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Mieten oder mit Kredit Eigenheim kaufen

Wann lohnt es sich, eine Immobilie zu kaufen?

In der Regel lohnt die Immobilie, wenn diese ohne Kredit finanziert werden kann. Anderenfalls gilt es, die fälligen Kreditraten mit dem aktuellen Mietzins zu vergleichen. Fällt der Kreditzins höher aus, ist Mieten günstiger. Allerdings sollten Konsumenten in Sachen mieten oder kaufen langfristig rechnen – gerade als Selbstnutzer der Immobilie.

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Inhaltsverzeichnis

Mieten oder kaufen
Wohnkosten
Baufinanzierung: Zinsen
Vergleich von Miethöhe und Bankrate
Kaufpreis-Miete-Verhältnis berechnen
Mieten oder kaufen: Unterschiede
Mieten oder kaufen: Vermögensvergleich
Vergleich mieten oder kaufen
Fazit 

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Rendite bei Immobilien?
Was ist der Unterschied zwischen Mieten und Leasen?
Was ist besser: Wohnung kaufen oder mieten?
Warum lieber mieten statt kaufen?
Was sind die Vorteile vom Mieten und Kaufen?

Hintergrundinformationen zum Thema mieten oder kaufen

Wer auf die Suche nach einer neuen Immobilie ist, kommt rasch auf die Frage: Zur Miete wohnen oder Eigentum erwerben? Die Antwort auf diese Frage hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab.

Natürlich ist Mieten in aller Regel deutlich flexibler, spontaner und mit weniger Aufwand verbunden.

Dennoch muss der monatliche Betrag für Haus oder Wohnung zum Benutzen aufgewendet werden. Hierfür eine Anschaffung zu tätigen, die man in einigen Jahren sein Eigentum nennen kann, erscheint sinnvoll.

Mieten oder kaufen: eine Frage des persönlichen Typs

Bevor Sie aufs Geld schauen, sollten Sie grundsätzlich abwägen, ob Sie sich in den nächsten Jahrzehnten eher als Eigentümer oder als Mieter einer Immobilie sehen. Wie unterschiedlich das Grundgefühl beider Gruppen ist, erleben besonders Bewohner von Mehrfamilienhäusern, in denen Eigentümer und Mieter nebeneinander wohnen. Während die einen häufig mit dem Hausgeld und den Kosten für Instandhaltung hadern, bemängeln die anderen rasant steigende Mieten, zu hohe Nebenkosten und vielfach ausbleibende Reparaturen.

Auf der anderen Seite weisen Eigentümer wie Mieter gern auf die Vorteile hin: Eigentümer leben in dem Selbstverständnis, dass sie mit jeder Monatsrate an die Bank Vermögen aufbauen. Mieter hingegen verweisen darauf, dass mit der Monatsmiete die Nutzung vom Eigenheim vollständig bezahlt sind. Um Schäden und Reparaturbedarf muss man sich nicht kümmern – das erledigen, Vermieter oder Verwalter.

Unabhängiger Eigentümer: Das häufige Argument, als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung sei man unabhängiger, stimmt zum Teil. Einerseits fällt mit dem Kauf die Abhängigkeit vom Vermieter weg. An dessen Stellen treten andererseits in der Regel finanzierende Bank, Gemeinde und Nachbarn, mit denen es sich für die nächsten Jahrzehnte zu arrangieren gilt. Hinzu kommt die Tatsache, dass er sich schlicht ständig auf irgendeine Weise um die Immobilie kümmern muss.

Flexibler Mieter: Mieter hingegen führen an, dass sie flexibel bleiben wollen oder müssen. Wer aus beruflichen Gründen in den nächsten Jahren häufiger mit einem Umzug in eine andere Stadt rechnen muss, benötigt diese. Denn wie der Vermögensvergleich zeigt, ist ein Wiederverkauf nach wenigen Jahren kein gutes Geschäft. Allerdings sind Mieter in vielen Städten Österreichs längst nicht so flexibel wie in vergangenen Jahren: Die realen Angebotsmieten liegen über dem lokalen Mietspiegel – wer umziehen möchte oder muss, darf deutlich höhere Mietkosten einkalkulieren.

Tipp: Die Entscheidung über das Mieten oder Kaufen ist ein Stück weit eine Typ-Frage und Sie sollten überlegen, was besser zu Ihnen und Ihren Plänen passt. Es gilt, den kurzfristigen und langfristigen Blick auf die Finanzen keinesfalls außer Acht lassen. Als Erstes kann eine kleine Pro- und Contra-Liste bei der Wohnentscheidung helfen:

Eigentum finanzieren oder Mietimmobilie nutzen: die jeweiligen Vor- und Nachteile

Immobilie zur Miete Immobilieneigentum
Vorteile Flexibilität beim Umzug
Kurzfristig günstiger
Rasche Abwicklung
Vermögensbildung
Altersvorsorge
Langfristig günstiger
Nachteile Steigende Mietpreise
Keine Eigentumsbildung
Teils befristete Verträge
Hohe Nebenkosten.
Aufwändige Ortswechsel
Eigenkapital notwendig

Wohnkosten: Mieten in Österreich werden immer teurer

In fast allen Städten und Regionen Österreichs steigen die Immobilienpreise seit Jahren deutlich, die Quadratmeterpreise beim Mieten haben in den vergangenen Jahren ebenso angezogen – durchschnittlich auf knapp 16 Euro pro m². Insbesondere in den Landeshauptstädten und den größeren Metropolen mussten Mieter auf Sicht der letzten zehn Jahre teilweise mit einer Verdoppelung der Mieten für Wohnimmobilien rechnen. Konsumenten mit mittleren und gehobenen Einkommen können so ihre Wohnträume mittlerweile vielfach nicht mehr problemlos verwirklichen – egal ob Kauf oder Miete.

Ein ausschlaggebender Faktor, der für Eigentum sprechen kann, sind steigende Mieten. Hierbei sind die Unterschiede je nach Bundesland enorm.

Durchschnittlicher Mietpreis für Neuwohnungen in Österreich im 2. Quartal 2023 (30 qm – in Euro pro m²):

  • Tirol 20,74 Euro
  • Innsbruck 22,21 Euro
  • Salzburg 16,80 Euro
  • Wien 18,51 Euro
  • Vorarlberg 14,38 Euro
  • Niederösterreich 12,24 Euro
  • Steiermark 11,84 Euro
  • Graz: 12,14 Euro
  • Oberösterreich 11,85 Euro
  • Linz 13,88 Euro
  • Kärnten 12,87 Euro
  • Burgenland 12,33 Euro
  • Österreich Schnitt 15,89 Euro

Baufinanzierung: Zinsen für Wohnbaukredite und Erspartes in Österreich steigen wieder

Ob Mieten oder Kaufen einer Wohnung bzw. eines Hauses für Sie besser ist, hängt nicht nur von der aktuellen Monatsmiete ab. Auch die Höhe der Immobilienzinsen ist entscheidend, mitunter können weitere Faktoren wie die Verzinsung Ihres Eigenkapitals eine Rolle spielten.

Das kurzfristige Tagesgelder wie längerfristige fix verzinste Sparkonten seit einiger Zeit wieder bessere Rendite abwerfen, hat sich herumgesprochen. Deutlich angezogen haben jedoch die Zinsen für Immobilienfinanzierungen aufgrund der zahlreichen Abhebungen beim EZB-Leitzins und EURIBOR im vergangenen Jahr. Je nach Summe, Laufzeit und Bonität der Kunden bewegen wich diese im Schnitt um die vier bis fünf Prozent. Experten sehen kurzfristig keine deutlichen weiteren Zinssteigerungen, mittelfristig könnte jedoch eine leichte Aufwärtsbewegung stattfinden.

  • Entwicklung der Zinsen in Österreich

Beispielrechnung: Mögliche Ersparnis beim Eigenheim im Vergleich zur Mietwohnung

Für einen monatlichen Mietzins von 750 Euro kann man aktuell durchschnittlich rund 233.000 Euro über eine Laufzeit von 30 Jahren finanzieren. Die Gesamtbelastung beträgt rund 270.000 Euro. Im Vergleich dazu beträgt die Gesamtbelastung durch die Miete über 30 Jahre mehr als 375.000 Euro. Die monatliche Miete würde aufgrund der Inflation in 30 Jahren gut 1.400 Euro ausmachen.
So würde sich ein durchschnittlicher Eigentumswohnungsbesitzer in 30 Jahren über 105.000 Euro ersparen.

Tipp: Für die Entscheidung zwischen Miete und Eigentum ist zu berücksichtigen, dass Mieten einer jährlichen Inflation unterliegen und jährlich teurer werden, wogegen der Kreditbetrag zumindest bei fixen Zinsen über die Laufzeit gleichbleibt. Laut Statistik Austria beträgt die jährliche Inflation über die letzten 28 Jahre knapp 2,2 %.

Vergleich von Miethöhe und Bankrate: hier kann es rasch trügerisch werden

Wer zur Miete wohnt und sich für den Kauf eines neuen Eigenheims interessiert, schaut als Erstes auf seine monatlichen Mietausgaben und vergleicht diese mit der möglichen monatlichen Darlehensrate der Bank nach einem Kauf.

Die einfache Überlegung: Liegen beide gleich oder ist die finanzielle Belastung durch die Kreditrate niedriger, lohnt es sich zu kaufen. Eine solch simple Regel greift viel zu kurz. Denn sowohl Monatsmiete als Kreditrate für die Bank sind eine Momentaufnahme. Eine Baufinanzierung läuft in der Regel über mehrere Jahrzehnte. Welche Lösung beim Mieten oder Kaufen langfristig besser ist, hängt nicht nur von der aktuellen Miete, dem Kaufpreis und den Zinsen ab, sondern von deren Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten. Entscheiden ist somit die gesamte Kostensituation.

Zinsen sinken, Nachfrage steigt: Die sinkenden Zinsen seit der Finanzkrise 2008 haben dazu geführt, dass die Nachfrage nach Immobilien in Österreich deutlich gestiegen ist. Davon profitieren in erster Linie die Verkäufer der Immobilien und alle, die an dem Geschäft verdienen: Makler, Bauträger, Projektentwickler und Banken. Sie als Käufer zahlen hingegen deutlich höhere Preise, haben entsprechende höhere Schulden und tragen das Risiko wieder steigender Zinsen – mit dem entsprechenden Rückgang der Nachfrage. Dieser Rückgang wiederum kann perspektivisch über die Jahre den Wert der Immobilie drücken.

Mieten und Kaufpreise: Die niedrigen Zinsen führen weiters dazu, dass sich Mieten und Kaufpreise auseinanderentwickeln: Mieter denken eher darüber nach, bei einem Wohnungswechsel gleich zu kaufen. Die Mieten steigen dann langsamer als die Kaufpreise. Statt aktuelle Mietzahlungen und mögliche Darlehensraten beim Hypothekarkredit zu vergleichen, sollten Sie vielmehr Mieten und Kaufpreise miteinander vergleichen. Denn das Verhältnis von Jahreskaltmiete mit dem angebotenen Kaufpreis ist ein guter Hinweis für das Preisniveau in einer bestimmten Stadt oder Region.

Kaufpreis-Miete-Verhältnis berechnen: auf das gilt es zu achten

Wer als Mieter mit dem Gedanken spielt, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, hat eine klare Vorstellung davon, in welcher Region oder Stadt die Immobilie liegen soll. Weiters suchen Interessenten in größeren Metropolen in bestimmten Stadtteilen – die sie kennen oder in Sachen Arbeitsweg und Freizeitwert für attraktiv halten. Entsprechend groß sind die Unterschiede sowohl bei den Mieten als bei den Kaufpreisen.

