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Gute Geldanlagen für junge Leute?!

3. April 2023 by Wolfgang Walter

Wie tickt die junge Generation beim Thema Geld?

Die junge Generation in Österreich ist sparsamer als viele vermutet. Insbesondere ihre Sorgen wegen hoher Inflation und drohender Armut im Alter sind groß. Wie intensiv beschäftigen sich junge Leute mit ihrem Geld, wie steht es um ihre Finanzbildung und welche Möglichkeiten haben sie? Eine Bestandsaufnahme.

Hintergrundwissen zum Thema Geldanlagen für junge Leute

„Wovon willst du später einmal leben?“ Diesen Satz hat wohl jeder junge Erwachsene schon einmal gehört, wenn es um die eigene Zukunft geht. Eltern und Großeltern sorgen sich nicht nur in Sachen Berufswahl ein, sondern auch bei der Altersvorsorge der Kinder undc Enkel – für eine Zeit also , die noch in weiter Zukunft liegt.

Geldanlagen sind für junge Leute erst einmal zweitrangig: Nach der Schule geht es vor allem um die Frage, ob eine Ausbildung oder ein Studium begonnen wird, ob ein längerer Auslandsaufenthalt geplant wird oder ob vor dem weiteren Lebensweg ein Work-and-Travel- oder Au-Pair Jahr ansteht.

Auch, wenn die Interessen woanders liegen und die Finanzen meist knapp sind, sollten junge Menschen den Vermögensaufbau nicht völlig vernachlässigen. Und das tun sie in aller Regel auch nicht – wie zahlreiche Studien zeigen.

Inflation beschäftigt nicht nur „die Alten“

Nicht nur bei Rentnern und Familien in Österreich geht die Angst um: die Angst vor Rekord-Inflation, dem Kaufkraftverlust des eigenen Geldes. Das ergab die unlängst vorgestellte Studie. Somit ist ein Wirtschaftsthema noch vor Krieg und Klimawandel ganz oben auf die Liste der jugendlichen Sorgen gerutscht.

Hohe Preise und steigende Zinsen treffen die Jugend hart: Energie, Mieten und tägliche Konsumkosten werden immer häufiger zur Existenzfrage. Kredite sind oft unbezahlbar. Und als Sparer? Auch hier hat man nach jahrelangen Nullrunden trotz leicht anziehender Sparzinsen seine liebe Mühe, die aktuelle Geldentwertung nur annähernd auszugleichen. Um eine fundierte Entscheidung in Sachen Geldanlage treffen zu können, müssen sich gerade junge Sparer einige Fragen stellen:

  • Welche Geldanlagen gibt es überhaupt?
  • Wo investiere ich mein Geld?
  • Und was ist aktuell die beste Geldanlage für mich?

Dies alles hat auch Einfluss auf das Spar- und Konsumverhalten, wie die beiden Autoren Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann der, eingangs erwähnten Studie, feststellen: „Jeder beziehungsweise jede Dritte sagt, sie müssten aufgrund der Inflation jetzt auf Dinge verzichten, auf Dinge, die sie sonst gerne konsumiert hätten.“ Das können Kleidung, Essen oder Freizeitaktivitäten, aber auch die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Sparen ist angesagt in der jungen Generation – zunehmend allerdings in einer anderen Bedeutung.

Geldanlagen für junge Leute: Die Angst vor Altersarmut geht um

Neben der aktuellen Lage treibt die sogenannte Generation Z, also junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren, ein weiteres bekanntes Thema um: die Angst vor einer drohenden Altersarmut. „Einerseits wollen sie etwas zurücklegen, sie wissen aber: Eigentlich haben sie kaum etwas, um es zurückzulegen“, so Jugendforscher Schnetzer. Man stelle sich die Frage: Lohnt es sich eigentlich, etwas zurückzulegen? Neben den vielen Krisen sei das große Thema der jungen Generation aber auch Zuversicht.

Junge Generation spart wieder mehr: Das bestätigt auch der unter jungen Leuten beliebte schwedische Zahlungsdienstleister Klarna in seinem Money-Management-Report: Danach spart die junge Generation mehr als in früheren Jahren und sogar mehr als ältere Generationen. Die 18- bis 24-Jährigen legen 13 Prozent ihres Einkommens zurück, bei den Millenials, also den 25- bis 40-Jährigen, sind es insgesamt sogar 15 Prozent. Das Unternehmen, das besonders jungen Kunden Dienstleistungen zum digitalen Management ihrer Finanzen anbietet, hat zudem herausgefunden, dass junge Menschen Banking oder Börsen-Geschäfte überwiegend am PC oder via App regeln. Insgesamt sei das Finanzmanagement viel aktiver geworden. Kontostand und Ausgaben werden viel häufiger kontrolliert als in früheren Jahren.

Geldanlagen für junge Leute: bei der Finanzbildung hapert`s oft noch

Ein großes Manko wird indes beim Thema Geldanlage der jüngeren Generation deutlich: der weit verbreitete Mangel an Finanzwissen. Junge Menschen in Österreich sind mit der Niedrigzinsphase der letzten Jahre aufgewachsen. Sparzinsen waren tabu, meist blieb nur die Wahl zwischen Girokonto oder Aktien und ETFs. Zwar haben sich die jungen Leute sehr wohl mit dem Thema befasst – viel stärker sogar als die Generationen davor –, aber einseitig mit Fokus auf den Aktienmarkt. Was bis heute fehlt, ist eine umfassende Finanzbildung an den Schulen. Ein bekanntes Problem, nicht nur in Österreich.

Jugendliche wollen mehr Finanzbildung: Dabei wünschen sich gerade viele Jugendliche mehr Finanzbildung bereits an Schulen. Dies könnte den Umgang mit Geld und Geldanlageentscheidungen deutlich leichter und effektiver gestalten, und vor allem Verschuldung vorbeugen: Laut der erwähnten Studie sind um die 20 Prozent der Jugendlichen aktuell verschuldet. Was wenig verwundert, denn für junge Menschen ist es dank Sofort-Ratenkauf und Finanzierung via Internet einfacher geworden, Schulden zu machen. Motto: Jetzt leben, später zahlen!

Geldanlagen für junge Leute: Was zählt heute in Sachen Geldanlage?

Die junge Generation hat wenig Berührungsängste beim Thema Geldanlage – und das ist gut so. Börse, Rendite und Risiko sind für viele kein Gegensatz mehr. Wer heute als junger Mensch in Österreich Kapital und Sparvermögen aufbauen möchte, kommt am Thema Aktien, Fondas, ETFs oder Anleihen kaum umher. Diese Formen der Geldanlage bieten langfristig deutlich höhere Renditen als das schnöde alte Sparbücherl, aber auch klassische Tages- und Festgelder. Der ein oder andere entscheidet sich sicherlich für einen Sparplan oder einen Bausparvertrag. Dagegen ist nicht einzuwenden – aber wahre Renditen locken eben auch hier nicht.

Geldanlagen für junge Leute: Aktien und Fonds für mehr Rendite

Das erste Ziel bei einer langfristigen Börsenstrategie ist der Aufbau eines Grundgerüsts für weitere Investments. Hochspekulative Anlagen sollten dabei zunächst außen vor bleiben. Steht das Grundgerüst, können diese – zu einem kleinen Teil! – der Gesamtstrategie beigemischt werden. Bei den Wertpapieren zählen vor allem Optionsscheine zu den hochriskanten Anlageformen.

Aktien zählen zur etwas riskanteren Geldanlage. Sie können mit einzelnen Titeln eine sehr hohe Rendite erzielen, aber ebenso auch hohe Verluste einfahren. Das Risiko kann nur reduziert werden, wenn Sie Ihre Aktien sorgfältig auswählen, breit streuen und einen langfristigen Anlagehorizont haben. Für junge Menschen ist das kein Problem. Empfehlenswert ist eine Mischung aus Dividendenaktien und Wachstumsaktien.

Aktiv gemanagte Aktienfonds kauft man über seine Hausbank oder beim Onlinebroker. Sie werden von einem Fondsmanager betreut, der aktiv den Markt beobachtet und Aktien hinzukauft oder  verkauft. Grundsätzlich streuen Sie mit einem Fonds Ihr Risiko breiter als mit einzelnen Aktientiteln. Und: Neben den Depotgebühren sollte man unbedingt die Verwaltungskosten erkunden – diese können je nach Fonds sehr stark schwanken.

Geldanlagen für junge Leute: ETFs und Anleihen als Turbo

ETFs (Exchange Traded Funds) und ETF-Sparpläne sind ebenfalls eine Möglichkeit zur langfristigen Geldanlage bei kurzfristiger Verfügbarkeit des Kapitals. ETFs bilden in den meisten Fällen Börsen-Indizes wie beispielsweise den ATX, den DAX  oder den S&P 500 ab. Dank der breiten Streuung hält sich Risiko in Grenzen. Da ETFs nicht aktiv gemanagt werden, verursachen diese Indexfonds weiters weniger Kosten als Aktienfonds. Trotz der kurzfristigen Verfügbarkeit eignen sich ETF-Sparpläne für langfristige Geldanlagen, um zwischenzeitliche Verluste schlimmstenfalls aussitzen zu können. Auf lange Sicht ist die Wertentwicklung in der Regel deutlich besser uns ein klarer Performance-Turbo für die Jugend.

