darlehen verkaufen.

Tipp: Anträge zur Wohnbauförderung können Sie online oder direkt bei den zuständigen Abteilungen der Landesregierungen bzw. in Wien bei der MA 50 stellen. Wichtige Voraussetzungen sind Einkommensnachweise, Darlehenszusage, Baubewilligung, Grundbucheintragung und Baupläne – sowie Unterlagen wie Energienachweise oder Finanzierungspläne.

Fehler 9: Überhöhte Zinsen durch fehlenden Kreditvergleich

Kleine Zinsunterschiede haben eine große Wirkung. Am meisten Geld verschenken Bauherren und Kreditnehmer in Österreich, wenn sie bei der Finanzierung auf ihre Hausbank vertrauen und keine Angebote anderer Banken erkunden.

Ein Baufinanzierungsvergleich lohnt sich für Sie. Denn selbst scheinbar kleine Zinsunterschiede summieren sich bei hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten zu enormen Beträgen. Beispielsweise bringen schon halbes Prozent an Zinsen bei einem 200 000-Euro-Kredit mit 20 Jahren Zinsbindung eine Ersparnis von mehr rund 20.000 Euro.

Tipp: Erkunden Sie die besten Zinsen für Ihre Immobilienfinanzierung ohne viel Aufwand. Per Baufinanzierung Vergleich haben Sie Zugriff auf die günstigsten Konditionen von Banken und Kreditvermittlern Konditionen in Österreich.

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Fehler 10: Eigenleistung wird häufig überschätzt

Wenn Sie selbst mit anpacken, können Sie beim Bau Ihres Hauses viel Geld sparen. Allerdings längst nicht so viel, wie manche Bauherren glauben. Viele überschätzen die mögliche Ersparnis, Aufwand und eigens Können. Im schlimmsten Fall scheitert der Traum vom Eigenheim schon vor dem Einzug, weil Häuslebauer die Arbeiten beim besten Willen nicht schaffen – und dann teure Hilfe vom Fachmann benötigt.

Studien zeigen: Um das Sparpotenzial von rund zehn Prozent voll auszuschöpfen, müssen Bauherren bei einem durchschnittlichen Haus von 140 Quadratmeter rund 450 Stunden auf der Baustelle schuften – neben einem Vollzeitjob kaum zu schaffen. Weiters sind Bodenbeläge und Fliesen verlegt, Dachschrägen dämmt und verkleidet oder Zimmertüren einsetzt nicht jedermanns Sache.

Tipp: Klären Sie vorher mit einem Bausachverständigen, welche Eigenleistungen realistisch und sinnvoll sind. Damit es im Nachhinein keinen Ärger gibt, müssen die Arbeiten weiters in den Bauablauf passen und im Bauvertrag detailliert festgelegt werden.

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Quelle: Kreditcoaching

Anfrageformular

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FAQ

Wie hoch sind derzeit die Bauzinsen in Österreich?

Die aktuellen Bauzinsen für eine typische Standardfinanzierung starten derzeit ab 3,50 %. Standardfinanzierung beim Immobilienkredit bedeutet, dass die Kreditsumme 80 Prozent des Immobilienwerts entspricht und die Zinsbindung zehn Jahre beträgt. Genügend Eigenkapital und geringe Beleihung sind entscheidend für günstige Bauzinsen.

Was sind die häufigsten Fehlerquellen bei der Baufinanzierung?

Der Hausbank vertrauen:

Bei der Baufinanzierung verlassen sich Käufer und Bauherren noch am liebsten auf ihre Hausbank – und lassen viel Geld liegen. Im Durchschnitt zahlen Kunden in Österreich 3,50 Prozent pro Jahr für Annuitätendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit. Bei den Top-Anbietern gibt es Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung ab 0,05 Prozent pro Jahr. Das macht schnell mehrere Zehntausend € Unterschied. Kosten unterschätzen Finanzierungspläne sind zum Scheitern verurteilt, weil sie nicht alle Kosten berücksichtigen. Neben dem Kaufpreis kommen Gebühren für Notar und Makler, Grunderwerbssteuer sowie Kosten für den Grundbucheintrag obendrauf. Bis zu 12 Prozent des Kaufpreises. Weiters sollten Kreditnehmer 10 % Puffer einplanen.

Tilgung zu niedrig:

Die beliebteste Form der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen, bei der die Monatsrate aus Tilgung und Zinsen über die gesamte Laufzeit gleichbleibt. Dank niedrigem Zinsniveau verlangen Banken geringe Kreditraten. Die Krux: Bei niedrigen monatlichen Raten dauert die Tilgung lange – Kreditnehmer sollten mit einer hohen anfänglichen Tilgung gegensteuern. Tipp: so viel tilgen wie möglich – mindestens zwei Prozent.

Zinsbindung zu kurz:

Eine kurze Zinsbindung mag attraktiv scheinen, schließlich sinkt der Zinssatz für das Darlehen zahlt. Das funktioniert nur, wenn Kreditnehmer das Darlehen innerhalb der Frist vollständig abzahlen – oder die Zinsen niedrig bleiben. Steigt der Zins nach Ablauf der Frist, kann es teuer werden. Experten raten Kreditnehmern, sich günstige Konditionen so lange wie möglich zu sichern.

Keine oder falsche Absicherung:

„Stirbt der Hauptverdiener oder fällt dieser aus, fehlt die Absicherung einer Baufinanzierung meist gänzlich. Tragisch für die Familie, nicht selten kann sie die Immobilie nicht halten. Eine Absicherung ist problemlos und muss nicht kostspielig sein. Statt einer klassischen Ablebensversicherung ist die Risiko-Lebensversicherung viel preiswerter und genügt in der Regel vollkommen.“

Wie lange sollte man eine Immobilie finanzieren?

Mit dem Kauf einer Immobilie entsteht eine langfristige Verpflichtung. Der zugehörige Kredit läuft in der Regel zwischen 10 und 35 Jahren, abhängig vom vorhandenen Eigenkapital. Nach dem Ende der Zinsbindung schließt sich im Regelfall eine Anschlussfinanzierung an.

Was passiert, wenn man den Hauskredit nicht mehr bezahlen kann?

Zahlen Sie Ihre Rate nicht mehr, sind Sie als Darlehensnehmer sofort in Verzug. Der Darlehensgebende darf den Vertrag schon nach kurzer Zeit kündigen. Damit es nicht zur Zwangsversteigerung und dem Verlust der Immobilie kommt, sollten Sie nicht abwarten. Es muss rasch gehandelt werden.

Baufinanzierung bei steigenden Zinsen – worauf müssen Bauherren achten?