Wenn Sie einschätzen möchten, ob Kaufen oder Mieten in Ihrer Wunschregion oder Ihrem Wunschviertel günstiger ist, sollten Sie vorderst darauf achten, dass Sie möglichst identische Häuser oder Wohnungen vergleichen: gleiche Wohnfläche, gleiches Alter oder vergleichbares Niveau bei der Ausstattung. Wenn Sie sich für eine bestimmte Immobilie interessieren, kennen Sie ja den Kaufpreis – und benötigen dann noch eine Angabe zur Miete.

Wichtig: Achten Sie für einen Vergleich darauf, mit einer aktuellen Angebotsmiete für eine vergleichbare Immobilie rechnen und nicht mit Zahlen aus den vergangenen Jahren. Entscheidend ist die Kaltmiete. Teilen Sie dann den angebotenen Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete für die Immobilie.

Beispielrechnung: Eine Wohnung mit 100 Quadratmetern Wohnfläche wird für 240.000 Euro offeriert. Die Kaltmiete am Ort beträgt durchschnittlich zehn Euro pro Quadratmeter. Das ergibt eine Kaltmiete von 1.000 Euro pro Monat bzw. eine Jahreskaltmiete von 12.000 Euro. Der Kaufpreis beträgt das 20-fache der Miete. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro läge der Faktor hingegen bei 25. Dies gilt auch für den Fall, dass der Kaufpreis 240.000 Euro beträgt, die erzielbare Miete beträgt dann nur acht Euro pro Quadratmeter.

Tipp: Als grobe Faustregel in Sachen Kaufpreis-Miete-Vergleich gilt. Bis zu einem Faktor 20 sind Kaufpreise, im Vergleich zur Miete, relativ günstig. Ab einem Faktor 25 wird das Ganze relativ teuer.

Vergleich mit Rendite anderer Anlagen: Hintergrund dieser Faustregel ist die Bedeutung des Kaufpreis-Miete-Verhältnisses für Kapitalanleger. Wer eine Wohnung als Geldanlage kauft, vergleicht die erzielbaren Überschüsse mit der Rendite anderer Anlageformen. Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis ist nichts anderes als der Kehrwert der Bruttomietrendite. Mit dieser berechnet der Kapitalanleger, wie viel die Immobilie pro Jahr vor Kosten abwirft. Eine Jahresmiete von 12.000 Euro bei einem Kaufpreis von 240.000 Euro (Faktor 20) entspricht dann einer Bruttomietrendite von fünf Prozent, ein Faktor von 25 dagegen einer Bruttomietrendite von vier Prozent. Bezieht der Kapitalanleger noch die Kaufnebenkosten und laufende Ausgaben für Verwaltung und Instandhaltung in seine Rechnung ein, sinkt diese anfängliche Mietrendite. Je höher der Faktor, desto geringer ist die Mietrendite – und umso eher wird der Kapitalanleger zögern. So sollten Sie es halten, wenn Sie überlegen, selbst in die Immobilie einzuziehen.

Tipp: Kurzfristig dient das Kaufpreis-Miete-Verhältnis als erste Einschätzung, ob ein Kaufpreis eher günstig oder überzogen ist. Eine günstige Immobilie ist keine Garantie dafür, dass Sie als Käufer langfristig besser fahren. Bei der Frage, ob Sie Mieter bleiben oder lieber Eigentümer werden, gilt es den Blick auf das erzielbare Vermögen nach Jahrzehnten zu richten.

Mieten oder kaufen: in Städten und Bundesländern nehmen die Unterschiede zu

Seit einigen Jahren ist klar, dass sich in den kommenden Jahrzehnten in Österreich die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Bundesländern in Sachen Miet- und Immobilienpreise noch weiter zunehmen werden: Dynamischen Regionen mit vielen Zuzügen werden Städte und Regionen mit sinkender Bevölkerung gegenüberstehen – hieraus ergeben sich unterschiedliche Perspektiven beim Wiederverkauf einer Immobilie nach zehn, 20 oder gar 30 Jahren.

Prosperierende Regionen: In den attraktiven Regionen und Metropolen dürften Immobilien in ihrem Nominalwert weiter ansteigen. Selbst wenn die Bautätigkeit und damit das Angebot zunimmt. In schrumpfenden Regionen und auf dem flachen Lande hingegen kann es sein, dass künftig gerade ältere Immobilien deutlich an Wert verlieren.

Ländliche Regionen: Wer in einer ländlichen Region Haus oder Wohnung lieber kaufen statt mieten möchte, sollte sich vorderst die Frage stellen: Wird diese Gegend in 20 oder 30 Jahren noch Menschen anziehen, die meine Immobilie dann zu attraktiven Konditionen erwerben wollen?

Mieten oder kaufen: der langfristige Vermögensvergleich ist entscheidend

Beim langfristigen Vermögensvergleich von Mieter und Käufer hat der Käufer zunächst das Nachsehen: Wer eine Immobilie finanziert, benötigt Eigenkapital und muss eine Menge Geld aufnehmen. Beim Kauf werden zunächst Grunderwerbssteuer und Notarkosten fällig. Weiters kommt in vielen Fällen die Courtage des Maklers hinzu. Diese Nebenkosten beim Immobilienerwerb liegen je nach Bundesland und Maklerbeteiligung zwischen acht und 12 Prozent. Diese Ausgaben muss der Käufer mit vorhandenem Geld bestreiten. Beim Mieter in der gleichen Ausgangslage bleibt dieses Guthaben dagegen erhalten.

Eigenkapital und Vermögensbildung: Zusätzlich zu den Nebenkosten für den Kauf benötigt der Käufer weiteres Eigenkapital für die Finanzierung. Ideal ist ein Anteil von 20 Prozent, mit einem geringeren Anteil gewähren Banken heute einen Baukredit – oder nur mit merklich höherem Zinssatz. Sein Eigenkapital wandelt der Käufer sofort in Immobilienvermögen um, der Rest von Haus oder Wohnung gehört der Bank. Erst mit den Tilgungszahlungen über die Jahre sinkt die Restschuld, und das Vermögen des Käufers steigt nach und nach an. Der Mieter wiederum behält sein Guthaben und kann es langfristig am Kapitalmarkt anlegen.

Nutzung vs. Tilgung und Instandhaltung: Sowohl Mieter als Käufer verwenden in den kommenden Jahrzehnten einen großen Teil seines Einkommens für das Thema Wohnen: Während es bei Betriebs- und Heizkosten keine Unterschiede geben sollte, zahlt der Mieter für die Nutzung der Wohnung, während der Käufer eine Monatsrate aus Zins und Tilgung an die Bank überweist. Dazu kommen beim Käufer Kosten für die Instandhaltung.

Tipp: Vergleichbar werden die beiden Wege dann, wenn auf beiden Seiten gleiche Ausgaben stehen. Liegen die Ausgaben des Mieters unter denen des Käufers, so legt der Mieter diesen Überschuss langfristig an und baut damit Vermögen auf. Zahlt er mehr, so muss er auf sein Guthaben zurückgreifen.

Nebenkosten einplanen: Die Nebenkosten für Mieter in Österreich liegen durchschnittlich bei rund zwei bis drei Euro pro Quadratmeter – je nach Immobilie und Lage. Für Immobilienkäufer empfiehlt es sich dagegen im Schnitt rund vier Euro pro Quadratmeter einzuplanen, worin Strom und Telekommunikation enthalten sind. Zusätzlich ist durchschnittlich die Bildung einer Rücklage von einem Euro pro Quadrat sinnvoll, um spätere Reparaturen und Instandhaltungen finanzieren zu können.

Beispielrechnung für einen Vermögensvergleich: Berechnungsgrundlage ist ein Paar, dass die Wohnung wechselt und vor der Entscheidung steht, entweder wieder in eine Mietwohnung zu ziehen oder direkt eine Eigentumswohnung zu kaufen. Für die Entwicklung der Bauzinsen ist angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase von einem moderaten Zinsanstieg in den nächsten 20 Jahren auszugehen.

Folgende Grunddaten gelten als Annahme für unsere Beispielsrechnung:

Angebotspreis Wohnung 300.000 €
Wohnfläche 100 Quadratmeter
Monatliche Kaltmiete 1.000 €
Kaufpreis-Miete-Verhältnis 25
Eigenkapital 75.000 €
Zinssatz der Baufinanzierung 2 %
Anfänglicher Tilgungssatz 2 %
Kosten für Instandhaltung 1,5 € pro qm pro Monat
Anstieg bei Instandhaltung 1 % pro Jahr
Zinsentwicklung der Baufinanzierung Anfangs 2 %, nach 10 Jahren 3 %, nach 20 Jahren 3,5 %
Zinsentwicklung bei der Geldanlage Anfangs 1 % oder 5 %, Anstiege nach 10 Jahren +1 %, nach 20 Jahren: +0,5 %

Der Kaufpreis liegt in unserer Beispielrechnung beim 25-Fachen der Jahreskaltmiete, und es fallen vergleichsweise hohe Nebenkosten an, weil allein der Makler – so wie in Wien oder anderen Metropolen üblich – sieben Prozent erhält. Weiters liegen die Nebenkosten beim Immobilienerwerb zwischen fünf und 15 Prozent des Kaufpreises.

Die beiden nachfolgenden Szenarien zeigen auf, wie sich unterschiedliche Verläufe bei der Wertentwicklung, dem Mietanstieg und der Geldanlage des Mieters langfristig auswirken können:

Szenario 1: Käufer als rascher Gewinner

Geht man nun davon aus, dass Immobilienpreise und Mieten in den nächsten Jahren mit jeweils einem Prozent pro Jahr weiter steigen und die Bauzinsen moderat ansteigen (nach zehn Jahren auf drei Prozent, nach 20 Jahren auf 3,5 Prozent) und sich bei Geldanlagen kaum Renditen erzielen lassen (anfänglicher Guthabenzins: ein Prozent, nach zehn Jahren: zwei Prozent, nach 20 Jahren: 2,5 Prozent), so liegt der Käufer nach weniger als zehn Jahren beim Vermögensvergleich vorn.

In diesem Szenario gelingt es dem Mieter nicht, Vermögen aufzubauen – im Gegenteil: Wenn der Käufer seine Wohnung abbezahlt hat, zehrt die fortlaufende Mietzahlung beim Mieter dessen Vermögen auf. Der Käufer profitiert davon, dass er im Alter mietfrei wohnt.

Tipp: Dieses Szenario scheint zurzeit realistisch zu sein. Es macht eine Baufinanzierung zum klaren Gewinner gegenüber einem Mietverhältnis und befeuert aktuell die Nachfrage nach Immobilien in Österreich.

Szenario 2: Mieter holt mit der Zeit auf 

 Was passiert ohne Wertentwicklung der Immobilie? Wenn in Zukunft die Nachfrage nach Immobilien sinkt oder die jetzt bestehende hohe Nachfrage dazu führt, dass permanent neue Wohnungen auf den Markt kommen? Eine Wohnung, die zehn oder 20 Jahre genutzt wurde, hat nicht mehr denselben Wert wie beim Erstbezug. Dazu muss die Nachfrage insgesamt nach Jahren schon deutlich ansteigen und das Angebot an Immobilien entsprechend knapp sein.

Wenn sich die Immobilienpreise und Mieten nicht ändern, holt der Mieter gegenüber dem Käufer deutlich auf: Der Käufer überholt ihn später und der Mieter baut Vermögen auf.