Mit Anleihen borgen sich Staaten oder Unternehmen Geld von ihren Anlegern und zahlen dies am Ende einer festgelegten Laufzeit zuzüglich Zinsen zurück. Obwohl Anleihen als sichere Investition gelten, bleibt immer das Risiko einer Unternehmensinsolvenz oder einer Staatspleite. Entscheidend sind die Rankings der Länder – bei Österreich gibt es da kein Problem.

Geldanlagen für junge Leute: Rohstoffe und Edelmetalle als Klassiker in der Krise

Die Anlage in Rohstoffen ist für Einsteiger ebenfalls nicht empfehlenswert. Physische Rohstoffe erzielen Rendite ausschließlich durch Wertsteigerungen, die aber kaum vorherzusehen sind. Eine Ausnahme bilden Edelmetalle wie Gold oder Silber. Diese können physisch (Barren und Münzen) oder in Form von Goldsparplänen in geringem Umfang (maximal fünf bis zehn Prozent des Vermögens) dem Anlageportfolio beigemischt werden – eignen sich aber nicht für eine ausschließliche Geldanlage. Gerade in Krisenzeiten sind Gold und Silber als sicherer Hafen gefragt – allerdings schwanken die Gold­ und Silberpreise und sind stark von der aktuellen Nachfrage abhängig.

Geldanlagen für junge Leute: Trendsetter Crowdinvesting und Kryptowährungen

Kryptowährungen und Crowdinvesting sind ein interessantes Thema und gerade bei jungen Anlegern immer stärker in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Eine Anlage in Digitalwährungen oder Unternehmensprojekte im Immobilienbereich sind aber hochspekulativ und können zu hohen Verlusten führen. Die möglichen Renditen fallen allerdings ebenfalls hoch aus. Neben den Wertschwankungen machen auch ungeklärte Regulierungsfragen, insbesondere Digitalwährungen zu ungeeigneten Anlagen für die eigene Altersvorsorge. Gleiches gilt für das Crowdinvesting, bei dem für Beteiligung in der Regel feste oder variable Zinssätze gezahlt werden, im Pleitefall kann Ihr gesamter Anlagebetrag verloren gehen kann.

Geldanlagen für junge Leute: Die Immobilie als Sicherheit

Vermietete Immobilien zählten zwar in den letzten Jahren zu den profitabelsten Geldanlagen überhaupt. Als Immobilieninvestor lassen Sie Ihr Geld bei der Bank für sich arbeiten, und Ihre Mieter zahlen Zins und Tilgung in Idealfall zurück. Eine sichere Geldanlage, die langfristig zu attraktiver Rendite führt, gerade in Zeiten hoher Inflation. Allerdings sind Immobilien – egal ob als Kapitalanlage oder selbst genutzt – aufgrund der hohen Einstiegskosten in der Regel keine Option für junge Anleger. Zudem sind die Zinsen zur Immobilienfinanzierung seit 2022 deutlich gestiegen und hohe Kosten für Sanierungen oder Renovierungen machen Rücklagen nötig. Immobilienfonds senken hier die Einstiegshürde deutlich. Viele Immobilienfonds sind aber nur begrenzt handelbar und durch die Konzentration auf eine Anlageklasse auch anfällig für Wertverluste.

7 Tipps zur Geldanlage für junge Leute

  • Versuchen Sie, immer eine Reserve von zwei bis drei Nettogehältern (Monatsbudgets) für unvorhergesehene Ausgaben bereitzuhalten.
  • Finden Sie eine gute Balance zwischen Risiko und Sicherheit und investieren Sie nur Geld, das Sie nicht zum Lebensunterhalt brauchen.
  • Machen Sie sich Gedanken über das Ziel der Anlage und beginnen Sie frühzeitig mit dem Sparen.
  • Verzichten Sie zum Anfang auf spekulative Anlagen, bei denen hohe Verluste möglich sind.
  • Streuen Sie Ihre Anlagen zur Risikominderung und überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie Teile in eine andere Anlageklasse umschichten sollten.
  • Starten Sie in der Karriere durch, passen Sie die Sparzahlungen an, sobald sich Ihr Einkommen ändert.
  • Vernachlässigen Sie nicht Ihre Ausbildung oder Ihr Studium, ein erfolgreicher Abschluss ist Voraussetzung für ein zukünftiges sicheres Einkommen.

Fazit zu Geldanlagen für junge Leute

Frühzeitig mit der Geldanlage ist wichtig, denn es verlängert den persönlichen Anlagehorizont deutlich. Langfristige Anlagen führen zudem in den meisten Fällen zu einer besseren Rendite, da zwischenzeitliche Verluste durch eine schlechte Wirtschaftslage über eine lange Laufzeit ausgeglichen werden können.

Tages- und Festgelder eignen sich als solide, flexible Basis. Geldanlagen in Wertpapiere sind risikoreicher als Anlagen auf Festgeld- oder Tageskonten. Gerade bei ETFs und Fonds lässt sich aber das Risiko durch eine breitere Streuung verringern. Bei Aktienfonds gibt es zudem Mischfonds, die zum Teil auf festverzinsliche Anlagen setzen und nur einen Teil des Sparbetrags in risikoreichere Papiere investieren. So ergibt sich automatisch eine Verteilung auf verschiedene Anlageklassen, ohne selbst aktiv zu werden.

Die meisten Geldinstitute bieten Wertpapiersparpläne an, viele verlangen einen monatlichen Mindestbetrag von nur 25 Euro. Insbesondere in Ausbildung und Studium – wenn die Kasse größtenteils noch knapp ist – lässt sich so mit kleinen regelmäßigen Beträgen bequem und risikoarm ein kleines Vermögen aufbauen, das später individuell eingesetzt werden kann – vom ersten Haushalt bis zur Altersvorsorge. Verbessert sich die finanzielle Lage, kann die Sparrate jederzeit aufgestockt werden.

Edelmetalle wie Gold oder Kryptowährungen hingegen sind nicht unbedingt die erste Wahl, zur Geldanlage in jungen Jahren. Hier sollten Rendite und Risiko besonders abgewogen werden. Wer langfristig denkt, Sicherheit sucht und über die nötigen finanziellen Möglichkeiten verfügt, sollte über eine Immobilie zur Geldanlage nachdenken. Auch hier kann ein Einstieg mit einer kleinen günstigen Wohnung sinnvoll sein, die in späteren Jahren zur Finanzierung einer größeren Immobilie eingesetzt wird.

Video: Investieren in deinen 20ern: Erfolgreich ins Leben starten!

Quelle: Finanzfluss / YouTube

FAQ Geldanlagen für junge Leute

Worauf muss ich als junger Mensch bei der Geldanlage achten?

Junge Menschen neigen manchmal zu einer höheren Risikobereitschaft und spekulative Anlageformen locken mit hohen Renditen. Neben möglichen Gewinnen sind aber auch hohe Verluste möglich. Achten Sie beim Einstieg vor allem auf einen soliden Vermögensaufbau mit der richtigen Balance zwischen Chance und Risiko, und riskieren Sie nur kleine Summen bei riskanteren Anlageformen.

Was ist die beste Geldanlage zurzeit?

Neben Tagesgeld, Festgeld und Sparanlagen kommen auch Kauf von Investmentfonds, Immobilien(fonds), Edelmetallen oder Aktien in Betracht. Grundsätzlich eignen sich Investitionen in Sachwerte (Aktien, Aktienfonds, Immobilien) als Mittel gegen die Inflation.

In welchem Alter sollte man anfangen Geld zu investieren?

Je früher, desto besser! Als Faustregel raten Finanzexperten, dass man ab einem Alter von 25 Jahren jährlich 15 Prozent seines Einkommens sparen sollte, und dabei im Leben durchschnittlich mehr als 50 Prozent der Ersparnisse in Aktien stecken sollte.

Warum junge Menschen in Aktien investieren?

Gerade zu Zeiten von hoher Inflation und Niedrigzins kann sich der Aktienkauf lohnen. Denn im Gegensatz zu Tagesgeldkonto oder Girokonto haben Sie mit Aktien oder gemanagten Fonds eine größere Chance auf Rendite. Und auch der Corona-Crash hat gezeigt: Der Markt erholt sich relativ schnell von Krisen.

Wie viel sparen junge Leute?

92 Prozent der Generation Z, also Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, legen Geld zur Seite. Bei den Babyboomern, die zwischen 56 und 75 Jahre alt sind, sparen hingegen nur 66 Prozent. Die Jüngeren legen dabei durchschnittlich 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, die älteren sieben Prozent.

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Refinanzierung bei Banken und Privathaushalten

27. Feber 2022 by Wolfgang Walter

Achtung:

In diesem Artikel geht es um Refinanzierung sowohl für Banken als auch Privatpersonen. Eine Erläuterung finden Sie hier. Wenn Sie sich direkt über die Refinanzierung von Konsum- oder Baukrediten für Privatpersonen informieren möchten, klicken Sie hier.