25. August 2024 by Wolfgang Walter

Der Traum vom eigenen Heim ist mittlerweile wieder schwieriger zu realisieren. Nachdem die Baukosten in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, ziehen seit 2023 auch die Bauzinsen an – und verharren auf hohem Niveau. Angehende Bauherren müssen in dieser Situation besonders aufpassen und sehr präzise kalkulieren. Wer seine Hausaufgaben macht, hat dennoch alle Optionen offen, ein Eigenheim zu finanzieren.

Die Auswirkungen steigender Zinsen auf eine Baufinanzierung

Viele Jahre lang waren Verbraucher in Europa niedrige Zinssätze in allen Bereichen gewohnt. Den Weg gibt die Europäische Zentralbank (EZB) vor und diese hatte den Leitzins immer weiter gesenkt. Ab etwa 2014 herrschte eine Nullzinspolitik, die auch dafür sorgte, dass Baufinanzierungen mit sehr niedrigen Zinssätzen verfügbar waren.

2021 endete jedoch diese Zinspolitik. Die EZB hob seitdem mehrfach den Leitzins an. Dies hat auch Auswirkungen auf die Zinsentwicklung in Österreich sowie für Baufinanzierungen. Die Zeiten, in denen es Baufinanzierungen mit Zinssätzen um oder sogar unter zwei Prozent effizient gab, sind somit bis auf absehbare Zeit vorbei.

Aus diesem Grund ist es vor allem wichtig, das richtige Modell der Baufinanzierung zu wählen. Bauherren sind versucht, die laufende Rückzahlung im Zaum zu halten, indem eine längere Laufzeit mit niedrigerer Anfangstilgung gewählt wird. Das geht entgegen der Meinung vieler Experten, die zu Tilgungen zwischen drei und vier Prozent raten.

Auslandskredite aus Deutschland; Für Österreicher inzwischen eine interessante Option

Mit der Verschärfung der Richtlinien für die Kreditvergabe in Österreich sind Auslandskredite besonders bei der Baufinanzierung in den Fokus gerückt. Inzwischen gibt es sehr strenge Vorgaben für die Kreditvergabe in Österreich. So ist bei der Baufinanzierung eine Eigenleistung von mindestens 20 Prozent vorgeschrieben und die Rückzahlung darf maximal 40 Prozent des Einkommens im Haushalt pro Monat verschlingen.

In anderen Ländern sind die Vorgaben deutlich weniger streng. Nicht jeder Bauherr aus Österreich weiß, dass auch ein Kreditgeber aus einem anderen Land für die Finanzierung infrage kommt. Besonders interessant ist hier Deutschland. Zum einen sind die Vorgaben leichter zu erfüllen und zum anderen sprechen noch andere Punkte für Deutschland. So gibt es keine Sprachbarriere bei der Beantragung und die große Auswahl an Banken erhöht die Chance für günstige Konditionen.

Aus diesen Gründen ist es für Österreicher oft sinnvoll, sich bei einem Kreditvergleich auch im europäischen Ausland, vor allem in Deutschland, umzusehen. Für die Beantragung eines Auslandskredits sind Einkommensnachweise sowie meist ein festes Referenzkonto erforderlich. Zudem fordern die Banken mitunter erweiterte Nachweise zur Bonität an, da Prüfungen über die SCHUFA nicht zur Verfügung stehen. Auch muss der Wohnsitz in Österreich nachgewiesen werden. Dementsprechend ist der Prozess eventuell etwas komplexer und langwieriger als bei einem Kredit in Österreich. Die Beantragung ist jedoch heutzutage auch bei einem Auslandskredit bequem online möglich, was ebenfalls für diese Option spricht.

Baufinanzierung bei steigenden Zinsen: Angebote vergleichen und passende Option wählen

Durch das höhere Zinsniveau ist es so wichtig wie schon lange nicht mehr, sich genau mit den Konditionen von Bauspardarlehen auseinanderzusetzen. Auf den ersten Blick scheint der Unterschied zwischen 2,5 und 5,5 Prozent Zinssatz marginal. Wer jedoch genau nachrechnet, erkennt schnell die Auswirkungen.

Für diesen Zweck sind Rechner für den Hauskredit hilfreich. Diese erlauben theoretische Berechnungen mit unterschiedlichen Kreditkonditionen. Bei einer Kreditsumme von 400.000 Euro beispielsweise mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent liegt die monatliche Rate bei 20 Jahren Laufzeit bei rund 1.800 Euro. Ist der Immobilienkredit hingegen mit 5,5 Prozent verzinst, liegt die monatliche Rate schon bei 2.800 Euro.

Ein solcher Rechner ist also hilfreich dabei, das eigene Budget für den Hausbau zu kalkulieren. Wer seine Grenze für die monatliche Rückzahlung kennt, kann auf diesem Weg herausfinden, welche Kreditart zu einem passt und die maximalen Kosten für den Hausbau errechnen.

Video: Finanzieren bei steigenden Zinsen – auf die Tilgung kommt es an

Quelle: Bauen und Wohnen / YouTube

Den eigenen Kreditrahmen kalkulieren: So viel darf ein Haus bei steigenden Zinsen kosten

Bei der Planung und der Kalkulation des Eigenheims machen Bauherren oftmals Fehler. Dies ist teilweise verständlich, denn zum einen haben die wenigsten Erfahrungen mit diesen Prozessen und zum anderen handelt es sich um die Verwirklichung eines Lebenstraums. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich Wissen anzueignen und Ratgeber zur Baufinanzierung zu studieren.

Entscheidend ist es, Fehler bei der Baufinanzierung unbedingt zu vermeiden. Einer der größten Fehler ist es, die Kosten zu unterschätzen. Das bezieht sich gar nicht auf die direkten Kosten für den Hausbau, denn diese sind meist recht korrekt kalkuliert. Viel wichtiger sind die laufenden und zusätzlichen Aufwendungen einer Immobilie, die während der Kreditrückzahlung auf die frisch gebackenen Hausbesitzer zukommen.

Da sind zum Beispiel Punkte wie die Versicherung und Grundsteuer. Auch die laufenden Kosten für Heizung, Strom und Nebenkosten können schnell deutlich höher als geplant sein. Dies summiert sich mitunter auf einige hundert Euro pro Monat. Wer bereits bei der Baufinanzierung eng kalkuliert hat und dafür ein größeres Haus gebaut hat, sieht sich schnell in einer Finanzierungsfalle. Aus diesem Grund sollten Bauherren die Grenze für die Tilgung des Immobilienkredits bei 35 Prozent des Nettoeinkommens ziehen. Liegen die monatlichen Raten darüber, ist das Projekt risikoreich und sollte verkleinert werden.

FAQ Baufinanzierung bei steigenden Zinsen

Welche Fragen sollte man bei einer Baufinanzierung stellen?

  • Wie funktioniert Baufinanzierung?
  • Was bringt ein Baufinanzierungsvermittler?
  • Wie bekommt man niedrige Bauzinsen?
  • Was bedeutet Tilgung bei der Finanzierung?
  • Was ist Sondertilgung?
  • Was ist ein Annuitätendarlehen?
  • Wie hoch sind die Nebenkosten bei einer Baufinanzierung?
  • Wie lange dauert eine Immobilienfinanzierung?