Tipp: Dieses Szenario ist für Österreich realistisch. Sinken die Immobilienpreise, bleibt der Mieter sogar für lange Zeit vorn.

Vergleich mieten oder kaufen: das sollten Sie tun

Sie sollten eine Immobilie kaufen, wenn… Sie sollten weiter Mieter bleiben, wenn…
…Sie langfristig an einem Ort bleiben möchten oder müssen. …Sie eher flexibel bleiben möchten oder müssen.
…Sie die finanzielle Belastung einer Immobilie gut verkraften können. …Sie mit Schulden eher schlecht schlafen würden.
…Sie sich gern um Ihre Immobilie kümmern möchten. …Sie Ihre Wohnung einfach nutzen möchten.
…Sie bereit sind, unerwartete Ausgaben für Reparaturen zu tragen. …Sie keine unerwarteten Ausgaben haben möchten.
…Sie ein günstiges Objekt in guter Lage gefunden haben. …es in Ihrer Stadt keine günstigen Objekte mehr gibt.
…Sie nicht ergänzend zur gesetzlichen Rente im Alter vorsorgen möchten. …Sie ohne Immobilie diszipliniert Geld fürs Alter zurücklegen.
…Sie nicht an die Chancen des Aktienmarktes glauben. …Sie bereit sind, Ihre Rücklagen langfristig am Aktienmarkt zu investieren.
…Sie erkannt haben, dass eine Immobilie nicht automatisch wertstabil sein muss. …Sie Ihr Vermögen lieber aufteilen möchten, anstatt es in einen einzelnen Vermögensgegenstand zu investieren.

Fazit zum Thema mieten oder kaufen einer Immobilie

 Mieter bleiben oder Eigentümer werden? Dies ist eine haarige Entscheidung, bei der es viele Facetten zu beachten gilt: Kaufen und finanzieren einer Immobilie hat langfristig entscheidende Vorteile, aber der Mieter kann finanziell am Ende ebenso vorne liegen.

Beim Kauf einer Immobilie geht es ums Geld und um die persönliche Einstellung. Unabhängigkeit vom Vermieter und Flexibilität sind für viele Konsumenten ein wichtiger Grund, vom Mieter zum Häuslebauer und Eigentümer zu werden. Solcherlei Gründe sind berechtigt, Sie sollten die finanziellen Aspekte dennoch nicht komplett überlagern. Wer Haus oder Wohnung zu teuer kauft und bei der Finanzierung die aktuell günstigen Konditionen per Vergleich nicht nutzt, riskiert, langfristig viel Geld zu verlieren. Wer zu einem guten Preis vom Mieter zum Käufer wird und zum besten Immobilienkredit finanziert, kann langfristig viele Zinskosten senken und automatisch für die Altersvorsorge sparen.

Als Mieter müssen Sie dagegen einige Entscheidungen treffen, damit der Vermögensaufbau wirklich gelingt: Gerade, wenn Sie aktuell günstig zur Miete wohnen, sollten Sie so bald wie möglich anfangen zu sparen. Das Geld sollte nicht langfristig auf mager verzinsten Sparkonten parken, sondern langfristig und renditeorientiert angelegt werden. Beispielsweise in Wertpapiere oder Fondssparpläne. Mitunter lockt als Mieter ein höheres Vermögen als beim Immobilienkauf.

Schließlich gilt in Sachen mieten oder kaufen: Man sollte sein gesamtes Vermögen nicht in einer einzelnen Geldanlage halten. Aktien und Co. unterliegen hohen Schwankungen. Sinkt die eigene Immobilie aufgrund mangelnder Nachfrage über Jahrzehnte im Wert, kann Immobilieneigentum zum finanziellen Bumerang werden. Dies gilt insbesondere, wenn die ersehnte Immobilienfinanzierung auf wackeligen Füßen steht. Eine Nachfinanzierung oder der zwangsmäßige Verkauf von Haus und Wohnung sind kein gutes Geschäft.

FAQ zum Thema Immobilie mieten oder kaufen

Wie berechnet man die Rendite bei Immobilien?

Um die Nettomietrendite zu berechnen, addieren Sie die Kaufnebenkosten dem Kaufpreis hinzu. Subtrahieren Sie anschließend von der Nettokaltmiete die Verwaltungs- und Instandhaltungskosten, um den Jahresreinertrag zu erhalten. Dividieren Sie zuletzt den Jahresreinertrag durch die Investitionskosten.

Was ist der Unterschied zwischen Mieten und Leasen?

Der Unterschied zwischen Leasing und Mieten besteht darin, dass Sie als Nutzer des Leasing-Objektes alle Rechte, Risiken und Pflichten haben, die bei der traditionellen Miete in der Regel Ihr Vermieter trägt. Im Gegensatz zu einem Mietvertrag haftet Sie als Leasing-Nehmer für Beschädigungen oder den Ausfall des Objekts.

Was ist besser: Wohnung kaufen oder mieten?

Wenn Sie vor der Frage stehen, ob Sie lieber mieten oder kaufen möchten, sind steigende Mieten definitiv ein wichtiger Faktor. Sie können die monatlichen Kostenvorteile mit der Zeit aufzehren und das Mieten am Ende teuer machen als den Hauskauf oder Kauf einer Eigentumswohnung. Am besten genau durchkalkulieren!

Warum lieber mieten, statt kaufen?

Eines der Argumente für den Kauf eines Eigenheims ist, dass die Miete jedes Jahr steigt. Das Kapital und die Zinsen für die Hypothek bleiben im Gegensatz Jahr für Jahr gleich. Wenn das Haus an Wert gewinnt, steigen die Vermögenssteuern und Versicherungen. Dann kann sich Mieten mehr lohnen.

Was sind die Vorteile vom Mieten und Kaufen?

Mieten Kaufen
flexibel bei der Wahl des Wohnortes  Sicherheit, da Eigentümer 
geringere Verantwortung für Pflege und Instandhaltung  Platz und Freiraum für die Familie iund freie Gestaltung
keine Kredite notwendig  Geldanlage für das Alter, die zudem bewohnt wird

relativ geringe Nebenkosten 

Kosten bleiben konstant, während Mieten aktuell immer weiter steigen
Wertsteigerung in guten Lagen 
Zusätzliche Einnahmen durch Vermietung

Immobilien als Geldanlage

Wann rentiert sich eine Immobilie als Geldanlage?

Der Kauf einer Immobilie als Kapitalanlage ist dann sinnvoll, wenn der Kaufpreis nicht überhöht ist und Sie die Immobilie dauerhaft zu guten Konditionen vermieten können. Schon bei der Objektauswahl sollten gewisse Punkte berücksichtigt werden. Denn je nach Immobilie können die jährlichen Renditen stark schwanken. Diese gilt es zu erkunden.

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Inhaltsverzeichnis

Rendite einer Immobilie
Fünf Faustregeln für den Immobilienkauf
Wohnung verkaufen oder vermieten?
Immobilienrendite berechnen
Anlegerwohnung als Geldanlage
Steuerliche Aspekte
Abschließende Tipps

Hintergrundwissen zum Thema Immobilien als Geldanlage

Österreicherinnen und Österreicher investieren ihr Kapital gerne in Immobilien. Wer sich für eine Immobilie als Geldanlage interessiert, sollte sich mit drei Fragen besonders befassen:

Worum handelt es sich bei der Rendite einer Immobilie? Welche Rendite ist zu erwarten bzw. wie lässt sich diese berechnen? Und was ist bei der Objektauswahl für die Investition in eine Immobilie zu berücksichtigen?

Rendite einer Immobilie – was ist damit gemeint?

Die Rendite einer Immobilie ist grundsätzlich der jährliche Ertrag, den Sie als Anleger mit einem Haus oder einer Wohnung erwirtschaften. Der Gewinn besteht aus den Mieteinnahmen der Immobilie und wird ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital gebracht.

Möchten Sie Kapital in eine Immobilie investieren, spielt die Rendite eine wesentliche Hauptrolle bei der Objektauswahl. Schließlich möchten Sie mit dem Kauf – ähnlich wie bei Aktien, Fonds oder Anleihen – einen möglichst hohen Gewinn erzielen.

So gilt es beim Erwerb von Wohnung oder Haus auf einige wichtige Merkmale des Objekts zu achten:

Haus oder Wohnung als Geldanlage: fünf Faustregeln für den Immobilienkauf

Die Lage: Wollen Sie Ihre Immobilie vermieten, sollten Sie Ihr Objekt in einer Stadt mit mehr als 10.000 Einwohnern kaufen. So erhöhen Sie die Chance, Mieter für Ihre Einheiten zu finden. Vor Ort sollte das Objekt gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden sein. Weiters sind Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sowie fußläufig erreichbare Ärzte, Kitas und Schulen Pluspunkte. Achten Sie außerdem darauf, dass die Nachbarschaft eine homogene und stabile Struktur aufweist. Empfehlenswert sind Mikrolagen mit geringer Arbeitslosigkeit und durchschnittlicher Mietpreislage.

Tipp: Die kürzeste Faustformel für die Lage lautet: Können Sie sich vorstellen, hier zu leben? Lautet die Antwort ja, ist das ein gutes Kaufargument.

Die Bauweise: Überprüfen Sie vorab die Bausubstanz des Objekts. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine alte oder neue Immobilie kaufen: Entscheidend sind Instandhaltung und Pflege. Berücksichtigen Sie zunächst das Baujahr und prüfen Sie die letzten Modernisierungsarbeiten. Schauen Sie sich weiters bei Mehrfamilienhäusern die Protokolle der Eigentümerversammlung an. Detaillierte Einblicke in die Bauweise erhalten Sie darüber hinaus über Baupläne sowie Grundrisse.

Tipp: Eine einfache Faustregel: Ein Gebäude hat in der Regel eine Lebensdauer von 80 Jahren. Innerhalb dieser Zeit sollten alle Gewerke renoviert werden, um die Lebensdauer zu steigern.

Die Energieeffizienz: Im Rahmen der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) müssen Sie als Eigentümer verschiedene Regeln zur Energieeffizienz bzw. energetischen Sanierung einhalten und ihre Immobilie vermieten zu können. Prüfen Sie vor dem Kauf, wie es um deren Energieeffizienz bestellt ist.

Tipp: Bei Altbauten gilt: Neben hohen Kosten für Dämmung oder Austausch von Heizkesseln können weiters hohe Nebenkosten für die Wärmeerzeugung die Rendite schmälern.

Die Ausstattung: Machen Sie Ihren Kauf von der Ausstattung der Immobilie abhängig. Wie hoch ist der Standard, gibt es altersgerechte Vorkehrungen, sind zusätzliche Räume oder Flächen wie ein Garten, eine Waschküche oder ein Fahrradkeller vorhanden?

Tipp: Prüfen Sie all diese Optionen. Sie steigern die Attraktivität Ihres Kaufobjekts deutlich und erleichtern eine lukrative Vermietung.

Aktuelle Vermietung: Bei vermieteten Objekten sollten Sie weiters aktuelle Mietverträge und Mietverhältnisse prüfen. Wie hoch ist die aktuelle Miete, wurden die Mieten bisher regelmäßig gezahlt, gab es Mietsteigerungen in den letzten drei bis fünf Jahren?

Tipp: Die Höhe Ihrer Mieteinnahmen tragen entscheidend zur Rendite des Objekts bei. Um zu erkunden, welche Mietpreiserhöhungen möglich sind, gilt es den aktuellen Mietspiegel zu prüfen.

Immobilien als Kapitalanlage: Wohnung verkaufen oder vermieten?