Wie läuft eine Refinanzierung ab?

Für eine ausreichende Liquidität ihrer Kreditgeschäfte müssen sich Banken refinanzieren. Am häufigsten genutzt wird die Refinanzierung über Spareinlagen ihrer Kunden, die Darlehensaufnahme über Geschäftsbanken und die Kreditaufnahme bei der EZB. Welchen Weg eine Bank wählt, schlägt sich auch in den Konditionen der privat aufgenommenen Kredite von Konsumenten nieder.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Quellen der Refinanzierung
Konditionen & Kosten
Refinanzierung von Konsum- & Baukrediten
Refinanzierung der EZB
Fazit
Video & FAQ

Refinanzierung – was bedeutet das?

Von Refinanzierung spricht man gemeinhin, wenn sich Banken Kapital beschaffen, um ihre Kreditgeschäfte finanzieren zu können (Geldschöpfung).  Die Vorsilbe „Re-“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „wieder, zurück“. Im Bankwesen ist damit gemeint, dass das Kreditinstitut ein Darlehen nicht aus eigenen Mitteln finanziert, sondern das erforderliche Geld aus einer anderen Quelle wiederbeschafft.

Dennoch ist der Sprachgebrauch für den Begriff Refinanzierung nicht einheitlich. Neben der Aufnahme von Geldern zur Kreditvergabe bei Banken wird der Begriff gelegentlich auch im Zusammenhang mit einer Umschuldung verwendet. In diesem Fall steht Refinanzierung als Synonym für Kreditablösung. Beispielsweise kann mit Refinanzierung auch die Ablöse einer bestehenden Immobilienfinanzierung oder auslaufenden Fixzinsvereinbarung gemeint sein.

Welche Quellen nutzen Banken zur Refinanzierung?

In aller Regel haben Kreditinstitute nur ein sehr niedriges bilanzielles Eigenkapital – daher benötigen sie Zugang zu Geldquellen. Zur Refinanzierung nutzen Banken oder Bausparkassen in Österreich parallel mehrere Quellen, um nicht von einer einzigen Finanzierungsquelle abhängig zu sein. Denn jede Finanzierungsquelle hat seine eigenen Kosten und Risiken.

Zu den zahlreichen Möglichkeiten der Refinanzierung zählen – neben den Eigenmitteln – beispielsweise die Sicht-, Termin- und Spareinlagen der Kunden, Schuldverschreibungen und Pfandbriefe, die Aufnahme eines Darlehens bei einer anderen Bank (Interbankengeldmarkt) oder die Refinanzierung über die Europäische Zentralbank (EZB).

Dabei hängen die Refinanzierungskosten der Banken von den aktuellen Marktzinsen, der eigenen Bonität und dem Vertrauen der Banken zueinander ab. Einer der wichtigsten Einflussfaktoren in Sachen Refinanzierung ist und bleibt aber die Geldpolitik der Notenbanken.

Die vier wichtigsten Refinanzierungsquellen von Banken – Vorteile und Nachteile:

Refinanzierung über Sicht-, Termin- u. Spareinlagen

Kunden legen ihr Geld bei Banken vielfältig an, beispielsweise in Tagesgeld und Festgeld, Sparbriefen oder auf Sparbüchern. Auch das Guthaben auf einem Girokonto zählt als Spareinlage. Die Refinanzierung eines Kreditvertrags über langfristig angelegte Gelder (Festgelder, Sparbriefe) bringt Banken Planungssicherheit. Refinanzieren sie sich hingegen über Geld, dass praktisch täglich von ihren Kunden abgehoben werden kann (Täglich Fällige Konten, Girokonten oder Sparbücher), handeln sie mit einem gewissen Risiko. Banken nutzen deshalb nur einen Teil der verfügbaren Spareinlagen – zumal sie gesetzlich verpflichtet sind, eine gewisse Mindestreserve der Kundengelder zur Liquiditätssicherung vorzuhalten. Insgesamt ist die Refinanzierung durch Kundenanlagen sehr attraktiv, da aktuell faktisch keine Zinsen gezahlt werden.

Darlehensaufnahme bei Geschäftsbanken

Geschäftsbanken geben an andere Banken Anleihen aus, Hypothekenbanken vergeben Pfandbriefe. Diese gängige Geschäftspraxis hat in der Vergangenheit zur Verschärfung der Finanzkrise ab 2008 beigetragen, sodass der Refinanzierungszinssatz bei dieser Form der Kapitalbeschaffung mittlerweile recht hoch liegt. Daher verzichten Banken teilweise auf diesen Weg der Darlehens-Refinanzierung. Sind die Refinanzierungskosten höher als die Zinseinnahmen aus dem vereinbarten Kredit an den Bankkunden, ist das ein Verlustgeschäft.

Kreditverkauf an Investoren

Beim Kreditverkauf veräußern Banken Forderungen an einen Dritten, daher wird diese Form der Kredit-Refinanzierung auch Forderungsverkauf genannt. Um solche Kredite verkaufen zu dürfen, müssen Kreditnehmer im Rahmen des Kreditvertrags über die Möglichkeit von ihrer Bank aufgeklärt werden. Daher nutzen Banken diese Form der Refinanzierung eher seltener – beispielsweise, wenn sie sehr kurzfristig neues Kapital benötigen.

Kreditaufnahme bei der Europäischen Zentralbank (EZB)

Notenbanken wie die EZB können ebenfalls kurzfristig Geld verleihen, wobei der Zinssatz dem Leitzins entspricht. Liegt der Leitzins bei null Prozent – wie aktuell –, können Banken die Refinanzierung bei der Europäischen Zentralbank ebenfalls zu null Prozent aufnehmen. Allerdings kommen dennoch Kosten auf sie zu – beispielsweise Gebühren oder Provisionen für die Emission. Da die EZB praktisch unbegrenzt Kapital zur Refinanzierung zur Verfügung stellt, ist dies eine der beliebtesten Quellen bei Banken.

Konditionen und Kosten einer Refinanzierung

Damit Banken sich am Markt Geld leihen können, müssen sie in der Regel eine hohe Bonität nachweisen. Zudem fordert das europäische Kreditwesengesetz als Folge der Finanzkrise ab 2008, dass Banken eine stabile Eigenkapitalquote mitbringen müssen. Weiters sind die entstehenden Kosten einer Refinanzierung abhängig vom gewählten Refinanzierungsweg. In erster Linie handelt es sich um Zinskosten – es können aber auch Emissionskosten und weitere Gebühren anfallen:

  • Zinskosten: Hinter den Zinsen verbirgt sich eine Reihe von Einzelpositionen. So werden hier beispielsweise Kosten für Schuldverschreibungen und Ausschüttungen zusammengefasst. Nicht zuletzt zählen zu den Zinskosten auch die Zinsen für die Eigenmittel.
  • Emissionskosten: Diese spielen bei der Refinanzierung über Anleihen eine Rolle. Sie schlagen massiv zu Buche und verteuern ein Kredit maßgeblich. So ist die Refinanzierung über Anleihen einer der teuersten, Wege überhaupt.
  • Gebühren und Provisionen: Schließlich kommen – gerade bei Forderungsverkäufen oder Interbankengeschäften – vielfach Gebühren und Provisionen für das Kreditgeschäft hinzu. Diese fallen höchst unterschiedlich aus.

Auswirkung der Refinanzierung auf Privatkunden

Aus den verschiedenen Möglichkeiten zur Refinanzierung der Banken ergeben sich einige Konsequenzen für uns Kreditnehmer. Diese schlagen sich in erster Linie im Zinssatz nieder.

Grundsätzlich gilt dabei für eine Bank dasselbe wie für Privatkonsumenten: Wenn sie sich aus einer Notlage heraus Geld leihen muss, beispielsweise weil sie nicht über Eigenkapital refinanzieren kann, bezahlt sie höhere Zinsen. Die Folge: Kreditnehmer dieser Bank müssen ebenfalls einen höheren Zinssatz für ihren aufgenommenen Kredit bezahlen.

Die gesamten Refinanzierungskosten für Banken hängen von drei wesentlichen Faktoren ab:

  • den aktuellen Marktzinsen
  • der Bonität der Bank
  • dem Vertrauen der Banken untereinander

Während der letzten Finanzkrise 2008 waren beispielsweise die Refinanzierungskosten sehr hoch, da nach der Lehman-Pleite im September 2008 die Banken das Vertrauen zueinander verloren hatten.

Tipp: Je höher die Refinanzierungskosten für Banken werden, desto höher sind auch die Zinsen, welche Sie für neue Kredite bezahlen. Denn Banken geben höhere Refinanzierungskosten bei Bedarf vor allem an Neukunden weiter. Wichtiger Einflussfaktor ist dabei der EZB-Leitzins.

Refinanzierung von Konsumentenkrediten und Immobilienkrediten

Geliehenes Kapital aus Refinanzierungen verwenden Banken für unterschiedlichste Kredite – vorderst zur Finanzierung von Immobilien, Kfz sowie sonstige Konsumgüter.