Was wird bei einer Baufinanzierung geprüft?

Eine Bonitätsprüfung hat das Ziel, die finanzielle Zahlungsfähigkeit und Zuverlässigkeit einer Person oder eines Unternehmens zu bewerten. Dabei werden Informationen wie Kreditgeschichte, Einkommen und andere finanzielle Faktoren analysiert.

Auf was achtet die Bank bei Kreditvergabe?

Ihre Einnahmen und Ausgaben müssen Sie in Form von Kontoauszügen oder Gehaltsbescheinigungen angeben. Um Ihre Kreditwürdigkeit fundiert beurteilen zu können, prüft die Bank neben Ihren Einkommensverhältnissen aber auch mögliche anderweitige finanzielle Verpflichtungen und Ihre bisherige Kreditwürdigkeit.

Wie bereite ich mich auf ein Bankgespräch vor?

Zunächst sollten Sie checken, ob alle Unterlagen beisammen sind. Bereiten Sie sich gut vor, um gezielt auf Fragen eingehen zu können und halten Sie die Kommunikation auf Augenhöhe. Machen Sie Pausen und fragen Sie regelmäßig nach, ob Sie sich verständlich ausgedrückt haben. Denken Sie daran: Wer Fragen stellt, führt das Gespräch und verbessert seine Verhandlungsposition.

Wie komme ich aus einer Baufinanzierung raus?

Eine Baufinanzierung können Sie immer nach Ablauf von zehn Jahren (ab Vollauszahlung) oder zum Ablauf der Zinsbindung ohne Kosten kündigen. Darüber hinaus muss die Bank einer vorzeitigen Kündigung nur bei berechtigtem Interesse zustimmen. Wichtig: Eine Vorfälligkeitsentschädigung darf das Kreditinstitut dennoch verlangen.

Filed Under: Uncategorized Tagged With: Annuitätendarlehen, Auslandskredite, Baufinanzierung in Zeiten hoher Zinsen, Baukredit, Immobilienfinanzierung

Baufinanzierung in Österreich für deutsche Staatsbürger

25. Juli 2024 by Wolfgang Walter

Wie finanziert man als Deutscher eine Immobilie in Österreich?

So mancher Grenzgänger und Urlauber aus Deutschland überlegt sich in Österreich mit eigenem Grundstück, Haus oder Wohnung sesshaft zu werden. Doch schnell mal eine Immobilie im rot-weiß-roten Nachbarland kaufen – so einfach ist das nicht. Hier erfahren Sie, wie Sie diesen Wunsch in die Tat umsetzen und welche Wege in Österreich zu einer Baufinanzierung führen.

Baufinanzierung oder Ratenkredit vergleichen

Inhaltsverzeichnis

Ausländer-Grundverkehrsbehörde
Probleme mit Banken
Welche Banken finanzieren?
Welche Kosten fallen an?
Vergleich & Beratung
Wohnbauförderung
Fazit, Video & häufige Fragen

Hintergrundwissen zum Thema Baufinanzierung für deutsche Staatsbürger

Im Gegensatz zu Schweizer Staatsbürgern genießen Deutsche beim Immobilienkauf in Österreich alle Rechte von EU-Bürgern. Theoretisch können sie im ganzen Land Immobilien erwerben und müssen hierzu lediglich einige wenige Auflagen erfüllen. Ein entscheidendes Kriterium für den Erwerb einer Immobilie in Österreich ist deren Nutzung.

Plant ein deutscher Käufer, seinen ständigen Aufenthaltsort nach Österreich zu verlegen und damit auch Steuerinländer zu werden, bestehen keinerlei Hinderungsgründe, dass Bau oder Kauf einer Immobilie genehmigt werden. Es genügt, die entsprechende Bestätigung beim Grundbuchamt einzureichen – der Eigentumsübertrag erfolgt fließend.

Anders sieht es aus, wenn die Immobilie als Freizeitwohnsitz dient, der Erwerber also auch künftig ein Steuerausländer bleibt. Damit der Eintrag im Grundbuch erfolgen kann, muss eine Genehmigung für die Nutzung als Zweitwohnsitz vorliegen. Diese und den Freizeitwohnsitzbescheid muss der Käufer beim Grundbuchamt einreichen.

Tipp: Unabhängig davon, wie Sie Ihre Immobilie später nutzen werden, sollten Sie sich als Erwerber um den Freizeitwohnsitzbescheid kümmern. Damit sind Sie grundsätzlich auf der sicheren Seite. Wird die Immobilie ohne Genehmigung als Zweitwohnsitz genutzt, droht die Zwangsversteigerung!

Immobilie in Österreich erwerben: Der erste Weg führt zur Ausländer-Grundverkehrsbehörde

Für EU-Bürger, die weder ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben noch in Österreich ihrer hauptberuflichen Tätigkeit nachgehen, gilt: Bevor man als Ausländer ein Objekt in Österreich sein Eigen nennen darf, steht der Gang zur sogenannten Ausländer-Grundverkehrsbehörde an. Diese Behörde stellt die Erwerbsgenehmigung zum Kauf eines spezifischen Objekts in Österreich aus.

Dazu benötigt die Behörde folgende Unterlagen:

  • Antrag auf Genehmigung (Formular)
  • Vertragsentwurf
  • Erklärung der Nutzung der Liegenschaft
  • Lageplan der Liegenschaft
  • Grundbuchauszug
  • Reisepass
  • Weitere Dokumente bei juristischen Personen und Vereine (help.gv.at)

Die gesetzliche Basis bildet das sogenannte Grundverkehrsgesetz. Als Landesrecht liegt es in Österreich in neun unterschiedlichen Fassungen vor und gilt immer nur in dem Bundesland, für welches es verfasst worden ist. Hier ist eine Auflistung aller neun Grundverkehrsgesetze der Bundesländer in Österreich abrufbar.

Die jeweilige Grundverkehrsbehörde, bei der der Antrag auf Erwerbsgenehmigung gestellt wird, findet man entweder am Amt der zuständigen Landesregierung oder in der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde.

Immobilie als Deutscher in Österreich finanzieren: Banken haben so ihre Probleme

Viele deutsche Staatsbürger möchten Immobilien in Österreich finanzieren. Dabei stellt sich zunächst die Frage: Baufinanzierung in Österreich abwickeln? Oder lieber zu einem Kreditgeber in Deutschland gehen? Denn beides ist theoretisch möglich, allerdings stößt man schnell auf Probleme: Deutsche Banken können sich nicht im österreichischen Grundbuch eintragen. Österreichische Banken wiederum können das Einkommen im Ausland nur sehr schwer pfänden und als Sicherheit werten. Wie gehen also die jeweiligen Banken in Deutschland und Österreich vor?