Immobilien zählen nach wie vor als beliebte Kapitalanlage der Österreicherinnen und Österreicher. Diese können vermietet, mit Gewinn verkauft oder im Alter selbst bewohnt werden. Keine leichte Entscheidung: Als Häuslebauer bekannt, wohnt hierzulande fast die Hälfte der Menschen zur Miete. In Städten wie Wien sind es fast 80 Prozent. Neben Vorteilen von Immobilieneigentum schätzen in den letzten Jahren mehr Konsumenten die Flexibilität durch Wohnen zur Miete. Was lohnt sich mehr – der Verkauf oder die Vermietung der Immobilie?

Dies lässt sich pauschal kaum beantworten: Jährlich werden mehr als 50.000 Wohnungen in Österreich zu hohen Preisen verkauft – Tendenz steigend. Die Anstiege bei den Mieten sind ebenso enorm. Gleichzeitig ist die Inflationsrate um beinahe zwei Prozent angestiegen und verteuern damit die Instandhaltungskosten.

Tipp: Insbesondere ein Anstieg der Mieten bedeutet nicht, dass die Rendite einer Immobilie als Geldanlage steigt. Um die Rendite realistisch zu erkunden ist eine exakte Rechnung erforderlich.

Immobilienrendite für Anlageobjekte berechnen – geht’s

Wie hoch die Rendite Ihrer Immobilie ausfällt, hängt entscheidend vom Kaufpreis, Ihren Mieteinnahmen sowie den zu zahlenden Nebenkosten ab. Die gesamte Rendite setzt sich jedoch aus weiteren Posten zusammen.

Bruttorendite und Mietmultiplikator für den ersten Vergleich

Am einfachsten berechnen Sie die sogenannte Bruttorendite. Diese setzt sich aus den jährlichen Jahresmieteinnahmen und dem Marktwert Ihrer Immobilie zusammen. Im Exposé finden sich zumeist Angaben zur Bruttorendite oder zum Mietmultiplikator. Bei der Bruttorendite und dem Multiplikator werden keine Kaufnebenkosten oder Kosten zur laufenden Bewirtschaftung der Immobilie berücksichtigt.

Der Mietmultiplikator ist eine Kennzahl, die Ihnen den ersten Vergleich mit anderen Angeboten ermöglicht. Diesen berechnen Sie wie folgt:

Mietmultiplikator = Kaufpreis / Jahreskaltmiete

Zur Berechnung der Bruttorendite einer Immobilie reicht eine einfache Formel. Diese berücksichtigt den Kaufpreis bzw. Marktwert und Mieteinnahmen, jedoch keine Nebenkosten oder Zinsen:

Berechnung Bruttorendite

Kaltmiete x 100 / Kaufpreis (Marktwert) = Rendite in %

Beispielrechnung:

Bei jährlichen Mieteinnahmen von 15.000 Euro und einem Kaufpreis / Marktwert von 300.000 Euro wird folgende Rechnung aufgestellt.

15.000 Euro × 100 ÷ 300.000 Euro = 5 Prozent

☛ Die Bruttorendite würde in unserem Beispiel fünf Prozent betragen.

Tipp: Die durchschnittlichen Mieten im Monat pro Quadratmeter erkunden Sie im Mietpreisspiegel der jeweiligen Gemeinde bzw. Region. Anstatt einer kostenpflichtigen Werteinschätzung von Wohnung oder Haus durch einen Experten können Sie zur groben Einschätzung die Preise vergleichbarer Immobilien heranziehen.

Nettorendite berechnen – alle Kostenfaktoren berücksichtigen

Die Bruttorendite ist eine vage Einschätzung. Zur genauen Berechnung muss die sogenannte Nettorendite einer Immobilie ermittelt werden. So werden alle Kosten, die beim Kauf und der späteren Instandhaltung anfallen, berücksichtigt:

Kaufnebenkosten: Schon beim Kauf Ihrer Immobilie entstehen Kosten, die als Erwerbsaufwand bezeichnet werden. Neben dem Kaufpreis fallen Kaufnebenkosten an, beispielsweise Notar- und Gerichtskosten, Maklergebühren und die Grunderwerbsteuer.

Diese können je nach Bundesland und Objekt unterschiedlich hoch ausfallen. Durchschnittlich sind 8 bis 15 Prozent an Kaufnebenkosten einzurechnen – allein engagierte Immobilienmakler verlangen bei erfolgreicher Vermittlung in der Regel zwischen 3,5 und 5,0 Prozent des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer mit 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises muss ebenso gestemmt werden.

Berechnung Erwerbsaufwand

Kaufpreis + Notar- und Grundbuchgebühr + Grunderwerbssteuer + Maklerhonorar = Erwerbsaufwand

Laufenden Kosten und Rücklagen: Mieter zahlen grundsätzlich jene Nebenkosten, die regelmäßig anfallen und in der Betriebskostenverordnung aufgelistet sind. Als Eigentümer einer Immobilie haben Sie folglich laufende Kosten, die nicht auf den Mieter umgelegt werden können, beispielsweise:

  • Kosten für die Hausverwaltung
  • Reparatur- und Instandhaltungskosten
  • Rechtsschutz- und Mietausfallversicherungen
  • Wartungskosten, die nicht regelmäßig anfallen
  • Zinsen, Kontoführungsgebühren, Kosten für Porto oder Telefonate
  • Fassadenreinigung, Baumschnitt, Schädlings- oder Taubenbekämpfung
  • Anteilige Nebenkosten für leerstehende Immobilien

Berechnung Nettomieterlös / Nettorendite

Jahreskaltmiete – nicht umlagefähige Betriebskosten – jährliche Rücklage =
Netto-Mieterlös

(Jahresmiete – Bewirtschaftungskosten) *100 / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) =
Nettorendite (in Prozent)

Beispielrechnung:

Bei jährlichen Mieteinnahmen von 15.000 Euro, Bewirtschaftungskosten von 1.200 Euro sowie einem Kaufpreis samt Nebenkosten von 330.000 Euro wird folgende Rechnung aufgestellt.

(15.000 Euro – 1.450 Euro) × 100 ÷ 330.000 Euro
= 4,10 Prozent

☛ Die Nettorendite würde in unserem Beispiel 4,10 Prozent betragen.

Tipp: Die Nettorendite zeigt Ihre Kapitalrendite an, wenn Sie Ihre Immobilie vollständig mit Eigenkapital finanzieren. In der Praxis fallen jedoch Zinsen zur Immobilienfinanzierung, beispielsweise für ein Hypothekardarlehen, an. Sind die Zinsen geringer als die Nettorendite, verkleinert sich Ihre Mietrendite nicht. Als Immobilieneigentümer sollten Sie unbedingt Rücklagen bilden – für anfallende Renovierungs- oder Sanierungsmaßnahmen.

Anlegerwohnung als Geldanlage – die Instandhaltung

Egal ob private Wohnung und Haus, Bauherrenmodell oder Genossenschaftsimmobilie. – jedes Immobilieninvestment erfordert neben laufenden Kosten Rücklagen zur Instandhaltung, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Zur Berechnung der Instandhaltungsrücklagen können Sie zwei gängige Möglichkeiten nutzen:

Peterssche Formel

Diese in ein häufig genutztes Instrument zur Abschätzung der Instandhaltungsrücklage (Instandhaltungsrückstellung) von Wohngebäuden und beruht auf der empirischen Auswertung von statistischen Daten laufender Kosten für den Werterhalt eines Wohngebäudes.

Annahme: Während der durchschnittlichen Nutzungsdauer einer Immobilie von 80 Jahren, fällt das 1,5-fache der Herstellungskosten (ohne Grundstückskosten, Architekt, Außenanlagen oder Kaufnebenkosten) für Sanierungen und Instandhaltungen an.

Bei Wohnungseigentumsgemeinschaften teilen sich die Kosten wie folgt:

  • 65 Prozent für Arbeiten am Gemeinschaftseigentum
  • 35 Prozent für Arbeiten am Sondereigentum

Bei angenommenen Herstellungskosten in der Höhe von 1.500 Euro pro Quadratmeter, ergibt sich eine monatliche Rücklage von 2,35 Euro pro Quadratmeter.

Tipp: Eigentümergemeinschaften sollten monatliche Instandhaltungsrücklagen von 1,50 Euro pro Quadratmeter bilden. Als Eigentümer der Wohnung sollten Sie weiters rund 80 Cent pro Quadratmeter für allfällige – nicht auf den Mieter umlegbare – Arbeiten innerhalb der Wohnung sparen.

Instandhaltungsrücklage nach Berechnungsverordnung

Weiters können Sie die Höhe der Instandhaltungsrücklage mit der Berechnungsverordnung (§ 31 Wohnungseigentumsgesetz) bestimmen, die gestaffelt nach Alter des Gebäudes folgende Rücklagen vorsieht:

  • höchstens 22 Jahre alte Wohngebäude: 7,10 Euro pro Quadratmeter und Jahr
  • höchstens 32 Jahre alte Wohnungen:  9 Euro pro Quadratmeter und Jahr
  • ältere Gebäude: 11,50 Euro pro Quadratmeter und Jahr

Tipp: In der Praxis empfiehlt sich eine Höhe Ihrer Instandhaltungsrücklage zwischen der Petersschen Formel und der Berechnungsverordnung. Entscheidend sind Alter, Bauart und Zustand der Immobilie.

Immobilie als Geldanlage – steuerliche Aspekte

Die Rendite einer Immobilie kann ebenfalls von steuerlichen Aspekten beeinflusst werden. Beispielsweise können Sie Ihre Darlehenszinsen steuerlich geltend machen. Das mindert Ihr jährliches Einkommen und senkt Ihre individuelle Steuerlast.

Wichtig: Im Laufe der Finanzierung sinkt mit steigendem Tilgungsanteil der Zinsanteil Ihrer Darlehensrate und damit Ihre mögliche Steuerersparnis.

Ihre Anlageimmobilie können Sie weiters im Rahmen der Absetzung für Abnutzung (AfA) steuerlich abschreiben.

Abschließende Tipps zur Immobilie als Geldanlage

Die Rendite Ihrer Immobilie berechnen Sie in 5 Schritten:

  1. Berechnung Gesamtkaufpreis samt Nebenkosten
  2. Berechnung Nettomietrendite
  3. Berechnung Steuern
  4. Berechnung Nettoobjektergebnis
  5. Berechnung Eigenkapitalrendite

Investieren Sie möglichst früh: Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Investition in eine Immobilie. Je eher Sie ein Objekt finanziert haben, desto schneller können Sie von Ihrer Rendite profitieren.

Nutzen Sie niedrige Zinsen: Investieren Sie, wenn die Zinsen für eine Baufinanzierung niedrig sind. Seit 2015 haben wir in Österreich eine anhaltende Niedrigzinsphase – ein günstiger Moment für einen Immobilienkauf.

Mehrfamilienhäuser für maximale Rendite: Mehrfamilienhäuser ideale Anlageobjekte, wenn Sie mit Ihrer Geldanlage maximale Rendite erzielen möchten. Durch mehrfache Mieteinnahmen können Sie direkt Einfluss auf die Rendite nehmen. Ein Mehrfamilienhaus erfordert aber einen höheren Verwaltungsaufwand.

Eigentumswohnung für geringen Aufwand: Wenn Sie den Aufwand scheuen und auf Rendite verzichten können, sollten Sie sich zunächst für eine Eigentumswohnung entscheiden.

Einfamilienhaus für den Verkauf: Möchten Sie Ihre Rendite durch den späteren Verkauf erzielen, lohnt sich die Investition in ein Einfamilienhaus. Es ist vor allem das Grundstück, das je nach Lage, die meiste Wertsteigerung bringt.