Refinanzierung von Konsumentenkrediten

Ratenkredite, Autofinanzierungen und Umschuldungen sind die häufigsten Gründe einer Refinanzierung bei Banken. Da diese höchst unterschiedliche Summen, Laufzeiten und Tilgungsmöglichkeiten aufweisen, müssen sich Banken stets nach passenden flexiblen Refinanzierungsquellen umsehen.

Konsumentenkredite werden in aller Regel zu Fixzinsen vergeben. Banken müssen solche Darlehen selbstverständlich zu höheren Zinssätzen an den Kunden bringen als den Refinanzierungssatz, den sie beispielsweise bei der Zentralbank oder am Interbankenmarkt bezahlen. Wäre dies nicht der Fall, würde die Bank beim Geldgeschäft über die gesamte Laufzeit einen Verlust erwirtschaften. Gleiches gilt für die zeitliche Flexibilität der Refinanzierungsquelle – wenn der Kunde seinen Ratenkredit, Autokredit, Minikredit oder Abrufkredit vorzeitig kostenfrei tilgt oder gar nicht in Anspruch nimmt, schmälert dies ebenso den Gewinn der Bank. Daher müssen Bankkunden für unterschiedliche Kreditarten mit unterschiedlichen Zinssätzen rechnen.

Refinanzierung von Immobilienkrediten

Immobilienkredite hingegen haben lange Kreditlaufzeiten von 15 bis 35 Jahre und können sowohl mit Fixzinsen oder variablen Zinsen ausgestaltet sein. Hier gilt es für die Bank eine verlässliche kostengünstige Geldquelle zu erkunden. Im Fall variabler Verzinsung, beispielsweise auf Basis des 3-Monats-Euribors, können sich Banken am Interbanken-Geldmarkt zu diesem Zins refinanzieren. Aktuell ist dies in der Praxis aufgrund der Negativzinsen allerdings nicht attraktiv. Die Verwendung in Sachen Immobilienfinanzierung sind ebenfalls recht unterschiedlich.

Gewerblicher Bereich: Im gewerblichen Bereich kommen beispielsweise Refinanzierungen von fertiggestellten Objekten infrage, wenn diese nicht verkauft, sondern weiter ökonomisch genutzt werden sollen. Die Rückzahlung des neuen Darlehens erfolgt durch die erwirtschafteten Mieterlöse.

Private Baufinanzierung: Refinanzierung betrifft zudem den Bereich privater Kreditnehmer, die einen neuen Baukredit suchen, oder ihre Baufinanzierung per adäquater Anschlussfinanzierung verlängern oder erneuern müssen. Drei Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist ist die finanzierende Bank verpflichtet, dem Kunden ein Anschlussangebot zu unterbreiten.

Variables Baugeld: Bei variablen Baugeldzinsen ist das Zinsänderungsrisiko natürlich besonders hoch. Durch die Refinanzierung des Darlehens kann die Zinsbelastung der Kreditnehmer auf ein untragbares Niveau steigen – etwa, wenn sich die Marktzinsen während der Kreditlaufzeit wesentlich erhöht und/oder sich die Bonität und Sicherheiten des Kredits verschlechtert haben. Im umgekehrten Fall, bei stark fallenden Bauzinsen, trägt hingegen die Bank ein erhöhtes Kostenrisiko – beispielsweise, wenn sie ihren Refinanzierungszinssatz nicht zeitnah anpassen kann.

Und wie refinanziert sich die Europäische Zentralbank (EZB)?

Als Ursprungsquelle des Geldes ist die EZB faktisch in der Lage, aus dem Nichts Geld zu erschaffen. Daher ist vielfach auch vom Geld drucken im Zusammenhang der europäischen Notenbank die Rede.

In der Praxis läuft dies wie folgt ab: Werden beispielsweise 15 Milliarden Euro für einen Anleihenkauf benötigt, gibt ein Mitarbeiter der Zentralbank die Summe in den Computer ein und per Mausklick erhalten die Partnerbanken der EZB für den Verkauf der Anleihen die betreffenden Summen auf ihren Konten gutgeschrieben. Somit sind im Handumdrehen 15 Milliarden Euro zusätzlich im Umlauf, welche wiederum für Kredite an die Realwirtschaft eingesetzt werden könnten.

Ein kurzes Fazit zum Thema Refinanzierung

Banken refinanzieren ihre ausgegebenen Kredite, weil sie selbst in aller Regel nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen. Eine Bank mit guter Bonität hat die Möglichkeit, Geld zu attraktiven Konditionen am Markt aufzunehmen und dieses entsprechend zu günstigen Kreditkonditionen an ihre Kunden weiterzugeben. Befindet sie sich hingegen in einer angespannten wirtschaftlichen Lage, kann sie Geld nur zu schlechteren Konditionen leihen – ihr bleibt im Grunde nichts anderes übrig, als ein Verlustgeschäft bei der Kreditvergabe zu akzeptieren oder alternativ teurere Kredite an Kunden auszugeben.

Wenn Banken oder Bausparkassen in Österreich beispielsweise einen variabel verzinsten Kredit vergeben, können sie sich am Interbankenmarkt zum aktuellen Referenzzins (meist 3-Monats-Euribor plus einen minimalen Aufschlag) refinanzieren. Allerdings herrschen derzeit Negativzinsen und somit ist dieser Markt aktuell praktisch nicht aktiv.

Für uns Konsumenten bleibt unterm Strich die Erkenntnis, dass die wirtschaftlichen Geschicke der Banken eine große Rolle dabei spielen, zu welchen Konditionen wir Kredite von ihnen bekommen. Allerdings bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Banken nicht dauerhaft gleich – deshalb ändern sich auch ständig deren Kreditangebote, sprich Kreditzinsen

Video: Was bedeutet Refinanzierung? Einfach erklärt (Immobilien Definitionen)

Quelle: Alex Düsseldorf Fischer / YouTube

FAQ

Wie funktioniert Refinanzierung?

Refinanzierung bedeutet allgemein die Aufnahme von Finanzmitteln, um Kredite zu vergeben. Insbesondere bei Kreditinstituten ist diese Kapitalbeschaffung zur Finanzierung des Aktivgeschäfts üblich. Das nötige Kapital lässt sich durch Kundeneinlagen, am Interbankengeldmarkt oder von Zentralbanken wie der EZB beschaffen.

Wann macht eine Refinanzierung Sinn?

Eine Refinanzierung macht Sinn, wenn für längere Zeit steigende Immobilienpreise erwartet werden, die Zinsen gesunken oder mit der Vermietung höhere Erträge als beim Verkauf zu erzielen sind. Refinanzierung betrifft zudem private Kreditnehmer, die ihre Baufinanzierung verlängern oder erneuern müssen.

Wie können die Banken Geld schöpfen?

In Wahrheit werden Kredite unabhängig von den Einlagen vergeben. Die Banken schaffen das Geld, quasi aus dem Nichts, indem sie die Summe auf dem Konto des Kreditnehmers einfach gutschreiben. Auf diese Weise entsteht mit jedem Kredit neues Geld – auch Geldschöpfung genannt.

Wie viel darf die Bank von meinem Geld verleihen?

Wenn eine Bank an Privatkonsumenten oder Firmen einen Kredit vergibt, schreibt sie diesen einfach auf dem Konto der Kunden gut. Banken können auf diese Weise grundsätzlich so viel Geld schaffen, wie sie möchten. Zwar unterliegen sie gewissen Vorschriften durch die Zentralbank, aber Ersparnisse (Eigenkapital) brauchen sie dafür nicht.

Wie refinanzieren sich Bausparkassen?

Die Refinanzierung der Bausparkassen erfolgt zum einen durch die Spareinlagen der Bausparer – allerdings begrenzt auf das 5-fache des haftenden Eigenkapitals. Weiters erfolgt die Refinanzierung durch Aufnahme von Darlehen bei anderen Banken und Kapitalsammelstellen wie beispielsweise der EZB.

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Inflation: Definition, Folgen und aktuelle Trends in Österreich

11. November 2021 by Wolfgang Walter

Wie sieht es in Sachen Inflation in Österreich aus?

Rund drei Prozent Teuerungsrate in den EU-Staaten, gar über vier Prozent bei unserem Nachbarn Deutschland: 2021 geht das Inflationsgespenst um. Das einstige Inflationsziel der EZB von zwei Prozent ist längst überschritten. Und in Österreich? Hier legen die Verbraucherpreise 2021 um voraussichtlich 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu – Tendenz steigend.

Inhaltsverzeichnis

Inflation: was bedeutet das?
Ursachen & Folgen
Messung Inflationsrate
Berechnung Inflationsrate
Entwicklung in Österreich seit 2010 
Corona-Krise & Inflation
Auswirkung auf Wohnkredite
Auswirkung auf Spareinlagen
Fazit
Video

Hintergrundwissen zum Thema Inflation

Zu Zeiten des Schilling war Inflation in Österreich nur selten ein Thema. Mit der Einführung des Euro nahm die allgemeine Steigerung der Preise rasant an Fahrt auf. Und spätestens seit der Bankenkrise 2008 und der Corona-Pandemie wird die Inflationsrate auch hierzulande zur Dauerbedrohung. Wie Inflation entsteht, wie sie berechnet wird und welche Folgen eine hohe Inflationsrate hat – das und mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Inflation: was bedeutet das?