Welche deutsche Bank finanziert Immobilien in Österreich?

Da Österreich EU-Mitglied und direktes Nachbarland ist, sind Finanzierungsanfragen bei jeder deutschen Hausbank möglich. Der Grundbuchprozess ist nahezu identisch zu dem in Deutschland und die Bank benötigt keine beglaubigten Übersetzungen. Stimmen Bonität und Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent, sollte nichts gegen eine Finanzierung sprechen. Dennoch gibt es einen Haken, der trotz guter Bonität, die Finanzierung in Deutschland oft unmöglich macht.

Deutsche Banken können sich nicht im österreichischen Grundbuch eintragen lassen, für sie entfällt also die obligatorische grundbücherliche Besicherung. Daher verlangen sie bei einer Auslandsfinanzierung nicht nur das zu erwerbende Objekt als Sicherheit für den Kredit. Als potenzieller Erwerber müssen Sie üblicherweise noch eine in Deutschland vorhandene Immobilie als zusätzliche Sicherheit stellen. Diese muss entsprechend einen Beleihungsrahmen aufweisen, der eine zusätzliche Grundschuld für die Auslandsfinanzierung ermöglicht.

Wer bereits in Deutschland eine nahezu schuldenfreie Immobilie besitzt, wird für sein Traumhaus in Österreich den Aufwand vermutlich in Kauf nehmen. Wer in Deutschland hingegen nur zur Miete wohnt, dürfte mit einer Finanzierung in Österreich durch eine deutsche Bank arge Probleme bekommen.

So gesehen ist die Finanzierung einer Immobilie in Österreich über eine Bank in Deutschland generell nur die zweitbeste Lösung. Zumal viele Kreditinstitute in Österreich spezielle Finanzierungen für ausländischer Staatsbürger parat haben.

Tipp: Um eine österreichische Immobilie über eine Bank aus Deutschland zu finanzieren, müssen genügend beleihbare Ersatzsicherheiten vorhanden sein. Mit einer auslaufenden Lebensversicherung, einem gefüllten Aktiendepot oder einer abbezahlten Immobilie als Sicherheit haben Sie bei nahezu allen Banken bessere Finanzierungs-Chancen.

Welche österreichische Bank finanziert Immobilien für Deutsche in Österreich?

Die hohe Nachfrage nach Immobilien in Österreich durch Deutsche und die restriktive Haltung der Banken im Nachbarland führte dazu, dass sich Kreditinstitute in Österreich längst auf diese Zielgruppe spezialisiert haben. Dabei unterscheidet sich der Finanzierungsprozess kaum.

Einige wenige Unterschiede zu Deutschland gibt es allerdings:

Begrifflichkeit: Der Überbegriff Immobilienfinanzierung wird je nach Finanzierungsart im Detail anders bezeichnet:

  • Hypothekenkredit: wenn die Finanzierung durch eine Bank erfolgt.
  • Hypothekendarlehen: wenn die Finanzierung durch eine Bausparkasse erfolgt.
  • Baufinanzierung: wenn es um einen Neubau geht.
  • Hausfinanzierung oder Wohnfinanzierung: wenn eine Bestandsimmobilie finanziert wird.

Eigenkapital und Bonität: Stärker noch als deutsche Kreditinstitute favorisieren österreichische Banken die Eigenkapitalformel 20 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Erwerbsnebenkosten. Im Idealfall liegen die Eigenmittel somit um die 30 Prozent – das erleichtert die Finanzierung.

Zinssätze: Anders als in Deutschland spielen variable Zinsen in Österreich eine größere Rolle. Häufig kombinieren Kreditnehmer Darlehen mit festem und variablem Zinssatz. Eine ebenfalls geläufige Finanzierungsvariante sind Cap-Darlehen: Hier wird gegen eine geringe Cap-Prämie eine Obergrenze für variable Bauzinsen vereinbart. Richtwert für den variablen Zins ist in der Regel der EURIBOR.

Abgesehen von Eigenkapital, Bonität und Zins bestehen die üblichen Voraussetzungen für die Kreditvergabe an deutsche Käufer:

  • Letzte drei Gehaltsabrechnungen oder Jahresgehaltsnachweis
  • Nachweis zu bestehenden Eigenmitteln
  • Unterlagen zur Immobilie: Exposé, Pläne, Kaufvertragsentwurf
  • Finanzierungssumme samt Kostenaufstellung und Finanzierungsplan
  • Detaillierte Haushaltsrechnung
  • Lichtbildausweis und Schufa-Selbstauskunft

Tipp: Mit dem Vorhandensein benannter Sicherheiten erreicht Sie auch in Österreich eine bessere Bonität. Deutsche favorisieren vielfach bekannte Institute aus ihrem Heimatland. Beispielsweise die Allianz-Versicherung, die attraktive Baufinanzierungen für Liegenschaften in Österreich anbietet. Weiters die ING, die als ING Austria Kunden aus Deutschland spezielle Baufinanzierungen für den Standort Österreich offeriert.

Immobilie in Österreich kaufen: Mit welchen Kosten müssen Erwerber rechnen?

Die gute Nachricht vorweg: Für deutsche Käufer einer Immobilie in Österreich liegen die Erwerbsnebenkosten rund 30 Prozent unter denen in Deutschland. Im Einzelnen setzen sie sich zusammen aus:

Maklercourtage

Die Maklerprovision beträgt zwischen drei und vier Prozent des Kaufpreises und wird, wie auch in Deutschland üblich, zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Hinzu kommt eine Umsatzsteuer von 20 Prozent. Die österreichische Immobilienmaklerverordnung gibt hier klare Grenzen vor.

  • Kaufpreis bis 36.336,42: drei Prozent
  • Kaufpreis von 36.336,43 bis 48.448,57: 1453,46 Euro netto
  • Kaufpreis ab 48.448,58 Euro: vier Prozent

Notargebühren und Grundbucheintrag
Hiesige Notare oder Rechtsanwälte kalkulieren zwischen zwei bis fünf Prozent des Kaufpreises für ihre Dienstleistungen ein. Der Grundbucheintrag allein kann mit rund 1,1 Prozent des Kaufpreises kalkuliert werden. Mittlerweile wird das Standardgrundbuch als digitales Grundbuch geführt.

Grunderwerbsteuer

Für die Grunderwerbsteuer werden in Österreich 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage fällig. Bei nahen Angehörigen beträgt die Grunderwerbsteuer lediglich zwei Prozent. Eine Erbschafts- oder Schenkungsteuer gibt es in Österreich nicht.

Tipp: Für Ihre Immobilienfinanzierung in Österreich sollten Sie insgesamt mit einer Nebenkostenbelastung um die zehn Prozent des Kaufpreises rechnen.