Region und Lage bestimmen die Rendite: Je nach Region und Mikrolage sind mit einer Immobilie in Österreich Renditen von 7 bis 10 Prozent möglich – wenn Sie als Anleger optimal wirtschaften.

Risiken nicht außer Acht lassen: Jede Investition in eine Immobilie ist mit Risiken verbunden. Renovierungskosten spielen ebenso eine Rolle wie mögliche Leerstände oder Steuerzahlungen. All dies sollten Sie in Ihrem Investment mit einkalkulieren.

Video: Immobilie kaufen in Österreich – so ist der Ablauf


Quelle: ImmoAnwalt / Youtube

FAQ Immobilien als Geldanlage

Ist eine Immobilie noch eine gute Geldanlage?

Immobilien sind wertbeständige, sichere Kapitalanlagen und weitgehend geschützt vor der Inflation. Auch kurzfristige Schwankungen auf den Kapitalmärkten übersteht eine Immobilie aufgrund der ihr eigenen Unabhängigkeit von Börsen- und Wirtschaftsdaten.

Sind Immobilien die sicherste Geldanlage?

Immobilien zählen in Österreich trotz Finanzkrise und Mega-Inflation noch zu den sicheren Anlageoptionen. Wer jetzt Wohneigentum kauft, könnte aber beim Verkauf in einigen Jahren durchaus Verluste machen, weil die Zahl potenzieller Käufer schrumpft. Einige Regionen werden aber weniger betroffen sein als andere.

Wo lohnt es sich, in Immobilien zu investieren?

Gute Zukunftswerte für steigende Preise für Wohneigentum finden Käufer vor allem in und um die Metropolregionen wie Wien, Graz, Salzburg oder Linz. Doch auch in einigen eher ländlichen Regionen gibt es Gegenden mit großen Chancen auf Wertsteigerungen.

Welche Immobilien eignen sich als Kapitalanlage?

Generell eignen sich vermietete Immobilien besser als Kapitalanlage. Im Gegensatz zu einer selbstgenutzten Immobilie können Sie bei einem vermieteten Objekt beispielsweise von einigen Steuervorteilen profitieren

Welche Geldanlage ist zurzeit sinnvoll?

Neben Tagesgeld, Festgeld und Sparanlagen kommen auch der Kauf von Investmentfonds, Immobilien(fonds), Edelmetallen oder Aktien in Betracht. Grundsätzlich eignen sich Investitionen in Sachwerte (Aktien, Aktienfonds, Immobilien) als Mittel gegen die Inflation.

0%-Finanzierung – Kredite ohne Zinsen in Österreich

25. März 2024 by Wolfgang Walter

Was müssen Sie über Ihren 0-Prozent-Kredit wissen?

Unternehmen bewerben ihre Konsumgüter häufig mit der Option einer Null-Prozent-Finanzierung – von neuer Waschmaschine über den Flachbild-TV bis hin zum Auto. Die Idee dahinter: Das Produkt sofort nutzen, in Raten abstottern und dafür keine Zinsen bezahlen. Ob hier tatsächlich keine Zusatzkosten entstehen, sollte man genau prüfen, bevor Sie eine Null-Prozent-Finanzierung in Anspruch nehmen.

Baufinanzierung oder Ratenkredit vergleichen

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise
Zweck
Voraussetzungen
Vor- und Nachteile
Alternativen
Fazit, Video und FAQ

Wie funktioniert eine 0%-Finanzierung?

Eine Null-Prozent-Finanzierung ist im Grunde ein klassischer Ratenkredit über ein Kreditinstitut, mit dem der Verkäufer Ihres Produkts zusammenarbeitet. Dies können beispielsweise klassische Banken sein oder auch Tochterunternehmen von Automobilherstellern, welche eine eigene Finance-Abteilung betreiben. Die Zinsen für diesen Kredit übernimmt der Hersteller bzw. Verkäufer. Dadurch können Sie Ihr Produkt später in Raten abbezahlen, ohne dass die Kaufpreissumme steigt.

Zusatzkosten: Allerdings sollten Sie vorab genau prüfen, ob es keine versteckten Kosten für Bearbeitungsgebühr, Restschuldversicherung und der gleichen gibt. In solchen Fällen würden Sie in Summe mehr bezahlen als den eigentlichen Kaufpreis des Produkts.

Laufzeit und Rate: Weiters müssen Sie erkunden, ob die 0%-Finanzierung für die gesamte Laufzeit gilt, bis der Preis also vollständig abbezahlt ist. Läuft der Null-Prozent-Kredit nur in den Anfangsmonaten oder wird per monatlicher Rate nur ein geringer Betrag vom Konto abgebucht, kann später ein Kredit mit hohem Zinssatz zur Anwendung kommen – wodurch ebenfalls Zusatzkosten für Sie entstehen.

Was ist der Zweck einer Null-Prozent-Finanzierung?

Null-Prozent-Finanzierungen sind Dreiecksgeschäfte zwischen Verkäufer oder Hersteller, dem Kunden als Kreditnehmer und der finanzierenden Bank. Hierbei profitieren in der Regel alle drei:

  • Der Verkäufer kann Produkte verkaufen, die sich Konsumenten per Einmalzahlung unter nicht leisten können. Dabei verzichtet er häufig auf Rabatte oder kann sogar einen höheren Verkaufspreis durchsetzen.
  • Die Bank verrechnet wie gewohnt Zinsen – allerdings nicht an den Kunden, sondern direkt an den Verkäufer, der diese bereits im Verkaufspreis einkalkuliert.
  • Sie als Käufer können Ihr Produkt erwerben, dass für Sie per Einmalzahlung aktuell vielleicht zu teuer wäre und dieses in Raten ohne Zinskosten abbezahlen.

Welche Voraussetzungen hat eine Finanzierung mit null % Zinsen?

Null-Prozent-Finanzierungen haben auch Einschränkungen, sie gibt es meistens nur für Produkte im Preisbereich bis zu 20.000 Euro. Das hält das Risiko für die finanzierende Bank und den Verkäufer bzw. Hersteller überschaubar.

Weiters gelten, natürlich die klassischen Kreditvoraussetzungen:

  • Unternehmen und Bank bieten eine Null-Prozent-Finanzierung an.
  • Sie verfügen über eine gute Bonität beim KSV 1870 und ein regelmäßiges Einkommen aus Ihrer beruflichen Tätigkeit.
  • Sie sind volljährig und haben Wohnsitz und Bankkonto in Österreich.

Tipp: Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einer 0%-Finanzierung nichts im Wege. Ein fixes Anrecht darauf besteht aber nicht, denn Verkäufer dürfen letztlich entscheiden, ob Ihre Finanzierung ermöglicht wird oder nicht. Weiters bieten einige Automobilhersteller in Österreich auch Kfz im höheren Preissegment per Null-Prozent-Finanzierungen an.

Welche Vor- und Nachteile bietet eine 0%-Finanzierung?

Bleibt die Frage nach den Vor- und Nachteilen: Grundsätzlich, sollten Sie jede Null-Prozent-Finanzierung individuell prüfen. Vielfach handelt es sich tatsächlich um Finanzierungen ohne Zusatzkosten und kompletter Ratenzahlung. Mitunter gibt es aber versteckte Kosten oder Raten-Modalitäten, die Ihre Gesamtkosten deutlich in die Höhe schrauben. Folgende Vor- und Nachteile der Null-Prozent-Finanzierung sollten Sie daher kennen:

Vorteile einer 0%-Finanzierung  Nachteile einer 0%-Finanzierung 
  • Bei echten 0%-Finanzierungen erfolgt die Zahlung erst später in Raten, ohne zusätzliche Kosten für Sie als Käufer.
  • Ihre finanzielle Belastung verteilt sich auf einen längeren Zeitraum und ist leichter zu bewältigen.
  • Sie können ein dringend benötigtes Produkt kaufen, ohne das Girokonto zu überziehen oder Spargelder am Konto für Notfälle belassen.
  • 0%-Finanzierungen sind verlockend und animieren mitunter zu nicht notwendigen Anschaffungen.
  • Der Kaufpreis kann in Summe überteuert sein, da die Zinsen bereits im Preis einkalkuliert wurden.
  • Insbesondere bei mehreren Käufen per Null-Prozent-Finanzierung werden anfallende Raten gerne unterschätzt und Sie geraten rasch in Zahlungsverzug.

Welche Alternativen gibt es zu einer 0%-Finanzierung?

Es gibt einige gute Alternativen, wie der benötigte Betrag sonst aufgebracht werden kann. Natürlich hat auch jede dieser Finanzierungsarten ihre Vor- und Nachteile. Mögliche Alternativen zur Null-Prozent-Finanzierung sind beispielsweise:

Geld klassisch ansparen

Erst den Sparstrumpf füllen, dann kaufen. Das ist oft leichter gesagt als getan, denn für Anschaffungen, die nicht dringend sind, können Sie natürlich Monat für Monat Geld ansparen. Dann dauert es zwar länger, bis Sie die gewünschte Ausgabe tätigen können, dafür müssen Sie aber keine Schulden machen. Bei dringenden Reparaturen oder sofort nötigen Anschaffungen bleibt oftmals nur ein Kredit.

Tipp: Grundsätzlich sollten Sie zumindest drei Monatsgehälter als täglich verfügbares Kapital am Sparkonto parat haben – beispielsweise auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto.

Günstigen Konsumkredit wählen

Auch klassische Konsumkredite oder Minikredite bieten deutlich niedrigere Zinsen als eine permanente Kontoüberziehung. So können Sie statt Null-Prozent-Finanzierungen gleich einen höheren Konsumkredit aufnehmen, mit dem Sie verschiedene Ausgaben finanzieren. Ein offener Kredit mit fixer monatlicher Rate, statt mehrerer Null-Prozent-Finanzierungen für unterschiedliche Produkte – das schafft Überblick in den Finanzen und schützt Sie vor unkontrollierten monatlichen Belastungen.

Tipp: Mit einem Konsumkredit in der Tasche treten Sie als Barzahler auf und haben in der Regel die Möglichkeit, deutliche Rabatte auszuhandeln. Ein Kredit-Vergleich mit nötigem Wunschbetrag und passender Laufzeit führt rasch zum besten Angebot.

Überziehungsrahmen am Konto nutzen

Der Überziehungsrahmen am Girokonto ist meist die teuerste Variante, um flüssig zu bleiben. Daher sollte der klassische Dispokredit immer nur kurzzeitig genutzt werden. Einziger Vorteil: Eine Kontoüberziehung ist praktisch jederzeit und ohne Antrag möglich. Weiters bieten Direktbanken noch immer deutlich bessere Konditionen für Dispokredite.

Tipp: Im Vergleich zum Dispokredit ist der Abrufkredit oder Rahmenkredit deutlich günstiger. Auch hier räumt Ihnen die Bank einen frei nutzbaren Kreditrahmen ein, über den Sie jederzeit und ohne Beantragung frei verfügen können.

Per Umschuldung mitfinanzieren

Weiterhin besteht für Sie die Möglichkeit, einen oder mehrere Produktkäufe in die Umschuldung einer bestehenden Wohnbaufinanzierung zu integrieren. Beispielsweise, wenn die laufende Baufinanzierung ohnehin nicht mehr zu Ihrer aktuellen Lebens- bzw. Einkommenssituation passt.

Tipp: Erkunden Sie vorab zusammen mit Ihrer unbedingt mögliche Sonder- oder Vorfälligkeitszahlung bei der Umschuldung Ihres Baukredits. Einer Kapitalbeschaffung durch eine lastenfreie oder überwiegend lastenfreie Immobilie ist hingegen meist problemlos möglich.