Inflation meint einen generellen Anstieg der Preise von Waren und Dienstleistungen. Man bekommt weniger Güter für das gleiche Geld – das Geld wird weniger wert.

Eine allgemeine Erhöhung des Preisniveaus: Das bedeutet nicht nur einzelne Produkte werden teurer, sondern alle Waren und Dienstleistungen insgesamt. Für denselben Geldbetrag bekommen wir also im Alltag weniger als vorher – egal ob Energie, Lebensmittel, Kleidung, Auto oder Wohnung.

Das Gegenteil der Inflation – also sinkende Preise und steigende Kaufkraft des Geldes – nennen Ökonomen die Deflation.

Inflation: die Ursachen und mögliche Folgen

Wie entsteht Inflation?

Aber wie kommt es nun zu dieser Inflation? Dafür kann es unterschiedliche Faktoren geben. Beispielsweise, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot. Oder die Geldmenge im Allgemeinen zunimmt.

Aktuell wird die Teuerung in Österreich und Europa allen voran von gestiegenen Energiepreisen angeheizt. Die Weltkonjunktur erholt sich rasch vom Corona-Schock 2020. Der Energiehunger rund um den Globus ist entsprechend groß. Auch in vielen anderen Bereichen stehen Angebot und Nachfrage in einem ähnlich großen Missverhältnis. Grund: Lieferengpässe für Industrie und Einzelhandel – bei Rohstoffen, Vorprodukten und Waren des täglichen Bedarfs.

Zu guter Letzt tut die expansive Geldpolitik der Notenbanken ihr Übriges. Allen voran die EZB flutet den Markt seit Jahren mit unvorstellbaren Geldmengen – durch extrem, niedrige Leitzinsen und großangelegten Anleihenkäufe. Das lässt die Kaufkraft des Euro schwinden.

Welche Arten von Inflation gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man also drei verschiedene Arten der Inflation:

Angebotsinflation: Plötzlich sind weniger Waren und Dienstleistungen im Angebot – beispielsweise, weil die Rohstoffpreise gestiegen sind oder es Probleme mit der Produktion gibt. Die wenigen verbliebenen Produkte werden von den Unternehmen dann zu höheren Preisen verkauft.

Nachfrageinflation: Konsumenten auf einmal mehr Waren und Dienstleistungen kaufen, etwa um sich mit Lebensmitteln für eine Krise einzudecken. Die Unternehmen aber kommen mit der Produktion nicht schnell genug nach. Die Nachfrage übersteigt das Angebot und die Preise steigen.

Geldmengeninflation: Je mehr Geld im Umlauf ist, desto weniger Kaufkraft besitzt ein einzelner Euro. Bei der Geldmengeninflation nimmt die Menge an Geld zu. Zentralbanken pumpen Geld in die Märkte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Geld verliert insgesamt an Wert und die Preise steigen.

Meist wirken mehrere Inflationsarten zusammen und die Preissteigerung lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen.

Welche Folgen hat Inflation?

Die steigende Geldentwertung hat sowohl Folgen für die Wirtschaftslage als Ganzes als auch für jeden einzelnen Konsumenten. Schuldner sowie Besitzer von Sachvermögen und Immobilien profitieren. Zu den Verlierern gehört die Mittelschicht, insbesondere Arbeitnehmer und Pensionisten, aber auch Sparer.

Allgemeine Wirtschaftslage: Eine leichte Inflation wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus. Konsumenten erwarten, dass der Geldwert abnimmt, und geben das Geld lieber früher aus. Hohe Inflation hat jedoch negative Folgen für die Wirtschaft – ein starker Preisanstieg führt zu Unsicherheit in Bevölkerung und Unternehmen, die Teuerung kann schlimmstenfalls komplett außer Kontrolle geraten.

Schreckgespenst der Hyperinflation: Dies führt in der Folge zu Hyperinflation, wo die Preise Monat für Monat astronomisch klettern und am Ende sogar in einer Währungsreform enden, weil die alte Währung kaum mehr Wert besitzt. In Österreich kam es von 1919 bis 1924 zu einer Hyperinflation, in der Folge wurde dann die fast wertlose Krone durch den Schilling ersetzt.

Gewinner der Inflation: Wer Schulden hat, der profitiert. Denn die Schuldsumme bleibt, deren realer Wert aber sinkt. Vor allem hoch verschulden Staaten und Konsumenten mit langfristigen Verbindlichkeiten hilft die Inflation ihre Schulden schneller loswerden. Auch wer große Vermögen besitzt, kann Preissteigerungen gelassen entgegensehen – große Geldmengen lassen sich problemlos in Sachwerten wie Immobilien anlegen, die kaum an Wert verlieren.

Verlierer der Inflation: Wer hingegen ein festes Einkommen bezieht, der verliert. Insbesondere betrifft dies Arbeitnehmer, Pensionisten oder Arbeitslose. Löhne und staatliche Zahlungen werden gar nicht, gering oder verzögert an die Inflation angepasst – folglich können sich diese Gruppen immer weniger leisten. Weiters leiden auch Sparer mit einem kleinen Sparvermögen unter der Geldentwertung: Geld am Sparbuch oder die private Altersvorsorge sind plötzlich weniger wert.

Inflation: wie wird sie gemessen?

Wie lässt sich nun messen, ob und wie viel die Preise pro Jahr gestiegen sind? Zu diesem Zweck arbeiten Ökonomen mit einem durchschnittlichen Warenkorb und dem sogenannten Verbraucherpreisindex:

Der durchschnittliche Warenkorb

Die Inflation kommt bei Konsumentinnen und Konsumenten unterschiedlich an. Die einen fahren täglich Auto und spüren besonders steigende Benzinpreise. Andere kleiden sich gerne mit neuester Mode und bemerken die anziehenden Stoffpreise. Wiederum andere treffen vor allem die Preissteigerungen bei Tabakwaren oder Spirituosen.

Fiktiver Warenkorb: Zur Messung der allgemeinen Inflation wird daher in der Regel ein fiktiver durchschnittlicher Warenkorb von privaten Haushalten erstellt. Dieser enthält Lebensmittel, Kleidung, Elektronikartikel, Wohnkosten – kurz: alle Güter und Dienstleistungen, die die Österreicherinnen und Österreicher im Durchschnitt konsumieren. Für diesen Warenkorb wird monatlich der Gesamtpreis ermittelt, um daraus die monatliche bzw. jährliche Inflation zu berechnen.

Der Verbraucherpreisindex

VPI in Österreich: Zum Vergleich der Preise verwendet man den Verbraucherpreisindex (VPI) – also die jährliche Steigerungsrate in Prozent: Häufig ist von der sogenannten Indexanpassung zu lesen, beispielsweise bei Mietzins, bei Versicherungsbeiträgen oder beim Einkommen. Hierbei werden die Zahlungen an die allgemeine Teuerung angepasst. Steigt der VPI beispielsweise um 2,3 %, werden auch Mietvorschreibungen oder Versicherungsbeiträge um 2,3 % angehoben.

HVPI der EU: Neben dem österreichweiten VPI gibt es noch den sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Dieser wird EU-weit auf die gleiche Weise ermittelt. Somit lässt sich mit dem HVPI die Teuerung der einzelnen EU-Länder vergleichen.

Beispielrechnung

Anhand des durchschnittlichen Warenkorbes lässt sich die Inflation einfach berechnen. Angenommen, der Warenkorb kostete zu Beginn 2020 genau 750 Euro. Ein Jahr später kostet der gleiche Warenkorb 775 Euro. Dann lassen sich Inflationsrate und Verbraucherpreisindex anhand folgender Formel berechnen:

Inflationsrate

(Neuer Preis/Alter Preis) * 100 – 100 = Inflationsrate
(775/750) * 100 – 100 = 3,3 %

Verbraucherpreisindex (VPI)

Der VPI von 2021 (auf Basis von 2020) beträgt dann: 103,3 

Inflation in Österreich: die Entwicklung seit 2010

Zur Messung der allgemeinen Inflation verwendet man die Inflationsrate. Diese geigt auf, um wie viel Prozent die Preise gestiegen sind. Kostet beispielsweise ein Einkauf in einem Jahr 500 Euro und im nächsten 515 Euro, beträgt die Inflationsrate 3 %.

Die Inflation in Österreich schwankte in den letzten Jahren zwischen knapp 0 % und 4 %. Ein Preisanstieg um die 2 % gilt als normal und ist auch das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).