Baufinanzierung als Deutscher in Österreich – auch hier zählen Vergleich und Beratung

Wer in Deutschland eine Baufinanzierung sucht, wird heute kaum noch zu seiner Hausbank gehen und ohne Prüfung deren Angebot annehmen. Gleiches gilt in Österreich – die erstbeste Offerte ist längst nicht das Beste. Haben Sie also Interesse an einer Baufinanzierung in Österreich, kommen Sie an einem Kreditvergleich nicht vorbei.

Online-Vergleichsportale: Vergleichsportale für Baufinanzierungen bieten Ihnen als Kreditnehmer die notwendige Transparenz. Digitale Vergleichs- und Beratungsprozesse sind in Salzburg, Kärnten oder der Steiermark ebenso die Regel wie in Bayern oder Berlin. Da es für Ausländer oft recht mühsam ist, geeignete Banken und Bausparkassen in Österreich selbstständig zu erkunden, sollten Sie den Vergleich Ihrer Baufinanzierung einem unabhängigen Profi überlassen, der alle Eigenheiten bei österreichischen Finanzierungen kennt. Deren Dienste sind vielfach kostenlos.

Professionelle Finanzberatung nutzen: Gute Angebote, die auch tatsächlich in Ihrem Sinne als Kunde sind, liefern unabhängige Finanzierungsberater. Diese Unternehmen bieten, analog den Plattformen in Deutschland, Zugriff auf eine große Anzahl von Banken und Finanzinstituten. Sie wissen bei Anfragen meist direkt, welches Institut für die Finanzierung infrage kommt und treffen eine erste Vorauswahl. Weiters stehen Sie bei ungeliebten Detailarbeiten wie Kaufabwicklung oder das Einreichen von Fördergeldern helfend zur Seite.

Das alles spart Ihnen als Kunde Zeit und Geld. Sie sind von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung des Immobiliendarlehens nicht auf sich allein gestellt und der daraus resultierende Zeitvorteil liegt überdies klar auf der Hand.

Immobilienerwerb für Deutsche: Die Wohnbauförderung in Österreich

Nicht nur Inländer können sich beim Kauf, Bau oder Sanierung von Haus und Wohnung fördern lassen. Alle EU-Bürger, die ein Objekt in Österreich erwerben, sind förderungsberechtigt und können in den Genuss von billigen Darlehen sowie Zuschüssen kommen.

Die Wohnbauförderung ist, wie auch bei unseren Nachbarn in Deutschland, Ländersache. Worauf sie ihren Fokus in Sachen Förderung richten, und welche Immobilieneigner berechtigt sind, entscheiden die neun Bundesländer Österreichs selbst. Mehr Informationen zum Thema Wohnbauförderung im jeweiligen Bundesland finden Sie auf der Website help.gv.at.

Tipp: Nur Liegenschaften als Hauptwohnsitz werden in Österreich gefördert. Ferienimmobilien oder Zweitwohnsitze sind aus den Förderungen ausgeschlossen. Um zu den berechtigten Förderwerbern zu gehören, dürfen weiters gewisse Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Fazit zur Immobilienfinanzierung in Österreich

Wer sich als Deutscher in Österreich für eine Immobilie interessiert, muss nicht groß umdenken. Vieles in Sachen Erwerb und Finanzierung von Haus oder Wohnung ist identisch, einige Formulierungen und Prozesse weichen allerdings ab. Die Bescheinigung für den „Freizeitwohnsitz“ ist kein Hexenwerk, sondern je nach Bundesland sogar sehr einfach erhältlich – gleiches gilt für die Wohnbauförderung bei Hauptwohnsitzen.

Wo man letztendlich seine Liegenschaft finanziert – in Deutschland oder Österreich – müssen Interessenten selbst entscheiden. Größtes Hindernis bei Immobilienfinanzierung in Österreich über eine deutsche Bank sind hohe Sicherheitshürden. Eine grundbücherliche Besicherung ist für deutsche Kreditinstitute hierzulande nicht möglich, das erschwert insbesondere potenziellen Käufern ohne Immobilie und zusätzliche Sicherheiten in Deutschland den Traum vom Eigenheim bei uns.

Unabhängig davon: Als Ausländer sollte man beim Erwerb einer Immobilie immer einen Finanzierungsprofi vor Ort hinzuziehen – das spart nicht nur Nerven und Zeit, es führt letztlich zum passenden Objekt mit optimaler Finanzierung.

Video: Immobilie kaufen in Österreich – so ist der Ablauf

Quelle: ImmoAnwalt / YouTube

FAQ Baufinanzierung in Österreich für Deutsche

Wie kann ich eine Immobilie in Österreich finanzieren?

Es gibt eigens auf Finanzierungen für Deutsche spezialisierte Berater, die Sie bei der Kommunikation mit der Bank in Österreich unterstützen. Alternativ können Sie eine Immobilie auch bei einer Bank in Deutschland finanzieren.

Brauche ich einen Wohnsitz in Österreich, um dort ein Haus zu kaufen?

Nein, Sie brauchen aber eine Zweitwohnsitz-Bescheinigung, falls Sie den Hauptwohnsitz nicht nach Österreich verlegen wollen. In Sachen Wohnbauförderung ist ein Hauptwohnsitz in Österreich aber zwingend notwendig.

Welche Bank finanziert Immobilien in Österreich?

Einige österreichische Banken haben besondere Angebote für Deutsche, um diese finden und vergleichen zu können empfehlen wir einen Finanzierungsberater. Alternativ sind Finanzierungen auch direkt über einen Online-Vergleich möglich.

Wie finde ich eine Bank, die Immobilien in Österreich für Deutsche finanziert?

Der sicherste und einfachste Weg ist zweifelsfrei der Kontakt zu einem Finanzierungsberater. Dieser kennt den Markt in Österreich und weiß, wer als Ansprechpartner infrage kommt.

Wie erfolgt eine Baufinanzierung in Österreich?

Die Finanzierungsvarianten sind mit denen in Deutschland weitgehend identisch. Immobilienkredite mit variablen Zinsen spielen in Österreich allerdings eine deutlich größere Rolle. Bausparen, Forward-Darlehen und Cap-Darlehen sind ebenfalls weit verbreitet. Die Bauzinsen in Österreich bewegen sich in etwa auf dem Niveau in Deutschland.

 

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Checkliste Baufinanzierung & Hausbau – Unterlagen, Fragen & mehr

22. Juli 2024 by Wolfgang Walter

Warum ist eine gute Planung bei jeder Baufinanzierung wichtig?

Der Kauf einer Eigentumswohnung oder der Bau eines Einfamilienhauses sind für die meisten von uns eine der größten Investitionen im Leben. Viele Fragen zu möglichen Finanzierungsformen sowie Leistbarkeit, Zinsen, Laufzeiten und Tilgungsraten eines Kredits wollen beantwortet werden. Unsere Checkliste gibt Ihnen konkrete Tipps bei der Finanzierungsplanung.