Fazit 0%-Finanzierung: Darauf sollten Sie unbedingt achten

Null-Prozent-Finanzierung – das klingt auf den ersten Blick immer verlockend: Sofort kaufen, aber später erst bezahlen – und das ohne Zusatzkosten. Doch damit es kein böses Erwachen gibt, sollten Sie aber einige Aspekte unbedingt berücksichtigen:

Kaufpreis prüfen: Verkäufer kalkulieren die zusätzlichen Zinskosten in den Verkaufspreis ein. Ist der Kaufpreis tatsächlich günstig?

Konsum überdenken: Kleine Raten statt kompletter Kaufsumme – das führt oft zu Käufen, die man ansonsten nicht tätigen würde. Brauchen Sie das Produkt wirklich, und lohnen sich die Raten?

Kosten der gesamten Laufzeit prüfen: Teilweise gelten Null-Prozent-Finanzierungen nur für einige Wochen oder Monate. Anschließend drohen hohe Zinsen für die Finanzierung als Kostenfalle. Werden für die Bezahlung des gesamten Kaufpreises sicher keine Zinsen oder Gebühren verrechnet?

Mögliche Rabatte vorab erkunden: Durch eine Ratenzahlung lassen sich in der Regel keine Preisnachlässe beim Kauf von Produkten aushandeln. Wäre ein Rabatt bei Barkauf möglich und wie hoch würde dieser ausfallen.

Unerwünschte Kreditrahmen prüfen: Mitunter werden bei 0%-Finanzierungen zusätzliche Kreditrahmen bereitgestellt, für die deutlich höhere Kosten anfallen. Brauchen oder wollen Sie einen solchen Verfügungsrahmen überhaupt?

Nehmen Sie sich also Zeit, die Vertragsbedingungen gründlich zu prüfen und berechnen Sie, welche monatliche Rate Sie problemlos bezahlen können.


Video: 0 % Finanzierung – Schnäppchen oder Kostenfalle?

Quelle: EVERGREEN / YouTube


FAQ 0%-Finanzierung

Wo bekomme ich einen Kredit ohne Zinsen?

Manche Anbieter ermöglichen echte Null-Prozent-Finanzierungen, bei welcher der Verkäufer die Zinsen für den Ratenkredit übernimmt. Dadurch bezahlen Sie nicht sofort den Kaufpreis, sondern regelmäßige Raten, bis der Gesamtpreis bezahlt ist. So ergibt sich für Sie ein zinsloser Kredit.
Der einzige Anbieter in Österreich, der einen Kredit ohne Zinsen gewährt, ist Cashper. Hierbei handelt es sich um ein Start-up, dass sich auf Kleinkredite bis zu 1.500 Euro trotz negativer KSV spezialisiert hat.

Warum sollte man Null-Prozent-Finanzierung genau prüfen?

Nicht jede 0-Prozent-Finanzierung verursacht tatsächlich keinerlei Zusatzkosten zum Kaufpreis. Ob der Kaufpreis selbst günstig ist, muss vorab geprüft werden. Ebenso sollten Sie überlegen, ob die monatliche Rate zum Budget passt. Wichtig: Überblick über Ihre Finanzen behalten und nur Dinge kaufen, die Sie wirklich benötigen.

Was spricht gegen eine Null-Prozent-Finanzierung?

Eine oder mehrere Null-Prozent-Finanzierungen bergen das Risiko, rasch den Überblick über die eigenen Finanzen zu verlieren. Der Fokus liegt auf den monatlichen Raten, die Gesamtkosten treten oft in den Hintergrund. Erkunden Sie weiters, ob Ihnen durch eine Finanzierung nicht hohe Rabatte verwehrt bleiben.

Wann bekomme ich keine Null-Prozent-Finanzierung?

Auch die Null-Prozent-Finanzierung ist eine Form des Kredits. Voraussetzung sind daher, regelmäßiges Einkommen und ausreichende Bonität. Sollte die Bonitätsprüfung negativ ausfallen, kann eine Null-Prozent-Finanzierung verweigert werden.

Ist eine 0%-Finanzierung schlecht für Schufa und KSV?

Wie jeder Kredit, kann auch eine Null-Prozent-Finanzierung Einfluss auf den Score-Wert beim KSV oder Schufa haben. Darlehen, die nicht pünktlich zurückgezahlt werden, verschlechtert Ihre Bonität. Wie Auskunfteien im Detail ihre Bewertung erstellen, bleibt für Konsumenten oft im Verborgenen.

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Steigende Zinsen – Bausparen & Co wieder attraktiv?

6. März 2024 by Wolfgang Walter

Warum lohnt sich Bausparen in Österreich 2024?

Mit steigenden Zinsen werden aktuelle Bausparangebote wieder attraktiv. Einige Bausparkassen in Österreich locken derzeit mit attraktiven Sonderkonditionen. Wer in diesem Jahr einen Bausparvertrag abschließt, und Sparbeträge einzahlt, kann sich die staatliche Prämie 2023 komplett sichern. Aber auch klassische Sparkonten gewinnen zunehmend an Attraktivität.

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Bausparen, Versicherungen und mehr können Sie bei unserem Partner Durchblicker vergleichen:

Inhaltsverzeichnis

Bis zu 3% Bausparzinsen
Bausparprämie
Tagesgeld
Festgeld
ETFs & Co
Warum Bausparen?
Fazit, Video & FAQ

Hintergrundwissen zum Thema Bausparen & Co wieder attraktiv

Gut drei Millionen Bausparverträgen gibt es in Österreich und der Bausparer zählt nach wie vor zu den beliebtesten Sparformen bei uns. Die meisten verwenden ihn, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Es gibt aber viele weitere Gründe, sich regelmäßig etwas Geld zur Seite zu legen: Beispielsweise für anstehende Renovierungen, eine ökologische Sanierung oder schlicht für die Vorsorge der Kinder oder Enkelkinder.

Wichtig: Wenn Sie einen Bausparer abschließen, ist Ihr Geld über die Vertragsdauer gebunden. Eine vorzeitige Auflösung des Bausparvertrages ist mit Kosten verbunden: Es fallen Kündigungsspesen an, der vereinbarte Zinssatz wird rückwirkend reduziert und die staatliche Bausparprämie müssen Sie zurückzahlen.

Bausparzinsen: 2024 von bis zu drei Prozent Startzinsen profitieren

Für Ihren Sparbetrag gibt es von der Bausparkasse eine Zinsgutschrift. Je nach Bausparkasse fällt diese aber unterschiedlich hoch aus. Hier kann sich ein Online-Vergleich besonders auszahlen, denn einige Bausparkassen bieten aktuell wieder attraktive Zinsmodelle.

Bei der s Bausparkasse beispielsweise erhalten Kunden aktuell drei Prozent Zinsen für die ersten 12 Monate. Auch die Wüstenrot bietet aktuell 1,5 Prozent an Startzinsen für die ersten sechs Monate.

Tipp: Bevor Sie also Ihren neuen Bausparer abschließen, sollten Sie die aktuellen Angebote von s Bausparkasse, Wüstenrot, start:bausparkasse und Raiffeisen genau vergleichen.

Gewinne beim Bausparen – auch Einzahlungsvarianten bringen Rendite

Nicht nur die verschiedenen Zinsmodelle der Bausparkassen zählen, auch unterschiedliche Einzahlungsvarianten haben deutliche Auswirkung auf den durchschnittlichen Auszahlungsbetrag. Unser Beispiel zeigt einen Bausparvertrag mit Laufzeit einer von 6 Jahren, mit einem maximal möglichen Sparbetrag von 7.200 € bei monatlicher, jährlicher und einmaliger Einzahlung:

Sparbetrag  Laufzeit  Einzahlung  Auszahlungs nach KEST  Ertrag
7.200 € 6 Jahre monatlich 100 € 7.638 € 438 €
7.200 € 6 Jahre jährlich 1.200 € 7.692 € 492 €
7.200 € 6 Jahre jährlich 1.200 € 7.990 € 790 €

Bausparen: Jetzt volle Bausparprämie 2024 sichern

Beim Bausparen fördert der Staat den Bausparvertrag mit einer Prämie. 2023 liegt diese bei 1,5 Prozent im Jahr. Allerdings werden nur Einzahlungen von bis zu 1.200 Euro jährlich gefördert. Wenn Sie jährlich diesen Betrag ansparen – sei es durch eine Einmaleinlage oder monatliche Sparbeträge – erhalten Sie eine Zinsgutschrift von maximal 18 Euro.

Fristen beachten: Bei einigen Bausparkassen müssen Ihre Anträge vor dem 31. Dezember in Papierform eingehen. Schließen Sie also Ihren neuen Bausparvertrag rechtzeitig ab, um die die Bausparprämie 2023 zu erhalten.

Tipp: Sie können sich auch im Dezember 2023 noch die volle Bausparprämie für dieses Jahr sichern. Wenn Sie bis dahin Ihren ersten Sparbetrag einzahlen, erhalten Sie die volle staatliche Prämie in Höhe von 1,5 Prozent. Weiters gibt es gute Alternativen mit klassischen Sparformen, wie unsere folgenden Kapitel aufzeigen.

Sparen mit Tagesgeld: flexibel und wieder rentabler

Lange Jahre notierten die Zinsen täglich fälliger Sparkonten nahe der 0-Prozent Marke – das hat sich längst geändert. Infolge der rasanten Leitzinsentwicklung des letzten Jahres zogen auch die Tagesgeldzinsen merklich an und kennen aktuell nur eine Richtung – nach oben. Mittlerweile sind Tagesgeldkonten insbesondere für Neusparer wieder attraktiv.

Deutlich besser verzinst als das klassische Sparkonto, sind Tagesgelder eine ebenso sichere Geldanlage und bieten darüber hinaus maximale Flexibilität. Jederzeit kann Geld in beliebiger Höhe eingezahlt und ohne Zinsabschlag entnommen werden, die Verzinsung wird anteilig ab dem ersten Spar-Euro gutgeschrieben. Im Insolvenzfall einer Bank ist Ihr Vermögen bis zu einem Betrag von 100.000 € pro Institut staatlich abgesichert.

Top-Anbieter in Sachen Tagesgeld ist aktuell die österreichische Santander ConumerBank.

Die aktuellen Top 3 beim Tagesgeld in Österreich

Anbieter  Zinssatz  Zinsgutschrift  Anlagehöhe  Sicherheit 
Santander ConsumerBank 3,35 % monatlich kein Einlagelimit bis zu 100.000 € Österreich
Renaultbank direkt 3,30 % jährlich bis 250.000 € bis zu 100.000 € Frankreich
DADAT 3,30 % jährlich bis 300.000 € bis zu 100.000 € Österreich

Sparen mit Festgeld: sicher und besser verzinst

Ebenso sicher und – je nach Laufzeit – besser verzinst sind Festgeldkonten. Auch fix verzinste Spareinlagen konnten im letzten Jahr deutlich von der Zinswende profitieren und bieten mittlerweile sogar bei kürzeren Laufzeiten stattliche Zinszahlungen. Die fix vereinbarte Zinsgutschrift erfolgt in aller Regel jährlich, meist wird eine Mindesteinlage gefordert.