Durchschnittliche Jahresinflation in Österreich von 2010 bis 2020

Jahr 

Jährliche Inflationsrate in Österreich

2010 

1,9 %

2011 

3,3 %

2012 

2,4 %

2013 

2,0 %

2014 

1,7 %

2015 

0,9 %

2016 

0,9 %

2017 

2,1 %

2018 

2,0 %

2019 

1,5 %

2020 

1,4 %

Quelle: Statistik Austria

Inflation 2021: Wie die Tabelle zeigt, unterliegt die jährliche Inflationsrate großen Schwankungen.

Laut der aktuellen Prognose des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) vom Oktober 2021 werden die Verbraucherpreise in Österreich im Jahr 2021 voraussichtlich um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen.

Inflation 2022: Für 2022 wird eine stärkere Teuerung um 3 Prozent erwartet. Österreichische Nationalbank (OeNB), Bundesministerium für Finanzen (BMF), Internationaler Währungsfonds (IWF) und andere namhafte Institutionen prognostizieren hier für Österreich teils deutlich geringere Inflationsraten: Allen gemein ist aber ein anhaltend hohes Inflationsniveau in den kommenden Jahren.

Quelle: Statista.com

Corona-Krise: kommt jetzt die große Inflation?

Unter der Corona-Krise seit 2020 leiden Wirtschaft, Soloselbstständige und Arbeitnehmer besonders hart. Die EU und die Europäische Zentralbank (EZB) versuchen die Krisenfolgen mit Milliardenprogrammen abzufedern. Allein Österreich stützte die heimische Wirtschaft seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie mit über 30 Milliarden Euro. In den USA wurden sogar knapp zwei Billionen Dollar für Corona-Maßnahmen budgetiert, hinzu kam ein Infrastrukturprogramm von einer Billion Dollar.

Knappheit im Warenverkehr: Logistische Ungleichgewichte bei Containerschiffen, unfallbedingte Blockaden und witterungsbedingte Missernten führen weltweit zu unterbrochenen Lieferketten und geringeren Frachtraten in vielen Bereichen. Partielle Warenknappheit und Preisanstiege sind hier die Folge.

Steigende Energiepreise: Weiters gibt es starke Basiseffekte bei Rohöl, diversen Energie-Rohstoffen sowie bei Industriemetallen. Deren Preise sind im vergangenen Jahr besonders stark gestiegen. Vor allem der volatile Energiepreisanteil im HVPI des Euroraums bewirkte einen Inflationsanstieg von 0,9 % im Jänner auf 3,0 % im August 2021. Für Europas größte Volkswirtschaft Deutschland sind sogar Inflationsraten um die 5 Prozent in diesem Jahr als möglich.

Steigende Verbraucherpreise als zwischenzeitliche Erscheinung

Ökonomen sind optimistisch: Aus Sicht vieler Ökonomen handelt es sich dabei aber um vorübergehende Phänomene. Mit dem Abebben der Corona-Pandemie 2021 und dem Auslaufen von Sonderfaktoren wie Mehrwertsteuersenkungen dürfte die Inflation wieder sinken. Eine gefährliche Aufwärtsspirale in Sachen Inflation durch ansteigende Löhne und Preise sehen Ökonomen zurzeit nicht.

Notenbanken noch gelassen: Auch die Notenbanker, egal ob von Fed oder EZB, scheinen dies bislang zu glauben. Anders sind die monatlichen Anleihen-Ankäufe und historisch niedrige Leitzinsen nicht zu erklären. Selbst die Bondmärkte, vor allem die Renditedifferenz zwischen normalen und inflationsgeschützten Anleihen, preist dies ein, denn die eingepreiste Inflationsrate im Markt liegt weit unter der tatsächlichen.

Viel von den erwarteten Konjunkturprogrammen und Lieferkettenunterbrechungen sind in den aktuellen Rohstoffpreisen bereits enthalten. Auch der aktuelle Preisschub durch die Knappheit an den Rohstoffmärkten dürfte bei Ausweitung von Produktionskapazitäten und Maßnahmen zur Verringerung des Materialverbrauchs spätesten 2023/ 2024 sein Ende finden.

Inflationseffekte für 2022: Unsicherheiten bestehen aber weiterhin für das Jahr 2022 durch Zweitrundeneffekte einer Lohn-Preisspirale. Doch wie stark Löhne und Gehälter in Österreich und der EU sich verteuern, bleibt abzuwarten.

Genauso, wie stark die Pricing-Power der Unternehmen wirklich ist. Können Produzenten und Handel höhere Kosten tatsächlich an die Konsumenten abwälzen? Oder müssen Unternehmen aufgrund des Wettbewerbs einen Teil der Verteuerung selbst einpreisen. Im letzteren Fall wäre die Preis-Kosten-Schere der Unternehmen nachhaltig beschnitten und die Teuerungsraten fielen deutlich geringer aus.

Inflation nach 2022: wie geht es weiter?

Was viele Konsumenten aktuell umtreibt, ist die Frage: Bleibt die hohe Inflation auch nach 2022 ein Thema in Österreich? Hier gibt es gute Gründe, aber es sprechen auch Argumente dagegen:

Faktoren für eine Fortsetzung aktueller Inflationstendenzen:

  • Zeitverzögerungen in der Weitergabe von Rohstoffpreissteigerungen
  • Lieferverzögerungen durch Containerknappheit und Blockaden
  • Ernteeinbußen durch Umweltkatastrophen und Streiks
  • Personalmangel quer durch alle Branchen
  • Rohstoff- und Mikrochip-Knappheit in Schlüsselindustrien
  • Anhaltendes Geldmengenwachstum (aktuell jährlich um 10 bis 14 %)

Argumente gegen eine fortschreitende Inflation

  • Schweinezykluseffekte: Schneller Kapazitätsausbau stoppt das Angebotsdefizit oder führt sogar zu Überschüssen.
  • Gegenteilige Basiseffekte: Rasche Preisumkehr ausgehend von der aktuell hohen Preisbasis.
  • Drohende Pleitewelle: Vermehrte Lagerabverkäufe nach Ablauf von Stundungen und Sonderprogrammen.
  • Weitere Lockdowns: Massenentlassungen und Pleitewellen infolge neuer Virusmutationen.

Welche Auswirkung hat die Inflation auf Wohnkredite?

Generell profitieren alle Kreditnehmer in Österreich von der Inflation: Denn der nominale Betrag ihres Kredits bleibt gleich, das Geld aber ist weniger wert. Somit sinkt die reale Schuldensumme und Kredite können leichter zurückgezahlt werden. Kredite lassen sich, quasi weg inflationieren.

Einkommen hinken hinterher: Allerdings steigen Löhne und Gehälter meist nur mit zeitlichem Verzug zur Inflation. In Österreich sind diese sind in den vergangenen Jahren nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Verbraucherpreise. Wenn Sie also Ihren Wohnkredit durch ein regelmäßiges Einkommen finanzieren müssen, können Sie in den meisten Fällen nicht oder nur zum Teil von steigenden Inflationsraten profitieren.

Anlegerwohnungen profitieren: ganz anders die Lage bei Anlegerimmobilien. Wenn Sie Ihr Kapital in Wohnung oder Haus investieren und die Kreditraten durch Mieten finanzieren, haben Sie bessere Karten. Denn der Mietzins wird jedes Jahr verlässlich an den neuen Verbrauchpreisindex angepasst. Somit steigen die Mieten in gleicher Höhe zur Inflation, die Kreditsumme bleibt natürlich die gleiche.

Fixzins-Kredite von Vorteil: Mit dem Preisanstieg steigen auch die am Markt vorherrschenden Kreditzinsen. Bei Krediten mit variablem Zinssatz fressen somit die höheren Zinsen die Vorteile der Inflation wieder auf. Sie sollten also zwingend ihre Bauzinsen durch Fixzinsvereinbarungen absichern und einem drohenden Inflationsverlust vorbeugen. In der aktuellen Tiefzinsphase rentieren sich Wohnkredite mit langfristigen, fixen Zinsen besonders.

Welche Auswirkung hat die Inflation auf Spareinlagen?

Eine höhere Inflation schwächt nicht nur die Kaufkraft von Verbrauchern, sie betraft insbesondere Anleger und Sparer – und das gleich doppelt.

Mickrige Einlagezinsen: Sparbücher oder Tagesgeldkonten werfen aktuell kaum noch Zinsen ab. Das darauf geparkte Geld kann praktisch nicht vermehrt werden – im Gegenteil.

Steigende Geldentwertung: Denn durch die Inflation verlieren Spareinlagen Jahr für Jahr an Wert. Faktisch eine Enteignung von Sparern, die bei hoher Inflation beschleunigt wird.

Altersvorsorge in Gefahr: Insbesondere Sparer mit einem kleinen Sparvermögen leiden aktuell unter der Geldentwertung in Österreich. Das Geld am Sparbuch und die private Altersvorsorge ist dann plötzlich weniger wert. Bei länger anhaltender Inflation kann dies sogar die Vorsorge fürs Alter ins Wanken bringen.

Die gefühlte Inflation: wird wirklich alles immer teurer!?

Schließlich ist das Thema Inflation immer eine subjektive Angelegenheit. Fragt man Konsumenten auf den Straßen Wiens, haben die allermeisten den Eindruck, dass die Preise in Österreich enorm steigen: Das Leben wird immer teurer!