Baufinanzierung oder Ratenkredit vergleichen

Inhaltsverzeichnis

Haushaltsrechnung
Eigenkapital & Kreditrate
Finanzierungsedarf inkl. Nebenkosten
Bewertung Wunschobjekt
Bankangebote, Versicherungen & Förderungen
Checkliste, Fazit, Video & häufige Fragen

Hintergrundwissen zum Thema Checkliste Baufinanzierung

Traumwohnung oder Wunschhaus aussuchen, einen Kredit bei seiner Bank beantragen und einziehen: So simpel ist der Weg zum neuen Eigenheim leider in den wenigstens Fällen. Vielmehr bedarf es einer genauen Planung, um den Bau oder Kauf erfolgreich unter Dach und Fach zu bringen.
Neben einem unabhängigen Berater bei der Suche nach der passenden Baufinanzierung können Sie zur Vorbereitung den Schritten unserer Checkliste folgen. So gibt es am Ende bestimmt keine bösen Überraschungen in Sachen Baukredit:

Check 1: Haushaltsrechnung erstellen

Der erste Schritt in Sachen Finanzierungsplanung ist die Haushaltsrechnung: Verschaffen Sie sich einen guten Überblick über Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Ausgaben, welche durch die neue Immobilie entfallen, beispielsweise laufende Mietkosten, können Sie dabei unberücksichtigt lassen. Die Differenz zeigt Ihnen, welche Summe Ihnen für die monatliche Finanzierung maximal zur Verfügung steht. Sie sollten allerdings
Für unerwartete Einkommensausfälle – beispielsweise Jobwechsel, Karenz oder kurzfristige Arbeitslosigkeit –, Urlaube und unerwartete Sonderausgaben und Reparaturen sollten Sie auf jeden Fall einen Sicherheitspuffer mit einplanen. Rund zehn Prozent sind hier eine angemessene Größe.

Check 2: Vorhandenes Eigenkapital bestimmen

Neben dem frei verfügbaren Einkommen ist das vorhandene Eigenkapital ein wesentlicher Baustein in der Immobilienfinanzierung. Eigenmittel können neben Ersparnissen auch Lebensversicherungen oder lastenfreie Liegenschaften wie Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen sein. Weiters eignen sich Guthaben aus einem Bausparvertrag oder Geldmittel aus einer Erbschaft als Eigenkapital und haben Vorteile bei Ihrer Baufinanzierung.
Zum einen sinkt dadurch der Anteil an benötigtem Fremdkapital und somit die Kosten für Zinsen. Zum anderen werden Sie als Kreditnehmer mit Eigenkapital besser bewertet als beispielsweise bei einer Vollfinanzierung.
Als Richtwert gilt: mindestens 20 Prozent – besser noch 30 Prozent – der benötigten Gesamtsumme sollten Sie als Eigenkapital in Ihre Baufinanzierung mit einbringen. Zusätzlich können Sie über andere Sicherheiten sowie eine gute Bonität Ihre Kreditwürdigkeit erhöhen und bessere Konditionen mit der Bank aushandeln.

Check 3: Mögliche Kreditrate festlegen

Sind Eigenkapital und frei verfügbares Budget für den laufenden Kredit geklärt, kann es an die erste Abschätzung der monatlichen möglichen Kreditrate gehen. Für eine gesicherte Baufinanzierung ist dies entscheidend, denn auch ein Baudarlehen mit den besten Konditionen nützt Ihnen nichts, wenn die monatlichen Raten Ihr Budget dauerhaft übersteigen.
Als Richtwert für die Ratenhöhe bietet sich beispielsweise die Höhe der bisher gezahlten Miete an. Bedenken Sie aber bei Ihrer Einnahmen-Ausgaben-Berechnung, dass Sie im künftigen Eigenheim für eventuelle Reparaturen und ähnliche Sonderausgaben selbst aufkommen müssen. Der bereits angesprochene finanzielle Puffer bei der Baufinanzierung ist daher bei der Frage, wie viel Haus oder Wohnung Sie sich leisten können, mit entscheidend.

Check 4: Finanzierungsbedarf ermitteln und Nebenkosten berechnen

Als nächsten Schritt sollten Sie die Gesamtkosten für Ihr Immobilienvorhaben erkunden. Diese bilden die Grundlage für die benötigte Kreditsumme. Ihren tatsächlichen Finanzierungsbedarf errechnen Sie dann mit nachfolgender einfacher Gleichung:

Haus- oder Wohnungspreis + Nebenkosten – Eigenkapital = Finanzierungsbedarf

Wichtig: Beim Hausbau oder Wohnungskauf fallen zusätzlich zum Kauf- bzw. Baupreis eine Reihe an Nebenkosten an, die rasch mehrere Tausend Euro ausmachen können. Mit bis zu 15 Prozent an Nebenkosten müssen Baufinanzierer in Österreich je nach Lage und Objekt rechnen.
Zu diesen Nebenkosten zählen insbesondere folgende Posten:

  • Notargebühren (2,5 Prozent des Kaufpreises)
  • Grunderwerbssteuer (0,5 bis 3,5 Prozent des Kaufpreises)
  • Grundbuchkosten (1,1 Prozent des Kaufpreises)
  • Maklercourtage (4 Prozent des Kaufpreises)
  • Kosten für den Architekt (individuell)
  • Baunebenkosten (Baugenehmigung, Grundstücksvermessung, Baustrom etc.)

Check 5: Wunschobjekt bewerten (lassen)

Ist der preisliche Rahmen für Ihre Baufinanzierung erkundet, kann die konkrete Suche nach dem neuen Eigenheim beginnen. Hierzu sollten Sie sich die Unterstützung von unabhängigen Experten – beispielsweise einem Gutachter oder Makler – suchen, die Ihnen dabei helfen, Kosten oder Wert des Hauses bzw. der Wohnung realistisch einzuschätzen.
Gerade wenn Sie als Kauf- und Bauinteressierte wenig oder keine Erfahrungen in der Immobilienbranche mitbringen, ist ein Expertenrat in der Praxis bares Geld wert – kann er Ihnen doch helfen, das bestmögliche Haus bzw. die optimale Wohnung für Ihr Budget zu finden und mögliche Extrakosten im Vorfeld mit einzuplanen.