Bis zu 100.000 € sind durch die gesetzliche Einlagensicherung in der EU pro Kunde und Bank abgesichert, allerdings ist Ihr Geld für die festgelegte Laufzeit fix angelegt. Ohne Zinsabschlag kommen Sparer hier nur selten an ihr Vermögen – egal ob die Laufzeit sechs Monate, ein, drei oder fünf Jahre beträgt. So gesehen sollten Sie nur Laufzeiten wählen, in denen Sie voraussichtlich nicht auf Ihr Sparguthaben zugreifen müssen. Auch wenn längere Laufzeiten mitunter höhere Renditen versprechen. Beim aktuell positiven Zinsumfeld dürfte eine Wiederanlage beispielsweise nach 12 Monaten bessere Zinsen bringen.

Top-Anbieter in Sachen Festgeld ist aktuell auch hier die österreichische Santander ConumerBank.

Die aktuellen Top 3 beim Festgeld in Österreich (12 Monate)

Anbieter  Zinssatz  Verfügbarkeit  Anlagehöhe  Sicherheit 
Banca Sistema 3,55 % jederzeit vorzeitig kündbar 20.000 € bis 100.000 € bis zu 100.000 € Italien
Haitong Bank S.A 3,55 % am Ende der Laufzeit 10.000 € bis 100.000 € bis zu 100.000 € Portugal
Holm Bank 3,52 % am Ende der Laufzeit 5.000 € bis 100.000 € bis zu 100.000 € Estland

Sparen mit ETF und Co: riskanter, mit Chance auf hohe Gewinne

Neben klassischen Aktien und aktiv gemanagten Fonds werden insbesondere sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds) bei Österreichs Sparer immer beliebter. Zwar zählen alle zu den etwas riskanteren Geldanlagen – Anlegern bietet sich aber die Chance auf deutlich höhere Renditen. Vorwiegend dann, wenn sich der Anlagehorizont über mehrere Jahre hinweg erstreckt. So lassen sich zwischenzeitliche Kursrückgänge effektiv aussitzen.

Einzelaktien & Anlagefonds: Müssen Sparer bei Einzelaktien und Anlagefonds eine gewisse Grunderfahrung mitbringen und auf eine sorgfältige Auswahl sowie möglichst breite Streuung in verschiedene Assetklassen und Weltmärkte achten, kann man sich diese Arbeit mittels Exchange Traded Funds ersparen.

ETF: Auch ETFs sind prinzipiell Fonds, allerdings werden diese nicht aktiv gemanagt. Sie bilden zumeist Indizes wie DAX, den ATX oder den S&P 500, oder setzen breit gestreut auf unterschiedliche Sparten, Länder und spezielle Zukunftstechnologien. Neben der risikoarmen Streuung haben sie weitere Vorteile: Die Wertentwicklung ist auf lange sich stabiler, die Verwaltungskosten deutlich niedriger – somit bleibt Ihnen als Anleger mehr von der Wertsteigerung übrig. Wer sein Geld in einen breit gestreuten ETF investieren will, ist nach Expertenmeinung mit dem MSCI World bestens gerüstet. Hier investieren Sie in über 1.500 Unternehmen aus allen Industrienationen, und trotz diverser Krisen lag die Rendite seit 1975 bei durchschnittlich neun Prozent pro Jahr.

Tipp: Wer keine größeren Summen zur Verfügung hat, kann sowohl in Aktien, Anlagefonds oder ETFs mit einem Sparplan Monat für Monat ein kleines Vermögen aufbauen. Bereits ab 25 bis 50 Euro monatlich ist dies möglich. Zudem profitieren Sie bei gleichbleibenden Anlagebeträgen und vom sogenannten Cost-Average-Effekt – indem Sie, beispielsweise bei fallenden Kursen, mehr Anteile erwerben, die bei steigenden Kursen mehr wert sind.

Warum Bausparen? Ein paar Gründe!

Kommen wir zurück zur Frage: Warum ist ein Bausparer 2023 noch attraktiv? Hierfür gibt es mehrere Gründe – die wichtigsten haben wir, für Sie zusammengestellt:

  • Individuelles Ansparen: Mit einem Bausparer können Sie bei der Einzahlung zwischen monatlich, jährlich und einer Einmaleinlage wählen. Die Höhe der Einlage liegt üblicherweise zwischen 20 Euro und 100 Euro pro Monat. Sie können aber individuell die Höhe der Einlage im Lauf der Zeit anpassen.
  • Vorteil Jugendbausparen: Einige Bausparkassen bieten für Vertragsnehmer unter 25 Jahren spezielle Konditionen an. Erkunden Sie diese Auswahlmöglichkeiten vor Abschluss Ihres Bausparers.
  • Staatliche Bausparprämie: Für Einzahlungen bis zu 1.200 Euro pro Jahr erhalten Sie als Vertragsnehmer eine Bausparprämie, die zusätzlich zu den Sparzinsen am Bausparkonto gutgeschrieben wird.
  • Darlehen zur Wohnbaufinanzierung: Durch Abschluss eines Bausparvertrags haben Sie bessere Chancen auf ein Bauspardarlehen im Rahmen der privaten Wohnbaufinanzierung. Vorteil eines Bauspardarlehens sind die, im Vergleich zu Hypothekarkrediten, meist attraktiven Konditionen.
  • Bausparen als Geschenk: Schließlich haben Sie auch die Möglichkeit, einen Bausparer als Geschenk anzulegen. Beispielsweise als Startgeld für Ihre Kinder, Nichten oder Neffen oder Enkel.

Tipp: Bausparen kombiniert hohe Sicherheit mit gutem Ertrag. Natürlich gibt es alternative Geldanlagen, die höhere Renditen versprechen. Allerdings ist kaum eine Geldanlage so sicher wie ein Bausparvertrag – und durch die staatliche Bausparprämie ist die Effektivverzinsung oft attraktiver als beim Sparbuch oder Tagesgeld.

Fazit: Sparen lohnt sich wieder in Österreich

Nicht nur Bausparverträge werfen in Österreich wieder mehr Erträge ab. Auch Sparkonten – egal ob Tagesgeld oder Festgeld – sind 2023 deutlich besser verzinst als noch vor ein paar Jahre. Allen gemein ist die staatliche Einlagensicherung von mindestens 100.000 Euro pro Kunde und Konto. Gemeinschaftskonten – beispielsweise für Ehepaare – bieten automatisch die doppelte Sicherungssumme. In Sachen Flexibilität müssen Festgeldkunden allerdings für gewöhnlich Abstriche machen.

Gleichwohl klassische Geldanlagekonten vom Zins-Hype der Europäischen Zentralbank (EZB) insbesondere im vergangenen Jahr profitiert haben – an mögliche Renditen am Aktienmarkt werden sie in absehbarer Zeit nicht heranreichen.


Video: Bausparen Vergleich 2023 – Lohnt sich das wieder?

Quelle: Broker-Test.at / YouTube

FAQ Bausparen

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag wird häufig auch als Bausparer bezeichnet. Es handelt sich um eine staatliche geförderte Sparform und unterliegt einer sehr genauen Regelung. Ein Bausparvertrag gilt als sichere Geldanlage und verbessert auch die Chancen auf ein Bauspardarlehen, welches wiederum bei der Baufinanzierung attraktive Konditionen bietet.

Was ist beim Bausparen zu beachten?

Prinzipiell können Bausparverträge mit einer Laufzeit von sechs Jahren bis zu einem Höchstbetrag von 7.200 Euro angespart werden. Einige Bausparkassen bieten spezielle Konditionen für Vertragsnehmer unter 25 Jahren. Bei der Wahl des passenden Bausparers sollten man auf folgende Punkte achten:

    • Höhe des Sparbetrags
    • Einzahlungsrhythmus
    • Regelungen des Zinsertrags

Welches sind die vier Bausparkassen in Österreich?

Die vier Bausparkassen in Österreich sind

  • start:bausparkasse (vormals ABV Bausparkasse)
  • s Bausparkasse
  • Raiffeisen Bausparkasse
  • Wüstenrot Bausparkasse

Welche verschiedenen Zinsformen gibt es beim Bausparen?

Die einzelnen Bauspartarife in Österreich unterscheiden sich in Sachen Zinsregelung sehr. Es werden Tarife mit fixer oder variabler Verzinsung angeboten. Weiters gibt es Unterschiede in der Zinssatzhöhe sowie in der Regelung der Zinsanpassung bei der variablen Variante (Zinsgleitklausel). Schließlich gibt es bei den Offerten häufig Zinsboni für junge Bausparer unter 25 Jahren bzw. für eine bestimmte Zeit der Rückzahlungsphase.

Wofür kann man ein Bauspardarlehen verwenden?

Bauspardarlehen sind heute weitaus flexibler als früher. Sie können für die Finanzierung verschiedenster Immobilienvorhaben verwendet werden:

  • Neubau oder Umbau einer Immobilie,
  • Kauf von Wohnung, Haus oder Grundstück,
  • Renovierung, Sanierung und Modernisierung sowie für energetische Maßnahmen,
  • Umschuldung eines bestehenden Immobiliendarlehens,
  • Auszahlung von Erbteil- oder Scheidungsforderungen,
  • anteilige Finanzierung von Genossenschafts- und Mietwohnungen,
  • Finanzierung von Bildungs- und Pflegemaßnahmen

 

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Pandemie, Krieg, Inflation: Geldanlage in Krisenzeiten

28. Dezember 2023 by Wolfgang Walter

Warum ändert sich das Anlageverhalten in Österreich?

Pandemie, Krieg in der Ukraine und Klimakrise führten weltweit zu Lieferengpässen, stark ansteigenden Preisen bei Energie, Güter und Dienstleistungen, und katapultiere die Inflation in Österreich nahe der Zehn-Prozent-Marke. All das zwingt Österreichs Anleger zum Umdenken: Das geliebte Sparkonto wirft zu wenig Rendite ab, Immobilien und Edelmetalle wollen oder können sich viele nicht leisten, und bei Investments an den Aktienmärkten hat so mancher weiter seine Bedenken.

Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation veränderten alles

Der Krieg in der Ukraine hat Corona weitgehend aus den Schlagzeilen gedrängt. Die massiven Sanktionen treffen längst nicht nur die Verursacher der Krise. Die ohnehin hohen Energiepreise explodieren förmlich und haben massive Auswirkungen auf unseren Alltag.

Aber auch die Spuren der Corona-Pandemie treten in der Wirtschaft immer deutlicher zutage. Viele Branchen wie Gastronomie, Veranstaltungswirtschaft oder Messewesen leiden massiv, Industrie und verarbeitendes Gewerbe kämpfen mit Lieferengpässen, Energieknappheit und Produktionsausfällen.

Schließlich machen die Kosten der Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft viele teurer und tragen dazu bei, dass die Preise auf breiter Front stark ansteigen. So hat der Euroraum seit geraumer Zeit mit historischen Inflationsraten, um die zehn Prozent, zu kämpfen. Weiters tragen Faktoren wie der demografische Wandel oder die Umkehr der Globalisierung dazu bei, dass mit einer längerfristigen Inflationsentwicklung zu rechnen ist.

Was heißt das alles für Anleger? Schon lange ist klar, dass früher erfolgreiche, einfache Anlagestrategien nicht ausreichen, um mit dem Gesparten die Kaufkraft zu erhalten. Sie schwindet bei anhaltend niedrigen Zinsen zusehends. Alternativen zu Sparbuch und Festgeld sind gesucht: Doch welche kommen infrage? Und was gilt es dabei zu beachten? Ein kleiner Überblick.

Steigende Zinsen – gut oder schlecht für Sparer und Kreditnehmer?