Das widerspricht aber in vielen Fällen nicht der tatsächlichen Teuerung, die wir im Alltag oft schlecht abschätzen können. Dann ist von der gefühlten Inflation die Rede – wofür es mehrere Gründe gibt:

  • Bei Waren und Dienstleistungen des Alltags fällt es besonders auf, wenn sie teurer werden (Lebensmittel, Kleidung, Friseur…).
  • Viele Zahlungen werden automatisch per Kontoeinzug abgewickelt, hier fallen Preisveränderungen kaum auf (Telefon- und Handyrechnungen, Versicherungen…).
  • Weiters tragen einige Waren besonders stark zur Inflation bei, weil sie einen großen Teil der Ausgaben ausmachen (Wohnkosten, Energiekosten…).
  • Schließlich ist das individuelle Konsumverhalten höchst unterschiedlich. Wer überwiegend inflationsanfällige Waren und Dienstleistung in Anspruch nimmt, empfindet die Teuerung besonders stark (hohe Spritpreise für Berufspendler…)

Fazit zum Thema Inflation

Wie viel Inflation ist gut und wann wird sie für uns zur Gefahr? Eine anhaltend hohe Inflationsrate hat ernste Folgen. Sie führt zur Verunsicherung bei Unternehmen und Konsumenten – Gift für jede Volkswirtschaft. Zentralbanken sind daher auf stabile Preise und eine geringe Inflation bedacht. Die Europäische Zentralbank (EZB) zielt seit längerem auf eine Inflationsrate im Bereich um 2 % pro Jahr ab. Nicht zuletzt, um einen gewissen Sicherheitsabstand zur Deflation zu wahren.

Denn eine Inflationsrate unter null – die sogenannte Deflation – wirkt sich ebenso negativ auf das Wirtschaftswachstum und letztlich auf uns Konsumenten aus. Diese ist von keiner Zentralbank erwünscht und wird seit Jahren mit einer anhaltenden Niedrigzinspolitik unterbunden.

Eine leichte Inflationsrate ist dagegen kein Grund zur Sorge. Zwar mag es ärgerlich sein, wenn das ein oder andere Lieblingsprodukt im Alltag wieder teurer geworden ist. Ein leichter Preisanstieg ist jedoch prinzipiell etwas Gutes – und optimal für die wirtschaftliche Entwicklung.

Entscheidend ist es natürlich, dass Löhne und Gehälter rechtzeitig angepasst werden, sodass die reale Kaufkraft jedes Einzelnen erhalten bleibt. Hier stehen vorderst die Tarifpartner und Gewerkschaften in der Verantwortung – notfalls kann auch die Zentralbank schnell auf die Bremse steigen und den Preisanstieg abmildern.

Video: Inflation steigt massiv an

Quelle: OE24.TV / YouTube

FAQ

Wie hoch ist die Inflation in Österreich 2021?

Laut der Prognose des WIFO, die im Oktober 2021 veröffentlicht wurde, werden die Verbraucherpreise in Österreich im Jahr 2021 voraussichtlich um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. Für 2022 wird eine stärkere Teuerung von um die drei Prozent erwartet.

Wie stark wird die Inflation in den nächsten Jahren?

Im Jahr 2020 belief sich die durchschnittliche Inflationsrate weltweit auf rund 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2021 wird die Inflationsrate weltweit auf rund 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Darüber hinaus kann mit weiteren Steigerungen gerechnet werden – auch in der EU und in Österreich.

Was passiert, wenn die Inflation steigt?

Inflation bezeichnet einen anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Verkürzt gesagt: Inflation herrscht, wenn die Preise für eine große Anzahl an Waren, Produkten und Dienstleistungen steigen und nicht wieder sinken. Passiert das, verringert sich die Kaufkraft des Geldes. Ein Euro ist also weniger wert.

Wer profitiert von einer hohen Inflation?

Inflation nützt Schuldnern und schadet Gläubigern. Denn mit der Geldentwertung schrumpft auch der reale Wert von Forderungen. Der größte Gewinner ist deshalb der Staat, Häuslebauer und Kreditnehmer. Dagegen schwächt die Inflation die Kaufkraft und frisst die meist niedrig verzinsten Sparguthaben auf.

Warum ist eine zu hohe Inflation schlecht?

Eine hohe Inflationsrate bremst Volkswirtschaft aus. Das Geld verliert an Wert, das Wirtschaftswachstum schrumpft, Unternehmen und Konsumenten werden in ihren Entscheidungen verunsichert. Preise und die Geldmenge in einer Volkswirtschaft sollen möglichst stabil bleiben, um eine zu hohe Inflation zu verhindern.

Was passiert bei einer Inflation mit Immobilien?

Im Zuge einer anhaltenden Inflation steigt der Preis von Immobilien, ebenso wie anderer Produkte. Hingegen verliert das Geld und alle monetären Anlageformen an Wert. Daher ist oft die Rede von einem Ausgleich der Geldentwertung durch die im Preis bzw. Wert steigenden Immobilien.

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Kreditzinsen aktuell

27. Juli 2021 by Wolfgang Walter

Warum Kreditzinsen vergleichen?

Kredite bei Banken in Österreich sind aktuell billig wie nie. Ein Vergleich der Kreditzinsen lohnt sich immer: egal, ob Sie einen Konsumentenkredit und Wohnkredit, eine Baufinanzierung oder einen Autokredit brauchen. Entscheidend sind ein günstiger effektiver Jahreszins und flexible Kreditbedingungen. Jetzt Kreditzinsen online vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Kreditzinsen
Kreditzinsen beim Konsumkredit
Kreditzinsen beim Autokredit
Wohnkredit und Baufinanzierung
Kreditzinsen sparen durch Umschuldung
FAQ

Hintergrundwissen zum Thema Kreditzinsen

Sie brauchen ein neues Auto, wollen eine Immobilie finanzieren oder brauchen Geld für dringende Investition und Wünsche? Dann sollten Sie vorderst die aktuellen Kreditzinsen von Banken und Kreditinstituten im Internet vergleichen, bevor Sie zum erstbesten Kredit greifen. Jedes zehntel Prozent hilft Zinsen sparen und bringt Sie deutlich günstiger am Ziel. Onlinekredite sind in Sachen Kreditzinsen und flexibler Rückzahlung unschlagbar.

Aktuelle Kreditzinsen – Zinsen für Kredite günstig wie nie

Nie war für Kreditnehmer in Österreich die Gelegenheit besser, einen günstigen Online-Kredit bei Banken mit besten Zinsen zu bekommen. Seit Jahren sorgt das niedrige Zinsniveau für wahre Schnäppchen bei den Darlehenszinsen oder bietet die Chance bestehende Kredite preiswert umzuschulden.

Grund hierfür ist die anhaltende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Was Sparer und Anleger bei mageren Sparzinsen für Tagesgeld oder Festgeld verzweifeln lässt, oder diesen künftig Strafzinsen am Giro- und Sparkonto abverlangt, bietet Kreditnehmern und Häuslebauern eine einmalige Chance: Die Zinsen für alle Kredite sind und bleiben günstig wie nie!

Tipp: Ein Vergleich der Kreditzinsen erspart Ihnen hunderte Euro im Jahr, je nach Kreditart, Betrag und Laufzeit. Günstige Kredite finden Sie in den Kreditrechnern auf unserem Kreditportal für Österreich. Hier können Sie die monatliche Kreditrate exakt berechnen, sehen die wichtigsten Nebenbedingungen der jeweiligen Bankangebote auf einen Blick und können direkt Ihren Kredit online beantragen.

Günstige Kreditzinsen beim Konsumkredit

Wer kurzfristig 5.000, 10.000 oder 20.000 Euro als Kreditsumme braucht, ist mit einem modernen Onlinekredit bestens bedient. Ab gut drei Prozent an effektiven Jahreszinsen kostet ein Konsumkredit über 3.000 Euro bis 65.000 Euro bei vielen Direktbanken derzeit – mit flexiblen Laufzeiten von 12 bis 120 Monaten. Von solchen Zins-Offerten können Konsumenten bei manchen Filialbanken vor Ort trotz guter Bonität nur träumen. Aktueller Top-Player am Zinsmarkt ist die Santander Consumer Bank mit 3,07% Effektivzins.

Vorsicht bei Lockangeboten: Beim Check der Kreditzinsen sollten Sie die vielen Lockangebote aus der Werbung mit Vorsicht betrachten. Vor allem gilt dies für so manche Null-%-Finanzierung oder minimale Nominalzinsen, welche im Schaufenster für einen Kredit versprochen werden. Einen Kredit ohne Zinsen gibt es in Österreich leider nicht – und wenn doch, dann für geringe Kreditsummen und kurzfristigen Minikrediten.

Tipp: Bevor Sie auf solcherlei Lockangebote abfahren, sollten Sie sich vorderst nach einem Konsumkredit mit günstigen Kreditzinsen bei einer Bank umsehen. Und wenn Sie als Barzahler auftreten, gibt es den einen oder anderen Prozent Rabatt vom Kaufpreis bei Elektrogeräten, Möbel und Co noch obendrauf. Mit einem preiswerten Online-Konsumkredit Sparen Sie doppelt!