Check 6: Optimale Kreditlaufzeit und richtige Zinsbindung wählen

Vielfach unterschätzt bei Baufinanzierungen werden die positiven Auswirkungen von geeigneter Kreditlaufzeit und richtiger Zinsbindung.
Die mögliche Kreditlaufzeit ist unter anderem abhängig davon, wie alt Sie bei der Fälligkeit des Kredits sind und wann Sie Ihre Pension antreten. Die genauen Bestimmungen können je nach Kreditinstitut. Weiters wirkt sich die gewählte Laufzeit auf die Gesamtkosten des Kredits aus. Je länger die Laufzeit, desto geringer die monatliche Kreditrate. Allerdings steigen mit einer längeren Laufzeit auch die Gesamtbelastung – in Summe wird Ihr Kredit am Ende teurer. Hier gilt es, die richtige Balance zwischen monatlicher Ratenbelastung und Zeitraum der Kreditrückzahlung zu finden.
Die Entscheidung, welche Art der Verzinsung am besten zu Ihnen passt, hängt von individuellen Faktoren ab: Wie schätzen Sie die künftige Zinsentwicklung? Können oder möchten Sie sich beim Überschreiten eines bestimmten Zinssatzes die monatliche Kreditrate noch leisten? Der Vorteil von Krediten mit variablen Zinsen liegt aktuell im immer noch moderaten Zinsniveau und damit günstigen Kosten für einen Baukredit. Steigen die variablen Zinsen allerdings weiter an, verteuert sich Ihre monatliche Kreditrate. Bei Krediten mit fixen Zinsen ist der Zinssatz für den gewählten Zeitraum fix definiert und die monatlichen Kreditraten bleiben gleich. Das schafft Planbarkeit und Zinssicherheit, schlägt sich aber in höheren Zinssätzen nieder. Nach den deutlichen Zinserhöhungen bei Baudarlehen im letzten Jahr und einer gewissen Unsicherheit auf den Zinsmärkten empfiehlt sich derzeit ein Fixzins-Kredit bestenfalls mit nur mittlerer Laufzeit.

Check 7: Angebote der Banken vergleichen, Effektivzinssatz beachten

Der wichtigste Punkt für Ihre Kreditentscheidung ist es aber, den Markt zu vergleichen und Angebote von mehreren Banken einzuholen. Denn die Zinsunterschiede zwischen der eigenen Hausbank und Alternativbanken im Onlinesegment fallen nach wie vor hoch aus. Unser unabhängige Finanzierungspartner Optifin nimmt Ihnen den mühsamen Marktvergleich ab. Mit Ihrer kostenfreien Online-Anfrage erhalten Sie innerhalb weniger Werktage Angebote verschiedener Banken und werden telefonisch kontaktiert. Die exakte Rate ermitteln unsere Berater nach einer ausführlichen Auswertung gemeinsam mit Ihnen zusammen.
Um Kreditangebote mit Top-Konditionen zu erhalten, sollten Sie beim Vergleich von Angeboten der Banken und Bausparkassen zwischen dem Nominal- und Effektivzinssatz unterscheiden. Der nominale Zinssatz gibt den Jahreszinssatz an, mit dem der Kreditbetrag verzinst wird. Über die tatsächliche Kostenbelastung sagt dieser jedoch nichts aus, da Nebenkosten nicht berücksichtigt sind. Achten Sie daher bei Ihrer Immobilienfinanzierung immer auf den Effektivzinssatz, bei dem alle Kosten, Spesen und Gebühren bereits inkludiert sind.

Check 8: Kredit und Ablebensversicherung

Mitunter setzen Banken in Österreich für eine erfolgreiche Kreditvergabe den Abschluss einer Ablebensversicherung (auch Risikoversicherung genannt) voraus. Diese deckt die noch offenen Kreditraten, wenn ein oder mehrere Kreditnehmer verstirbt. Die Ablebensversicherung dient also zur finanziellen Absicherung der Hinterbliebenen, die Versicherungssumme wird von der Kredithöhe bestimmt, ebenso fließen die Kosten der Ablebens- bzw. Risikoversicherung in die Berechnung des Effektivzinssatzes ein. Gut zu wissen: Eine Ablebensversicherung ist nicht zwingend nötig und verteuert Ihren Baukredit teils deutlich.

Check 9: Wohnbauförderung nutzen

Um die Finanzierung von Wohnraum zu erleichtern, unterstützen sowohl der Staat als auch die Bundesländer Immobilienfinanzierer mit unterschiedlichen Wohnbauförderungen. Diese setzen sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen und variieren je nach Art und Bundesland stark: Gefördert werden beispielsweise die Errichtung neuer Eigenheime, der Kauf einer Eigentumswohnung, Wohnraumschaffung mittels Zu-, An-, Um- oder Einbauten sowie Sanierungsvorhaben. Da die Anforderungen variieren stark, lohnt sich in den meisten Fällen eine Beratung bei den zuständigen Stellen. Hier finden Sie einen Überblick über die aktuellen Förderprogramme.

Zum Schluss: Checkliste für Ihre Dokumente zur Baufinanzierung

Kreditinstitute verlangen eine Reihe von Auskünften und Unterlagen für den Abschluss einer Baufinanzierung. Fragen Sie Ihre Bank am besten im Voraus, welche Dokumente für den Vertragsabschluss benötigt werden. Das spart Zeit und sichert Ihre Finanzierung.
Diese personenbezogenen Unterlagen fordert Ihre Bank:

  • Selbstauskunft bzw. KSV-Abfrage
  • Personalausweiskopie
  • Aktuelle Einkommensnachweise
  • Steuerbescheinigung bzw. Steuerbescheid
  • Nachweise zum Eigenkapital
  • Nachweise über sonstige Verbindlichkeiten
  • Diese objektbezogenen Unterlagen braucht Ihre Bank:
  • Exposé, Grundrisse, Querschnitt und Wohnflächenberechnung des Objekts
  • Detaillierte Baubeschreibung
  • Flurkarte und aktueller Grundbuchauszug
  • Kaufvertragsentwurf
  • Kostenvoranschlag für den Bau lt. Bauvertrag

Fazit Checkliste Baufinanzierung: Unsere Tipps bringen Sie rascher ans Ziel

Wunschimmobilie aussuchen, Kredit beantragen und einziehen – damit springen Sie bei fast jeder Baufinanzierung zu kurz. Dagegen sind Sie nach eingehender Analyse der genannten Faktoren bereit für jeden Zinsvergleich und jedes Bankgespräch. Testen Sie möglichst Finanzierungsofferten verschiedener Banken auf Herz und Nieren und verhandeln Sie mit Ihrem Berater über mögliche Kredite und deren Konditionen.
Nutzen Sie das neue Wissen unserer Checkliste, lassen Sie sich nicht einschüchtern und fordern Sie selbstbewusst einen konkreten Kreditvertrag als Entwurf von jedem Anbieter. Und bitten Sie ruhig einen unabhängigen Experten, den Kreditvertrag zur Baufinanzierung detailliert zu bewerten. Es gilt: Kreditvertrag erst gründlich studieren und dann unterschreiben.

Video: Große Hauskauf Checkliste – auf was man alles achten muss

Quelle: Baufinanzierung leicht gemacht

FAQ Checkliste Baufinanzierung

Welche Grundsätze zur Baufinanzierung sollte man beachten?