In ihrem Kampf gegen die Inflation heben Notenbanken wie Fed und EZB die Zinsen fast monatlich an. Allerdings werden diese nur zu den Teilen weitergegeben, wo auch Banken mal wieder die Nutznießer sind. Also kaum auf den Giro- und Sparkonten der Konsumenten, sodass diese von einer nennenswerten Guthabenverzinsung profitieren. Dafür aber bei allen Finanzierungen, wenn wir beispielsweise Geld bei den Banken für Konsumgüter oder Immobilien leihen.

Somit wird der Österreicher liebstes Kind – das Sparkonto und die Immobilie – für viele von uns wieder zum Problemfall. Zwar scheinen die Preise von Wohnungen und Häuser ihren Zenit erreicht zu haben, die Zinsen für deren Finanzierung steigen aber aktuell deutlich. Konnten Häuslebauer noch Anfang des Jahres 500.000 Euro mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent (gut 600 Euro) finanzieren, liegt dieser aktuell bei rund 4 Prozent (rund 1.600 Euro) – eine dreifach höhere monatliche Belastung!

Die Folge: Für viele Familien wird der Traum vom Eigenheim zunichtegemacht, die Kapitalanlage ist für Anleger trotz gestiegener Rendite weiter nur selten attraktiv. Im Kampf gegen die eigene Teuerungsrate bleibt nur eine einzige Alternative: Wertpapiere wie Aktien und Fonds. Ausgerechnet diesen Anlagen stehen viele Österreicherinnen und Österreicher – vor allem in Krisenzeiten – skeptisch gegenüber.

Langfristig locken gute Renditen

Und dies ist ein ausgemachter Fehler. Denn, wer in Sachen Geldanlage an der Börse einen langen Atem beweist, hat über die Jahre beste Chancen auf sehr hohe Renditen. Krisenzeiten wie jetzt mit korrigierenden Aktienmärkten sind ideal zum langfristigen Inflationsausgleich und die eigene Altersvorsorge.

Beispiel aus der jüngeren Historie: Die vergangenen 100 Jahre der weltweiten Aktienmärkte haben gezeigt, dass 99 Prozent aller Krisen keine Relevanz auf langfristige Geldanlagen hatten. Wer beispielsweise kurz vor der Lehman-Pleite 2008 in den Markt eingestiegen ist und seine Aktien gehalten hat, kann sich heute über eine solide Rendite von rund 200 Prozent freuen – vornehmlich mit US-Werten.

Energie und Konsumgüter bleiben eine sichere Bank

Um kurz- und mittelfristig auf die hohe Inflation zu reagieren, können Anleger ihr Portfolio entsprechend ausrichten und beispielsweise in Aktien und Aktienfonds von Unternehmen investieren. Unternehmen können steigende Kosten mit höheren Preisen an ihre Kunden weitergeben. Steigen die Gewinne der Aktiengesellschaften, laufen auch die Aktienkurse nach oben. Dies gilt insbesondere für Unternehmen der Konsumgüterbranche, Energieförderkonzerne oder – angesichts der veränderten Sicherheitslage – neuerdings auch im Bereich der Rüstungsindustrie.

Aussichtsreiche Branchen in der Krise

Bei lebenswichtigen Dingen wie Energie und Lebensmittel haben Konsumenten kaum eine Möglichkeit, auf Konsum zu verzichten. Ähnlich ist es bei Rohstoffen, deren Preise im Zuge der geopolitischen Spannungen auf breiter Front steigen. Neben Öl und Gas sind es gerade für die europäische Industrie wichtige Metalle wie Kupfer, Nickel, Aluminium oder Platin, die in Russland gefördert werden. Steigende Rohstoffkosten spielen aber auch Bergbaukonzernen in die Karten. Aktien solcher Unternehmensbranchen erhalten gerade in Krisenzeiten deutlichen Rückenwind.

Tipp: Wer als Anleger nicht in Einzelwerte investieren möchte, kann mit Fonds, Indexfonds (ETFs) und Zertifikaten auf steigende Kurse ganzer Branchen oder Regionen setzen. Vorteil: Das Portfolio ist weit gestreut und deutlich krisensicherer. Zudem lässt sich – beispielsweise im Falle von ETFs – durch günstigere Handelskosten die eigene Rendite weiter erhöhen.

Nachhaltig investieren und anlegen

Trotz der aktuellen Krisenlage sollten sich Anleger natürlich die Frage stellen, mit welchen Unternehmensbeteiligungen sie sich am sichersten und wohlsten fühlen. Nicht jeder will bedingungslos in internationale Großkonzerne mit oft fragwürdigen Geschäftsmodellen investieren.

So ist vielen Anlegern neben einer rein ökonomischen Rendite auch der ökologische und gesellschaftliche Fußabdruck ihrer Geldanlage wichtig. Grün investieren liegt längst im Trend: mit grünen Fest- und Tagesgeldkonten, saubere Anleihen, nachhaltigen Aktien, Aktienfonds oder ETFs sowie Energiewende-Investments und Mikrofinanzfonds. Viele dieser nachhaltigen Anlageformen versprechen bei der richtigen Strategie mittlerweile sogar einen größeren Anlageerfolg.

Wichtig: Grüne Investments sind heute in vielfältigster Art und Weise am Markt vertreten und sie haben ähnlich unterschiedliche Risiken wie konventionelle Geldanlagen. Auch hier gilt die Grundregel: höhere Renditen haben meist höhere Risiken. Entscheidend ist, wie nachhaltig Unternehmen und deren Produkte tatsächlich sind. Hierfür gibt es – noch – keine Mindeststandards.

Tipp: Seriöse Anbieter wenden in der Regel sogenannte ESG-Kriterien an. Environmental Social Governance steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. In der Praxis werden hier die beiden zwei Anlageansätze vermeiden oder fördern miteinander kombiniert – je nach Nachhaltigkeitsverständnis des Anbieters oder Emittenten.

Immobilien und Gold als sicherer Hafen?

Wie Sparkonten bieten Aktien keine Garantien für den Inflationsschutz. Drehen die Notenbanken – wie aktuell der Fall – deutlich an der Zinsschraube, um eine länger andauernde Inflation zu stoppen, verteuert sich die Refinanzierung für Unternehmen. Weiters könnten Investoren dann von Aktien in attraktiver werdende festverzinsliche Papiere wie Anleihen umschichten, was ebenfalls die Aktienmärkte auf Talfahrt schicken kann.

Immobilien:

Neben Aktien gelten vor allem Immobilien und Gold als Schutz vor stark steigenden Preisen. Beide Assets stellen wertstabile Sachwerte dar, einen automatischen Inflationsschutz bieten jedoch auch sie nicht. Zwar sind die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen – wie auch die Mieten. Betrachtet man allerdings Anlagezeiträume von Immobilieninvestoren über die Jahre und Jahrzehnte hinweg, lässt sich kein Zusammenhang zwischen Mieten, Immobilienpreisen und Inflation nachweisen. Zudem steigen seit geraumer Zeit die Zinsen für Baukredite wieder deutlich an – der Effekt des billigen Baugeldes verpufft zusehends.

Gold:

Das gelbe Edelmetall gilt seit jeher als Angstwährung und sicherer Hafen, in den sich Anleger gerade in Krisenzeiten zurückziehen können. Zu sorglos sollten Anleger bei Investments aber nicht sein. Zwar hat Gold als Anlageklasse früher häufig bei erhöhter Inflation überdurchschnittlich performt. In den Jahren 2021 und 2022 war dies jedoch nicht der Fall. Hier waren Aktien und Fonds die klar bessere Anlagewahl. Auch in Sachen Gold haben Studien gezeigt, dass Inflationsrate und Goldpreis über Jahrzehnte betrachtet nicht unmittelbar zusammenhängen. Zudem unterliegt der Goldpreis deutlichen Schwankungen und das Edelmetall liefert weder Zinsen wie Anleihen noch Dividenden wie Aktien. Aber auf lange Sicht kann ein Investment gute Renditen erzielen – Ende 2023 stieg der Preis pro Feinunze auf über 2.000 US-Dollar.

Fazit

Wie Sparkonten bieten Aktien keine Garantien für den Inflationsschutz. Drehen die Notenbanken – wie aktuell der Fall – deutlich an der Zinsschraube, um eine länger andauernde Inflation zu stoppen, verteuert sich die Refinanzierung für Unternehmen. Weiters könnten Investoren dann von Aktien in attraktiver werdende festverzinsliche Papiere wie Anleihen umschichten, was ebenfalls die Aktienmärkte auf Talfahrt schicken kann.

Video: Keine Angst in der Krise – Geldanlage und Inflation

Quelle: Börse Stuttgart / YouTube

FAQ

Welche Geldanlage eignet sich in Krisenzeiten?

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die Widerstandsfähigkeit eines gut gemischten Portfolios. Ein bisschen Risiko in Form von Aktien, gerne über Indizes via ETF gestreut, ein bisschen Sicherheit in Form von Tages-, Festgeld oder Anleihen als Liquiditätspuffer und ein bisschen Immobilien und Edelmetalle.

Was macht eine Geldanlage krisensicher?

Die Investition in Festgeld, Spar- und Tagesgeldkonten ist innerhalb der europäischen Union im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung bis mindestens 100.000 € abgesichert.

Dennoch ist die Sicherheit der Anlagen unterschiedlich zu bewerten. Eine Anlage bei einem österreichischen Bankinstitut ist sicherer zu bewerten als eine Anlage bei manch anderer europäischen Bank.

Das hat vor allem mit der Landesbonität zu tun.

  • Sollte die Bank in finanzielle Schwierigkeiten geraten, muss sie die Kundengelder zunächst aus dem Eigenkapital bedienen.
  • Sollte das nicht ausreichen, kommt der Sicherungsfonds aller Banken in dem betreffenden Land für weitere Kundengelder auf.
  • Sollte auch das nicht reichen, ist in letzter Instanz der Staat gefordert.
  • Hat dieser aber nicht ausreichend Geld, kann Ihr Kapital trotz Einlagensicherung verloren gehen.

Wie wirkten sich die letzten Wirtschaftskrisen auf Geldanlagen aus?

Die Aktienmärkte haben sich nach den Krisen wieder erholt, allerdings in unterschiedlicher Geschwindigkeit.

  • Nach dem Ende der Dotcom-Blase und dem 11. September hat es knapp 3 Jahre gedauert, bis die Talsohle erreicht war und erst nach weiteren 4 Jahren konnten die Indizes wieder die Vorkrisenstände erreichen.
  • In der letzten Finanzkrise erreichten die Börsen den Tiefststand nach 18 Monaten. 2013 wurden die alten Höchststände erreicht.
  • Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch über ein Jahr später nicht an den Börsen angekommen. Nach einem kurzfristigen Einbruch im März 2020 erholten sich die Aktienkurse sehr schnell und standen im März 2021 auf Allzeithochs.
  • Der seit Februar 2022 andauernde Ukrainekrieg belastete die Börsen von Beginn an. Der ATX beispielsweise rutschte in der ersten Kriegswoche erneut unter die psychologisch wichtige Marke von 2.000 Punkten. Eine zusätzliche Belastung entstand durch die hohe Inflation!

Wie kann ich mein Geld vor dem Crash retten?

Mit einem vernünftig diversifizierten Depot. Hierzu gehören: Aktien, Unternehmensanleihen, Staatsanleihen guter Schuldner wie Österreich, Deutschland, Schweiz, Norwegen, Kanada, Australien Brasilien und Südkorea; Immobilien und Gold. Gold ist die ultimative Absicherung gegen ein wie auch immer geartetes Extrem-Krisenszenario.

Filed Under: Uncategorized Tagged With: Geldanlage in Krisenzeiten, Inflation, Pandemie, Ukraine-Krieg

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