Bessere Kreditzinsen beim Autokredit

Ein weiterer Klassiker in Sachen Finanzierung ist der Autokredit. Diesen gibt es neben den Banken der Autohersteller und der Hausbank bei vielen Direktbanken in Österreich zu besonders günstigen Konditionen. Mit Laufzeiten über 24 und 36 Monate oder länger. Ebenso wie beim Konsumkredit stehen hier flexible Summen bis zu 65.000 € für den Neu- oder Gebrauchtwagenkauf parat.

Sicherheit bringt Zinsersparnis: Da ein Fahrzeug in der Regel viel Geld kostet und den Banken eine hohe Sicherheit in Form des realen Gegenwerts bietet, ist der Zinssatz bei einem Kfz-Kredit von Haus aus attraktiver. Gerade bei der Autofinanzierung können Konsumenten mit Kreditangeboten aus dem Internet gleich doppelt punkten: durch günstigste Konditionen online und einen satten Rabatt als Barzahler beim Autokauf.

Tipp: Wenn Sie cash mit einem billigen Online-Kredit in der Tasche bar bezahlen, winken Ihnen teils zweistellige Preisnachlässe beim Händler: Günstigerer Fahrzeugpreis dank geringerer Kreditsumme plus günstige Online-Kreditzinsen – ein Autokredit-Vergleich zahlt sich doppelt aus.

Optimale Kreditzinsen bei Wohnkredit und Baufinanzierung

Erst recht lohnt sich ein Online-Vergleich der Kreditzinsen, falls eine Renovierung oder die Baufinanzierung einer kompletten Immobilie anstehen. Hier können Kreditnehmer dank Zweckbindung und hypothekarischer Besicherung bei Banken, Sparkassen oder einem Kreditvermittler von minimalen Bauzinsen optimal profitieren. Dies gilt besonders bei guter Bonität und ausreichend Eigenkapital.

Kleine Zinsunterschiede mit großer Wirkung: Bei den hohen Kreditsummen und langen Laufzeiten einer Immobilienfinanzierung machen sich kleinste Zinsunterschiede enorm bemerkbar. Bei einer Kreditsumme in der Höhe von 100.000 Euro bedeuten ein halber Prozent Unterschied beim Hypothekenzins über die Jahre tausende Euro Ersparnis für Sie – wer hier nicht vergleicht, zahlt drauf.

Tipp: Vor allem bei den zahlreichen Angeboten der Direktbanken in Österreich lassen sich beste Konditionen sichern. Die aktuellen Bauzinsen für eine typische Standardfinanzierung starten ab 0,50 %. Manche Bank und Sparkasse am Ort berechnet hier noch das fünffache an Bauzinsen. Eine unverbindliche Anfrage zur Baufinanzierung über unseren Partner Optifin ist rasch erledigt.

Kreditzinsen sparen durch Umschuldung

Viele Konsumenten in Österreich haben einen oder mehrere Privatkredite abgeschlossen und zahlen hohe Zinsen. Hier lässt sich per Vergleich der aktuellen Kreditzinsen zügig Geld sparen. Zum einen waren Kredite vor Jahren mit Sicherheit viel teurer als heutige Kreditofferten. Zum anderen sitzen viele auf einem Vertrag, der kaum flexible Rückzahlungen oder Ratenpausen ermöglicht.

Onlinekredite günstig und flexibel: Ein moderner Online-Kredit kann dies deutlich besser. Dieser bietet niedrige Kreditzinsen und macht Ihre Haushaltskasse deutlich flexibler. Dank Sondertilgungen, vorzeitiger Kompletttilgung oder Ratenpausen schafft er für Sie und Ihre Familie zahlreiche finanzielle Möglichkeiten. Mobiler und unabhängiger im Alltag – und das komplett spesenfreie.

Kreditvergleich zeigt Sparpotenzial auf: Um von hohen Zinsen und starren Kreditverträgen rasch loszukommen, hilft ein Vergleich möglichst vieler Kreditanbieter. Die Unterschiede bei Zins und Tilgung sind groß, das Sparpotential bei Umschuldung enorm. Zudem übernehmen Direktbanken die komplette Abwicklung kostenfrei als Service.

Tipp: Machen Sie sofort den Kredit-Check bei Ihren alten Kreditverträgen. Berechnen Sie die Summe aller aktuellen monatlichen Kreditzinsen und erkunden Sie eventuelle Kosten für die Ablösung der bestehenden Kredite. Ein Kreditrechner zur Umschuldung zeigt Ihnen in wenigen Schritten die Kreditkosten für Ihren neuen Kredit sowie die monatliche Ersparnis

FAQ Kreditzinsen

Worauf sollten Sie beim Kreditvergleich achten?

In unseren Kreditvergleichen können Sie Ratenkredite von bis zu 65.000 Euro – für verschiedenste Zwecke mit Laufzeiten von wenigen Monaten bis zu 10 Jahren. Der Kreditantrag läuft bei allen Anbietern online – oft völlig digital. In Sachen Baufinanzierung sind Sie mit unserem Partner Optifin dank Online-Anfrage ebenso rasch und günstig am Ziel.

Welche Bank gibt Kredit bei schlechter Bonität?

Ob Ihr Kredit bewilligt wird, hängt von Ihrer Bonität ab. So bekommen Sie im Falle einer guten Bonität und positiver KSV bei allen Banken in Österreich ein Darlehen zu günstigen Kreditzinsen. Bei schlechter Bonität können Kleinkredite von Startups wie Cashper oder Cashpresso ein Weg sein, einfach an einen Konsumkredit zu kommen.

Wie bekomme ich den besten Kredit?

Für die beste Kreditofferte sind folgende Dinge wichtig:

  • Bonität prüfen und verbessern.
  • Kreditbetrag, monatliche Rate und Laufzeit realistisch bestimmen.
  • Richtige Kreditart wählen.
  • Kredit gemeinsam mit einer weiteren Person aufnehmen.
  • Kreditangebote einholen und vergleichen.

Welches ist die beste Bank für Kredite?

In unserem Kreditrechner finden Sie diverse Banken. Über eine hohe Annahmequote verfügt die Santander Consumer Bank. Diese bietet Jahreszinsen ab 3,07 % – der aktuell günstigste Kredit. Weitere Kreditinstitute in Österreich mit günstigen Zinsen, Flexibilität und bestem Online-Service finden Sie in unserer Bankenübersicht.

Welche Bank ist seriös?

Alle Banken in unseren Kreditvergleichen sind seriöse Kreditinstitute und bieten beste Online-Konditionen. Einen kleinen Überblick zu den Top Geldhäuser in Österreich finden Sie in den ausführlichen Bank-Porträts auf unserer Übersichtsseite.

Wie bekomme ich einen Kredit trotz KSV-Eintrag?

Wenn Sie einen negativen SCHUFA-Score oder KSV-Eintrag haben, bekommen Sie bei Banken in Österreich in der Regel keinen Konsum- oder Ratenkredit. Dasselbe gilt für einen Sofort- oder Blitzkredit ohne KSV, der noch heute ausgezahlt werden soll, oder für einen Autokredit ohne KSV, wenn Sie diesen Kredit bei einer österreichischen Bank beantragen.

Bei welchem Gehalt kann ich mir welchen Kredit leisten?

Als Faustregel gilt laut Konsumentenschützer, dass Kreditnehmer nicht mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Finanzierung eines Kredits oder Immobiliendarlehens aufwenden sollten. Für einen Arbeitnehmer mit 4.000 Euro brutto im Monat, verheiratet und zwei Kindern wären rund 1.200 Euro monatliche Kreditrate möglich.

Wie hoch sind momentan die Kreditzinsen?

Die besten Jahreszinsen für Ratenkredite bietet aktuell die Santander Consumer Bank mit 3,07 %. Der Best-Zins für einen zehnjährigen Hypothekarkredit liegt derzeit bei 0,50 Prozent, bei einem 15-jährigen Hypothekardarlehen bei rund einem Prozent, bei einem 20-jährigen Hypothekardarlehen mit rund 1,15 Prozent knapp darüber.

Was kostet ein Baukredit über 10 oder 20 Jahre?

Beispielrechnungen für eine Baufinanzierung über 100.000 Euro und 300.000 Euro 2021

Kreditsumme 

Laufzeit 

Zinssatz 

Monatliche Rate 

100.000 €

10 Jahre

1,0 %

876 €

300.000 €

20 Jahre

1,0 %

1.379 €

100.000 €

10 Jahre

1,5 %

897 €

300.000 €

20 Jahre

1,5 %

1447 €

100.000 €

10 Jahre

2,0 %

920 €

300.000 €

20 Jahre

2,0 %

1517 €

Eine Wohnung im Wert von 100.000 € ist im Falle einer günstigen Verzinsung von einem Prozent nach 10 Jahren mit einer Monatsrate von 876 € abgezahlt.

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