Für Ihre Baufinanzierung sollte auf jeden Fall ausreichend Eigenkapital vorhanden sein. Zumindest die Kaufnebenkosten in Form von Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklergebühren sollten Sie aus eigenen Mitteln finanzieren können. Rund 15 Prozent an Nebenkosten sollten Häuslebauer für ihre Finanzierung einplanen.

Was prüft die Bank bei einer Baufinanzierung?

Damit Sie Ihre Baufinanzierung zu besonders günstigen Konditionen bekommen, erwarten Kreditinstitute neben einer guten Bonität ausreichendes Eigenkapital. Auf Grundlage der Einkommenssituation, der Vermögensverhältnisse und einer aktuellen KSV-Auskunft stuft die Bank Ihre Kreditwürdigkeit ein – mindestens 20 Prozent Eigenkapitalquote sind obligatorisch.

Bis wann sollte man ein Haus abbezahlt haben?

Viele Experten raten dazu, bis spätestens zum Eintritt in die Pension schuldenfrei zu sein. Dabei gilt: Je kürzer die Zeit bis zum geplanten Ruhestand, desto höher müssen Sie die anfängliche Tilgung Ihrer Baufinanzierung vereinbaren, um das Ziel auch tatsächlich erreichen zu können.

Wie lange zahlt man 300.000 Euro für eine Immobilie ab?

Sie möchten für Ihre Immobilie einen Immobilienkredit in Höhe von 300.000 Euro aufnehmen, und als erste Zinsbindung sollen 15 Jahre vereinbart werden, dann sollte das Darlehen nach rund 30 Jahren vollständig zurückgezahlt sein, wenn Sie im Rentenalter eine bezahlte Immobilie besitzen wollen.

Wie entwickeln sich die Bauzinsen in den nächsten 10 Jahren?

Baufinanzierungsexperten rechnen damit, dass sich die Zinsen für 10-jährige Hypothekarkredite dieses Jahr wahrscheinlich in einem Korridor zwischen drei bis vier Prozent bewegen werden. Für die kommenden zehn Jahre wird allgemein wieder von einer Entspannung am Bauzinsmarkt ausgegangen.

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Die richtige Option bei der Baufinanzierung wählen

2. Juli 2024 by Wolfgang Walter

Die Finanzierung einer Wohnimmobilie hat sich in den letzten Jahren deutlich erschwert. Steigende Baukosten und komplizierte Vergabebedingungen für Wohnkredite sowie die hohen Zinsen sind die zentralen Hürden für Bauherren. Wer bauen will und dabei den Kostenrahmen nicht sprengen möchte, muss vor allem die richtige Finanzierungsoption finden.

Vergaberichtlinien der Wohnkredite als Hindernis

Die Problematik des österreichischen Wohnungsbaumarktes zeigt sich in aller Deutlichkeit bei einem Blick auf die Anzahl der bewilligten neuen Wohngebäude. Während es bis 2021 einen konstanten, leichten Aufwärtstrend gab, brachen die Baubewilligungen ab 2022 schlagartig ein. Im Jahr 2023 wurden nur noch knapp die Hälfte an Neubauten wie 2021 beantragt und bewilligt.

Ein zentraler Grund dafür sind die strengen Kreditvergaberegeln, die ab dem 1. August 2022 gelten. Diese Vergaberegeln für Wohnkredite besagen, dass mindestens 20 Prozent Eigenkapital erforderlich sind, die Laufzeit der Finanzierung auf 35 Jahre begrenzt ist und zudem die monatliche Kreditrate 40 Prozent des Haushaltseinkommens nicht überschreiten darf.

Hypothekarkredit – Vor- und Nachteile

Bauherren stehen einige Alternativen bei der Finanzierung zur Verfügung. Eine davon ist der Hypothekarkredit als Baufinanzierung. Beim Hypothekarkredit dient die erworbene Immobilie direkt als Pfand und die Bank wird als Besitzer im Grundbuch eingetragen. Durch diesen Umstand bieten die Banken in der Regel bessere Kreditkonditionen an, sodass die monatlichen Raten niedriger ausfallen. Für Bauherren ist der Hypothekarkredit mit wenig Risiko verbunden. Sofern die Kreditraten bedient werden, hat die Bank keinen Zugriff auf die Grundschuld und nach Tilgung der Schuld geht die Immobilie auch im Grundbuch in den eigenen Besitz über.

Der klassische Immobilienkredit

Nach wie vor ist der bekannte Immobilienkredit die beliebteste Form, einen Wohnungskauf zu finanzieren. Im Laufe des Jahres 2024 sind die Bauzinsen in Österreich wieder etwas gefallen und haben sich für Kredite mit fixem Zinssatz bei rund 3,50 Prozent stabilisiert.

Das sind gute Neuigkeiten für angehende Bauherren, denn so lassen sich die Vorgaben für die Finanzierungsregeln leichter erfüllen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Immobilienfinanzierung präzise zu planen. Hilfreich hierbei ist ein Vergleichsrechner für den Immobilienkredit (für den deutschen Markt, für Österreich können Sie hier eine Anfrage stellen). Zwischen den verschiedenen Banken und Immobilienfinanzierern gibt es teilweise große Unterschiede, was die Konditionen betrifft. Gerade bei großen Summen haben zudem Nachkommastellen eine enorme Auswirkung auf die Gesamtkosten für die Laufzeit des Kredits. Außerdem kann es teilweise an kleinen Summen bei den monatlichen Raten hängen, wenn es darum geht, die Vorgabe für das Haushaltseinkommen bei der Kreditzusage zu erfüllen.

Ein Immobilienkredit-Vergleich ist aus diesen Gründen auf jeden Fall ratsam. Vor allem, da sich online die Konditionen innerhalb von wenigen Minuten ganz bequem vergleichen lassen. Möglicherweise findet sich auf diesem Weg direkt der Partner für die Finanzierung der eigenen Immobilie.

Baufinanzierung per Generationenkredit – was steckt dahinter?

Eine Option, um die Kreditvergaberegeln zu umgehen, ist ein Generationenkredit als alternative Baufinanzierung. Diese Sonderform der Immobilienfinanzierung fußt darauf, dass keine Rückzahlung der Kreditsumme erfolgt, sondern der Kreditnehmer nur die Zinsen bedient. Dadurch fallen die monatlichen Kreditraten natürlich deutlich niedriger aus, sodass sich die Vorgabe bezüglich des 40 Prozent Haushaltseinkommens erfüllen lässt.

Nach Ablauf des Generationenkredits ist die gesamte Kreditsumme endfällig, muss also in einer Summe beglichen werden. In der Praxis erfolgt dann eine Anschlussfinanzierung oder das Haus geht an die Kinder über. Natürlich ist auch der Verkauf des Hauses eine Option. Hierbei lässt sich auf weiter steigende Immobilienpreise spekulieren, sodass der Generationenkredit sogar finanziell eine sinnvolle Option ist.

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